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Freitag, 8. August 2025

Undichtes Panoramadach im Opel Insignia reparieren



Kaum macht dieser angebliche Rekord-Hitze Sommer mal eine kleine Regenpause und der Insignia bekommt mal ein paar Tropfen ab, haben wir Wassereinbruch im Innenraum. Das können wir auf gar keinen Fall lange ignorieren und kümmern uns am Wochenende direkt um das Problem. Zumindest ist das unser Plan als wir am Freitag zweifelsfrei feststellen das die Pfütze im Fahrerfußraum nicht durch Schweißfüße entstanden sein kann. 



Dank der Plastikfußmatten hat man beim Einsteigen erstmal gar nicht so viel davon bemerkt. Aber der Teppich darunter ist triefend nass und an der Seitenverkleidung unterhalb der A-Säule hängen einige Wassertropfen. Darum vermuten wir auch irgendwo im vorderen linken Bereich vom Fahrzeug die undichte Stelle. Aber ob es von der Windschutzscheibe, Türdichtung, Dachreling oder dem Schiebedach kommt können wir so noch gar nicht genau sagen. Also müssen wir uns den Weg zur Quelle freischrauben. Den Anfang macht die seitliche Abdeckung vom Armaturenbrett, diese ist nur eingeklipst. 



Dahinter sehen wir noch weitere Wassertropfen die aus der A-Säulen Verkleidung kommen. Diese ist ebenfalls nur eingeklipst und kann mit etwas Gefühl von unten nach oben ausgerastet werden. Aber Achtung eine zusätzliche Plastiklasche verbindet diese Verkleidung mit der A-Säule und muss noch getrennt werden bevor das Teil komplett lose ist. Dahinter verbirgt sich übrigens der aufgerollte Seitenairbag. Hier fassen wir genau gar nichts an und schauen nur ob es undichte Stellen gibt. Im Zweifelsfall unter Zuhilfenahme eines Gartenschlauch oder diverser Gießkannen die wir auf dem Dach ausschütten.


In unserem Fall lässt sich hier nichts eindeutiges finden. Das heißt wir müssen noch tiefer graben und den Dachhimmel ein Stück absenken oder im schlimmsten Fall komplett ausbauen. Immerhin ist dieser Insignia ein Kombi und der potenzielle Ausbau nicht ganz so undankbar wie bei einer Stufenhecklimousine. Die grundsätzlichen Arbeitsschritte sind dabei modellübergreifend ziemlich gleich: alle Verkleidungen an der A- B- usw. Säule entfernen. Alle Sonnenblenden, Angstgriffe und Gepäckhaken am Dachhimmel abschrauben. 


Sofern vorhanden den inneren Rahmen vom Schiebedach zum Dachhimmel und die Deckenleuchten &Schaltereinheit lösen und dann sollte das Teil mit mehr oder weniger viel Nachhilfe schon nach unten kommen. Wichtig ist dabei keine schmutzigen Finger oder Werkzeug zu benutzen und den Himmel nicht so stark zu verbiegen bis er Knicke oder Risse bekommt - das sieht man später leider alles. Ganz so weit wollen wir es wenn irgendwie möglich gar nicht treiben und nur den vorderen linken Bereich etwas absenken. Eben soweit das wir sicher wissen woran es liegt das wir nasse Füße kriegen und dann entscheiden ob wir uns selbst an die Reparatur trauen oder ob es ein Fall für die Werkstatt ist. 


Bis wir herausgefunden haben wie die Sonnenblende demontiert wird, haben wir noch relativ wenig Zeit gebraucht (runde Plastikblende entfernen und darunterliegende Schrauben TX15 lösen, Blende bleibt am Dachhimmel hängen). Aber die B-Säulenverkleidung hat uns wirklich Nerven und Blut gekostet. Das Problem ist das alle drei Teile irgendwie unsichtbar miteinander verbunden sind und wir bloß nichts mit stumpfer Gewalt kaputt machen wollen. Die Gute Nachricht: wir haben es am Ende geschafft und der Kunststoff ist deutlich stabiler und biegsamer als wir gedacht haben. 


Wir haben zuerst die komplette zweiteilige Verkleidung etwa auf halber Höhe von der B-Säule weggehebelt und sie dann unten aus der Schwellerleiste gezogen. So lässt sich alles besser nach vorne ziehen und die Haltenasen auf der Rückseite werden besser sichtbar. Anschließend hängt nur noch der obere Teil bombenfest am Dachhimmel und der Karosserie. Hier half tatsächlich nur die passende Dosis verzweifelte Gewalt bis die beiden Haltenasen im Dach aufgegeben haben und der Himmel inkl. Verkleidung ein Stück runter kommt. Das klappt bedeutend besser wenn vorher beide Angstgriffe (SW8) und die Halterung für das Gepäcknetz (TX45) entfernt worden sind. 


Rund ums Schiebedach ist der Dachhimmel nur mit einer Art Klettverschluss festgemacht. Mit der Hand großflächig am Ausschnitt fürs Schiebedach anfassen und mit einem Ruck nach unten ziehen. Das klappte in unserem Fall tatsächlich sehr gut und zerstörungsfrei. Jetzt kann man, sofern man klein und zierlich genug ist, mittig im Auto Platz nehmen und in den Spalt zwischen Dach und Dachhimmel schauen während von draußen ein Helfer wieder den Gartenschlauch draufhält bis irgendwo Wassertropfen zu sehen sind. 


Tatsächlich dauert es gar nicht lange bis die ersten Tropfen am schwarzen Abflussschlauch des Schiebedachrahmen zur linken A-Säule auftauchen. Wenn man diesen auch nur minimal bewegt, rutscht er schon fast selbstständig von seinem Stutzen. Das kann schon mal nicht gut sein. Ein oder zwei Wicklungen Isolierband um den Stutzen und zwei Kabelbinder für ausreichende Spannung um den Schlauch sollten gewährleisten das hier nichts mehr so schnell auseinander rutschen kann. Natürlich haben wir vorher nochmal in beide Richtungen mit Pressluft und mit einem langen Draht herumgestochert um eventuelle Verstopfungen zuverlässig aus dem Weg zu räumen. 


Das sollten wir sowieso regelmäßig machen, selbst wenn noch kein Wasser in den Innenraum eingedrungen ist. Genau das testen wir jetzt erneut. Also Wasser marsch und schauen was wird. Um es kurz zu machen; es wird wieder nass. Dieses Mal kommt das Wasser weiter hinten durch die Plastikclipse welche in dem Aluminiumrahmen vom Schiebedach stecken. Eigentlich befinden sich diese Löcher auf der Innenseite der Abflussrinne welche, wieder Name schon sagt, dafür sorgen soll alles Wasser welches an den Dichtungen vorbeikommt aufzufangen und in den vier Ecken jeweils über die Abflüsse wieder nach draußen zu befördern. 


Die Frage ist jetzt nur: woran liegt es das hier überhaupt Wasser hin kommt? Ist der Abfluss zu langsam oder kommt unplanmäßig viel Wasser von außen rein weil irgendeine Dichtung ihren Job nicht richtig macht? Oder vielleicht auch beides. Wir machen uns wieder auf die Suche. Wenn das Schiebedach komplett geschlossen ist kontrollieren wir erstmal ob das Glas überall gleichmäßig tief liegt und nicht irgendwie schräg steht oder der Spalt zwischen Glas und Dichtung ungleichmäßig groß ist. Wirklich offensichtlich war nur ein etwa 4cm langes Stück auf der Fahrerseite an der die Hartgummidichtung vom Glas etwas abgelöst hat. Sicherheitshalber reinigen wir alles und kleben sie mit Sekundenkleber wieder fest. 


Zusätzlich besorgen wir auf Anraten unserer Opel Werkstatt des Vertrauens eine Tube Silikon und schmieren die Löcher für die Plastikclipse von unten zu. Damit haben wir zwar eine Badewanne aus dem Dach gebaut. Aber im schlimmsten Fall läuft das Wasser jetzt eben an einer anderen Stelle vom Schiebedach in den Dachhimmel. Es gibt nur einen Weg das herauszufinden. Das machen wir nach 24h Trocknungszeit wieder mit dem Gartenschlauch. In der Zwischenzeit haben wir uns einen Teppichreinigungsapparat ausgeliehen. Dieser kann wie ein normaler Nasssauger die Feuchtigkeit aus dem Teppich ziehen und zusätzlich über eine Düse Reinigungsmittel versprühen. So bekommen wir hoffentlich das Auto trocken und gleichzeitig den muffigen Geruch entfernt. 


Zusätzlich parkt Siggi die nächsten Tage immer mit offenen Fenstern in der Garage und unter den Sitzen liegt jeweils ein großer Lufttrocknerbeutel. Bloß gut das jetzt Sommer ist und die allgemeine Hitze unserem Vorhaben zuträglich ist. Aber nur wenn nicht ständig neues Wasser nachfließt. Das überprüfen wir jetzt und haben zum ersten Mal an diesem Wochenende die Hoffnung eine Lösung gefunden zu haben. Was genau jetzt ausschlaggebend war wissen wir leider selbst nicht, aber es kommt kein Wasser mehr ins Auto! Und das ist uns gerade am wichtigsten. Dann bauen wir mal alles wieder zusammen und hoffen so bald nicht wieder da dran gehen zu müssen. Auch wenn wir jetzt halbwegs verstanden haben wie man das machen soll. 

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