Freitag, 18. September 2026

Status 3 Rallye 2006: Tag 3 Der Einsatz beginnt


Heute ist es soweit. Die Status 3 Rallye 2026 erreicht ihren Höhepunkt. Der Wettkampftag beginnt. Nach dem Frühstück und ein paar letzten Worten durch die Orga wird ein sehr stressiger wenn auch unterhaltsamer und hoffentlich auch lustiger Tag vor uns liegen. Ein paar letzte Vorbereitungen wollen wir noch treffen. Hedwig braucht ein paar Liter Öl für den Motor, das Automatikgetriebe und die Servolenkung. An technischen Problem soll es heute definitiv nicht liegen wenn wir keine gute Platzierung erreichen.



Die Teamkleidung ist angelegt, Hedwig trägt ihre Startnummer und so warten wir nur noch auf die Übergabe des Umschlag mit den Aufgaben. Dieses Jahr sind es 32 Teams so dass die Ausgabe einen kurzen Moment dauert. Wir beschließen dass unser einziger und größter Trumpf gegenüber den meisten anderen Teams (bis auf drei andere Pkw) wohl unsere Geschwindigkeit ist. Die wollen wir jetzt einsetzen. Das Einsatzgebiet kennen wir schon seit Donnerstag, es reicht von Stevede bis Münster, und ist eher schmal und länglich. Wir wollen direkt bis ans andere Ende vom Einsatzgebiet fahren und uns dann wieder zurück zum Basislager vorarbeiten. 



Unsere Theorie ist das wir auf der leeren Autobahn flott voran kommen werden und gerüchteweise vor allen anderen Teams ankommen. Wenn sich irgendwelche Einsatzstellen in der Nähe befinden, dürfte dort noch niemand anderes sein und wir können den Einsatz direkt übernehmen. Das bringt zum einen ordentlich Punkte und zum anderen wollen wir einfach gerne möglichst alle Einsätze mitmachen, die sind es doch was die Status3 von einer normalen (Oldtimer)Rallye unterscheidet. Wie viele mögliche Einsätze es in diesem Jahr überhaupt geben wird wollte uns niemand verraten. Wir schätzen mindestens 4 Stück. Da dieses Jahr deutlich mehr Teams teilnehmen könnten es auch 5 oder 6 sein. 



Dank eines weiteren Teammitglied in diesem Jahr können wir relativ bequem während der Fahrt mehrere Aufgaben parallel erledigen. Einer fährt, einer navigiert und zwei Leute versuchen die Rätsel zu lösen und eine mögliche Route zu planen. Das breite Armaturenbrett von Hedwig kann und muss jetzt als Schreibtisch herhalten. So wie erhofft erhalten wir schon sehr bald nach unserer Ankunft einen Einsatz. In diesem Jahr nicht mehr über WhatsApp sondern über DIVERA24/7. Ob das besser funktioniert werden wir heute noch herausfinden. Jedenfalls sind wir so schnell am Einsatzort angekommen, dass noch nicht alles fertig aufgebaut ist. 



Die Zwangspause nutzen wir direkt sinnvoll und versuchen weitere Rätsel zu lösen und die nächsten Ziele zu finden. Im besten Falle hier in der Nähe und so das wir nicht kreuz und quer fahren müssen. Das kostet alles Zeit und davon haben wir heute einfach nicht viel. Bedingt durch unseren Platz beim gestrigen Qualifying müssen wir spätestens 17:25 wieder zurück am Basislager sein, sonst werden wir disqualifiziert. Der Wirkungsgrad aller Teammitglieder muss heute sehr hoch sein wenn wir eine Siegeschance haben wollen. Deshalb wird auch immer mit abgewogen wie viele Punkte die jeweilige Aufgabe bringt und ob sie einfach zu erreichen ist. 



Jetzt müssen wir erstmal mit einer historischen Handpumpe einen originalgetreuen Löschangriff auf ein brennendes Gebäude durchführen. Das heißt Trompetensignal geben, Flagge hissen, Aufgaben verteilen, Wassereimer schnappen und die Pumpe befüllen. Anschließend mit dem Einreißhaken das Gebäude öffnen und mit dem Schlauch das Feuer löschen. Wenn man sowas noch nicht gemacht hat ziemlich viele Schritte, aber es klappt eigentlich ganz gut und nach einem schnellen Abschiedsfoto sind wir auch schon wieder unterwegs. Genauer gesagt machen wir uns auf die Socken. Denn das ist unser Stichwort für die nächste Rätselaufgabe. Mit ein bisschen Recherchieren und Nachfragen im lokalen Sockeladen finden wir das Ziel und dokumentieren unseren Erfolg. 



So arbeiten wir uns immer weiter in Richtung Münster vor. Unterwegs sind wir dabei hauptsächlich auf Landstraßen und in kleinen Dörfern. Dabei sehen wir nicht nur viel von der Welt sondern auch viele Leute am Straßenrand unser Rallyeauto. Offensichtlich kennen nicht mehr so viele Leute die Ghostbusters Filme, zumindest ein Typ rief nur "Ghostrider!" als wir an ihm vorbei fuhren. Zumindest waren alle Verkehrsteilnehmer sehr verständnisvoll wenn wir mal wieder irgendwo am Straßenrand halten um ein schnelles Foto zu machen oder die Parkbuchten zu kurz sind und Hedwig halb auf der Straße steht. Wie die Teams mit den großen Lkws diese Probleme meistern können wir auch nicht sagen.



Egal, wir kommen weiter, zur nächsten Einsatzstelle. Unterwegs posieren wir noch schnell für ein Baustellen-Foto um einen Fahrradweg zu "reparieren" dann gilt es sich zu erinnern wie man einen Druckverband anlegt, wie ein Notruf richtig abgesetzt wird und wie sich an einer Unfallstelle zu verhalten ist. Vielleicht nicht so spektakulär wie der letzte Einsatz, aber etwas mit praktischem Bezug für den Alltag (und ordentlich Punkte bringt er auch). Fast so alltäglich wie einen Verband anzulegen ist unsere nächste Challenge; einen willigen Hochzeitspartner aufspüren und beim nächsten Standesamt eine (Schein)Ehe eingehen. Je mehr Hochzeitsgäste dabei anwesend sind, desto mehr Punkte bekommen wir. 




Sowas kostet natürlich erstmal Überwindung, irgendwelche wildfremden Menschen auf der Straße anzusprechen. Aber das gehört einfach dazu wenn man Erfolgreich sein will. Wie erfolgreich wir aktuell sind können wir nicht genau sagen. Außer einer Empfangsbestätigung von der Einsatzleitung erhalten wir keinerlei Rückmeldung. Gezählt wird im Hintergrund zwar jetzt schon, aber erst bei der Siegerehrung erfahren wir wie gut wir wirklich unterwegs waren. Im Zweifelsfall geben wir einfach unser bestes und schauen was wird. Spaß zu haben ist der wichtigste Punkt auf der Tagesordnung. Die Videos welche dabei entstehen und abgeschickt werden müssen sind der Lebende beweis dafür. 




Unser nächster Einsatz wurde vom THW auf dem Übungsgelände der BRH Rettungshundestaffel Münsterland begleitet. Irgendwo auf dem weitläufigen Trümmerfeld sind Gegenstände versteckt die wir alle in möglichst kurzer Zeit aufspüren müssen. In der Theorie keine schwere Aufgabe, aber die Verstecke waren nicht nur gut getarnt sondern auch noch schwer zugänglich. Aber auch das hält uns nicht auf. Inzwischen ist es schon Nachmittag und langsam läuft uns die Zeit davon. Darum fahren wir jetzt schnurstracks nach Münster rein um noch ein paar letzte Ziele zu erreichen, Challenges zu erledigen (Skatebordfahren mit der Trage aus Hedwig zum Beispiel) und ganz vielleicht noch einen Einsatz abzugreifen. 



Leider kam es dazu nicht mehr. Entweder sind wir schlicht zu weit weg vom Einsatzort gewesen oder wir haben Pech mit dem Timing und andere Teams waren gerade dort beschäftigt. Egal, jetzt sind wir erstmal wieder heile am Basislager angekommen. Ab jetzt können wir uns nur noch entspannen und abwarten wie die Siegerehrung verläuft. In der Zwischenzeit lösen wir noch schnell unseren Preis vom Vorabend ein: für einen wohltätigen Zweck haben wir ein Fotoshooting ersteigert. Selbstverständlich nicht von uns (wir sind schüchtern) sondern von unserem treuen Rallyeauto. Wie die Fotos geworden sind wissen wir bis jetzt noch nicht. 


Das finale Ergebnis für Team Ghostbusters lautet Platz 7. Damit sind wir gut zufrieden. Auf der einen Seite hatten wir natürlich große Hoffnungen mit mehr Mitgliedern besser und schneller zu sein, auf der anderen Seite ist die Konkurrenz auch nicht auf den Kopf gefallen. Mit etwas Glück sind wir auch im nächsten Jahr wieder mit von der Partie. Ob mit mehr oder weniger Teammitgliedern und mit oder ohne Hedwig können wir aber noch nicht sagen. Bis dahin bedanken wir uns bei der Orga und allen Helfern die in diesem Jahr unermüdlich gearbeitet haben um die Status 3 Rallye zu einem vollen Erfolg zu machen. 

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