Freitag, 7. August 2026

Ob er noch Mal durchkommt? Der Normalpassat bei der HU! (Teil 1)


So schnell sind zwei Jahre um - der Normalpassat muss wieder zur Hauptuntersuchung. Die Zeit vergeht wie im Flug. Beim letzten Mal sind wir noch mit einigen geringen Mängeln und - so zu sagen - mit einem blauen Auge davon gekommen. Was wird der Prüfingenieur wohl dieses Mal sagen? Aber lassen wir es dieses Mal doch einfach darauf ankommen, was der Prüfer findet. Dann haben wir immerhin eine Liste an Mängeln, die wir abarbeiten können. Eine zielführende Vorabsuche unterm Fahrzeug ist derzeit sowieso nicht möglich, da die Garage immer noch besetzt ist (siehe Artikel zum Schiffbruch im Vectra). Um es vorweg zu nehmen: So glimpflich kommt der Windsorblau-farbene Familien- und Alltagskombi nicht davon.



Schon beim Einsteigen des Prüfers und Beginn seiner Prüfroutine kam der erste gravierende Mangel zu Tage: Der Fahrersitz wackelt bedenklich hin und her. Die Sicherheit ist so nicht mehr gegeben. Eingefleischte VW-Fahrer wissen natürlich, was das zu bedeuten hat: Die Plastikgleiter, in denen der Sitz in den Schienen gleitet sind (mal wieder) aus ihrer Verankerung an der Gleitplatte gerutscht und nun wackelt der Sitz in den Führungsschienen, da er zu viel Spiel hat. Ein Punkt, der sich leicht beheben lässt, aber uns schon mal schlecht in die Karten spielt und keinen guten Eindruck beim Prüfer hinterlässt. 




Direkt danach kam aber schon der nächste Dämpfer. Beim Beleuchtungscheck musste er feststellen, dass die Standlichtbirnen defekt sind und auch beide Kennzeichenleuchten nicht leuchten. Die Nebelscheinwerfer leuchten außerdem zu tief. Das ist zwar nur ein geringer Mangel, wirft in Gänze jedoch kein gutes Licht auf den Passat. Immerhin ist es schon sehr peinlich, wenn an einem Fahrzeug nicht mal die Leuchtmittel gepflegt werden. In diesem Moment kriege ich schon ein schlechtes Gewissen, nicht vorher doch noch Mal selbst nachgeguckt zu haben. In zwei Jahren ändern wir das! Hoffentlich ist am Unterboden alles soweit in Ordnung. Vorher jedoch die Abgasuntersuchung. Hier bleiben uns keine Wünsche offen. Nach ein paar hochtourigen Sekunden, um den Katalysator auf Betriebstemperatur zu bringen, funktioniert die Lambdasonde einwandfrei und der Motor liefert hervorragende Abgaswerte. Das erste positive Feedback am heutigen Tag.




Bei der Kontrolle der Anschnallgurte hatte der Prüfer Probleme, die Türen zu öffnen. Mit diesem Fehler habe ich schon gerechnet, da seit einigen Wochen nur noch zwei der vier Türen öffnen. Ein typisches Passat-Problem dieser Baujahre. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich bereits die herausgerutschte Rollfeder in den Türgriffen eingesetzt und sogar eingeklebt habe, die den Öffnungsmechanismus in Position halten soll. Scheinbar wird es mal wieder Zeit, die Türgriffe auszubauen und die Rollfedern neu einzusetzen. Im Gefahrfall lassen sich so im derzeitigen Zustand die Türen nicht von außen öffnen. 
 


Das Fahrwerk hatte auch einiges an Mängeln zu bieten. Das Traggelenk vorne rechts ist ausgeschlagen, ebenso der Spurstangenkopf vorne links. Außerdem ist die Spurstangenmanschette vorne links gerissen. Man kann also doch feststellen, dass die letzten 120.000 Km seit der letzten Fahrwerksinstandsetzung im Jahr 2014 (also vor zehn Jahren) nicht spurlos am Passat vorbeigegangen sind. Hier müssen wir dringend nachbessern! 


Auch bei den Bremsleitungen wurde der Prüfer fündig. Zwar hatten wir vor acht und vor vier Jahren erst sämtliche Bremsleitungen erneuert und uns dabei einen sprichwörtlichen Wolf gebördelt und gebogen, haben damals aber auch nur die stark betroffenen Teilstücke ersetzt. Inzwischen hat auch die Bremsleitungsbrücke entlang der Hinterachse in Höhe des Benzinfilters hinten rechts erhebliche Korrosion angesetzt. Das muss auf jeden Fall auch behandelt werden. 


Bei der Hinterachsinspektion fiel sofort das Radlagerspiel auf beiden Seiten auf. Links war es noch im Rahmen der Toleranz aber rechts stark erhöht. Hier muss auf jeden Fall nachgebessert werden. Vermutlich haben sich seit der Reparatur der Hinterachsbremsen vor zwei Jahren die Lager gesetzt und müssen nun nochmals eingestellt werden. Eine leichte Sache. Wenn doch nur alle Fehler so einfach zu beheben wären. Aber der Prüfer suchte gründlich weiter und dann traf uns sogar beiden der Schlag! 


Der Prüfingenieur nahm sein Lieblingsspielzeug, den großen Schraubendreher und bohrte an einer auffälligen Stelle am Schweller, am Übergang zum Radlauf hinten rechts. Im Nu war der Schraubendreher versenkt! Die Schwellerendspitze ist total verrostet und das Oxidgebrösel wird nur noch aus den Resten des Unterbodenschutzes zusammengehalten. Der ölfeuchte Unterboden war dann nur noch ein i-Pünktchen im Mängelbericht. Eine neue Plakette bleibt uns aus nachvollziehbaren Gründen verwehrt und nun ist guter Rat teuer. Wie können wir binnen Vierwochenfrist bis zur Nachuntersuchung bloß alle Mängel beseitigen? 



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