Freitag, 11. September 2026

Ford Transit Mk1 Feuerwehr Restauration Teil 4


Das letzte Update ist auch schon wieder ein paar Monate her, jetzt haben wir  endlich Fordschritt beim Lackierer und sehen das Ergebnis. Bei so einem großen Fahrzeug sind einige Quadratmeter Karosserie zu bearbeiten, das dauert einfach ein bisschen länger als einen Kleinwagen zu lackieren. Apropos Kleinwagen lackieren, das wollen wir irgendwann auch noch mal machen. Aber dann bitte nicht in RAL3000 Feuerrot. So eine Farbe gehört nur auf echte Feuerwehrautos und vielleicht Sportwagen.



Beim letzten Mal war die Karosserie noch lange nicht lackierbereit. Erst mussten unzählige Dellen rausgedrückt und verspachtelt werden. Von den diversen Rostlöchern im Einstiegsbereich und an der Heckklappe sowie über den Radhäusern ganz zu schweigen. Das ist jetzt alles fertig und die eigentliche Lackiervorbereitung kann beginnen. Dafür kommt der Transit in die Lackierkabine und wird mit 400er Schleifpapier auf dem Exzenterschleifer rundherum angeschliffen. So hat der Füller einen optimalen Halt auf dem Untergrund und später löst sich nichts ab. Gerade bei sehr altem Lack der noch auf Lösemittelbasis ist kann man nicht einfach modernen Wasserbasislack drüber sprühen und erwarten das es funktioniert. 



Sobald der Füller getrocknet ist und wirklich alle letzten Unebenheiten noch entfernt wurden, kann die Grundierung aufgebracht werden. Das dauert bei der großen Fläche pauschal länger und man muss sich vorher Gedanken machen wie man überhaupt vorgehen soll. Das Dach ist so groß und hoch das nur von einer Leiter oder Gerüst gearbeitet werden kann. Dann wäre es natürlich sehr ärgerlich in den frischen Lack oder Grundierung an den Seiten direkt die ersten Macken zu schlagen wenn der Luftschlauch der Lackierpistole mal tief durchhängt. 



Genau darum wird der Transit in zwei  Etagen lackiert. Erst das Dach und dann der Rest. Das bedeutet natürlich mehr Arbeit beim Abkleben mit Folie und Papier, dafür kann man hinterher wesentlich entspannter lackieren und das ist einfach der wichtigste Punkt bei jeder guten Lackierung; die Vorbereitung entscheidet über das Endergebnis. Und wenn die Farbe erstmal drauf ist, kann man nicht mehr zurückgehen und irgendwas hin fummeln ohne nochmal viel neue Arbeit zu investieren. So oder so gehen etliche Arbeitsstunden dafür drauf, egal ob großes oder kleines Fahrzeug. Darum kosten Lackierungen auch immer direkt richtig Geld. 



Solange der Ford am Ende wieder so gut aussieht wie damals als er vom Fließband gerollt ist (oder noch besser) hat sich der ganze Aufwand trotzdem definitiv gelohnt. Das wissen wir jetzt aber noch nicht. Das Dach hat seine Grundierung bekommen und wartet auf den Lack. Damit die rote Lackierung richtig gut deckt sind ein paar Schichten erforderlich. Mit schwarzer Farbe wäre das nicht nötig. Henry Ford wusste schon warum er sein Model T nur in schwarz verkaufen wollte. Aber wir haben hier ein Feuerwehrauto und keinen Leichenwagen. Also muss es rot werden.



Allein für die Dachfläche gehen schon die ersten Kilos Lack durch die Pistole, gut das hier in der Lackiererei genug Nachschub angemischt werden kann. Mit der Sprühdose wäre sowas nicht einfach möglich. Sobald das Dach fertig lackiert und trocken ist, wird das Papier und die Folie entfernt und die andere Hälfte vom Auto eingepackt. Die Dachkante ist eine optimale Abgrenzung um das Auto in zwei Schritten zu lackieren und später keine deutlich sichtbare Kante zwischen den beiden Lackflächen zu sehen. 



Für ein Campingauto (was dieser Transit später werden soll) ist ein weißes Dach im Sommer vermutlich schlauer da es sich nicht so aufheizt. Aber das würde dem Anspruch dieser Restauration nicht gerecht werden; von außen soll der Ford später wieder wie ein richtiges Feuerwehrauto aussehen und nicht wie ein Wohnmobil. Warten wir mal ab wie gut dieser Plan am Ende der Reise wirklich umgesetzt werden konnte. In der Zwischenzeit wurde der untere Teil der Karosserie mit Grundierung und Farbe besprüht. In der beheizten Trockenkabine dauert es zum Glück nicht mehrere Tage bis alles durchgetrocknet ist. Dann kann der Ford endlich rausgerollt und ausgepackt werden. 



Selbst ohne Türen und Fenster sieht er jetzt schon um Welten besser aus als vorher. Vielleicht hätte man den alten Lack nochmal irgendwie mit viel Fleiß und Zeit in einen besseren Zustand bringen können, aber so gut wie die Neulackierung wäre es nie im Leben geworden. Von den diversen Beulen und Roststellen wo gar kein Lack mehr war ganz zu schweigen. Manchmal muss man einfach die große Hafenrundfahrt buchen um ein optimales Ergebnis zu bekommen. Nachdem die Lackierkabine frei gemacht ist, können auch die restlichen Anbauteile wie Kühlergrill, Motorhaube und die Türen lackiert werden. Hier muss zum Glück nichts mehr abgeklebt werden, dafür muss von allen Seiten Lack drauf gebracht werden. 



Andererseits sind die Teile in bequemer Arbeitshöhe aufgehängt so das keine Leiter gebraucht wird. Wieder so ein Vorteil wenn man in einer richtigen Lackiererei mit vernünftigem Werkzeug arbeitet. Ein paar Tage später ist alles fertig für den Semifinalen Zusammenbau. Dann sieht es auch wieder wie ein richtiges Auto aus und die Teile brauchen nicht mehr so viel Platz in der Halle. Wenn das Glas und alle Gummidichtungen eingebaut sind kann der Ford theoretisch auch wieder draußen geparkt werden. Aber dafür ist er eigentlich viel zu Schade mit seinem schicken neuen Anstrich.



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