Montag, 2. November 2026

Batterieprobleme im Jimny


Wir hatten fast genau ein Jahr Vorwarnung, seit dem die Werkstatt uns bei der letzten Inspektion darauf hingewiesen hat dass die Batterie im Jimny nicht mehr wirklich gut ist. Zu dem Zeitpunkt war sie knapp 7 Jahre alt und uns waren noch keinerlei Einbußen bei der Startleistung aufgefallen. Immerhin wird der Jimny täglich gefahren und im Schnitt fünf oder sechs mal pro Tag gestartet. Der letzte Zwischenfall bei der Rallye in Oelde hat uns jetzt eindringlich daran erinnert vielleicht doch mal etwas zu unternehmen.



Schließlich wollen wir kein Risiko eingehen und irgendwo mit dem Suzuki stranden. Selbst wenn wir Starthilfekabel im Kofferraum liegen haben ist es doch ziemlich nervig wenn es genau dort passiert wo gerade kein zweites Auto griffbereit ist. Bevor wir direkt gutes Geld für eine neue Batterie ausgeben, wollen wir dem originalen Akku noch eine faire Chance geben und hängen ihn erstmal über Nacht ans Ladegerät. Vielleicht war die Kühlbox auch einfach zu groß für so einen kleinen Stromspeicher. Mit dem Batterietester kriegen wir am nächsten Tag ein ziemlich eindeutiges Messergebnis angezeigt: "Replace" Aber wo sollen wir an einem Sonntag Mittag spontan eine neue Batterie bekommen?



Wäre es ein normales Auto mit einer normalen Batterie könnten wir sie aus einem der anderen Autos die hier auf dem Hof stehen stibitzen und sozialistisch umverteilen. Leider  hat der Jimny eine typisch japanische Kleinwagen-Batterie die eher in ein Motorrad als unter die Motorhaube eines Auto gehört. Selbst die Pannenhilfe vom ADAC dürfte so ein Krüppelformat nicht im Kofferraum haben. Aber wir haben vielleicht was passendes im Lager liegen. Irgendwie haben sich in den letzten Jahrzehnten ein paar neue und gebrauchte Autobatterien angesammelt die kein Zuhause haben. Hauptsächlich große Batterien aus Wohnmobilen und Lieferwagen die wir beim Camping als Energiequelle für die Kühlbox oder ähnliches nutzen (vielleicht hätten wir das bei der Rallye auch mal besser so gemacht). Und zufällig auch zwei japanische Modelle im Hochformat mit den dünnen Anschlusspolen.

 


Jetzt muss nur noch eine davon passen und hoffentlich auch noch funktionieren. Bei zweiterem sind wir begrenzt optimistisch, immerhin ist die eine der beiden Batterien schon seit zehn(!) Jahren in der Ecke herum nachdem wir sie mal fälschlicherweise gekauft haben und die andere seit zwei Jahren. Das ist schon eine lange Zeit, aber wir haben die Batterien halbwegs regelmäßig nachgeladen damit sie nicht völlig tiefentladen werden. Trotzdem verliert so eine Blei-Säure-Batterie selbst unter optimalen Temperatur & Lagerbedingungen durchs nicht-benutzen kontinuierlich an Leistung. Laut Testgerät haben beide Akkus noch weit über 60% des ursprünglichen Kälteprüfstrom - definitiv besser als was die aktuell verbaute Batterie im Jimny liefern kann. 



Dann schauen wir doch mal welche der beiden Batterien besser ins Auto passt. Von den Abmessungen passt die ältere und größere Batterie optimal, aber die Anordnung der Batteriepole ist leider falschherum. Und die Anschlusskabel sind nicht lang genug um die Batterie einfach um 180° gedreht einzubauen. Zum Glück passt die etwas kleinere, neuere Batterie auch und hat die korrekte Anordnung der Batteriepole. Diese sollte eigentlich unter die Motorhaube des grauen Hyundai i10 wandern bei dem wir vor gut zwei Jahren die Vorderachse erneuert haben. Leider hatte sie damals die falsche Größe und blieb stehen. Dafür nehmen wir sie jetzt um so gerner.



Der neue Akku ist deutlich kleiner als der Originale, hat 5Amperestunden weniger Kapazität und ca. 20% weniger Kälteprüfstrom. Aber eben immer noch deutlich besser als da war wir aktuell im Einsatz haben. Der Einbau geht schnell von der Hand; Motorhaube öffnen, Minus- und Pluspolkabel abschrauben (SW13) und den Niederhalter lösen (SW10). Jetzt kann die alte Batterie rausgehoben werden, was ohne Haltegriff nicht ganz so einfach ist wie bei anderen Designs, und der neue Energiespeicher in gleicher weise Installiert werden. Danach bleibt uns eigentlich nur noch ein kurzer Startversuch um sicher zu gehen das wir am Montag morgen wieder pünktlich zur Arbeit kommen werden. 



Unabhängig davon dass diese Batterie erstmal gut funktionieren wird, machen wir uns trotzdem Gedanken wie so ein Zwischenfall in Zukunft vermieden werden kann. Der erste und einfachste Indikator ist die Batteriespannung. Sowohl wenn die Batterie ruht, wenn der Motor gerade gestartet wird und wenn der Motor läuft und die Lichtmaschine Strom liefert. Statt eines separaten Voltmeter irgendwo im Armaturenbrett, wählen wir eine deutlich dezentere Lösung; ein neues USB Netzteil für den Zigarettenanzünder mit integrierter Spannungsanzeige. Theoretisch könnte man so die ganze Zeit beobachten ob eine Kühlbox oder andere Stromverbraucher den Akku schon so weit entladen haben dass ein Motorstart nicht mehr möglich ist. 



Wir behalten die ganze Nummer erstmal im Auge und schauen ob die neue alte Ersatzbatterie lange durchhalten wird. Sicherheitshalber klemmen wir Walter die Back-to-Life-Maschine auch mal wieder ans Ladegerät an. Der gelbe Kasten ist mittlerweile auch schon 11 Jahre alt und halt vermutlich seine beste Zeit hinter sich. Für zwei oder drei Startversuche hat er vor zwei Jahren noch genug Power gehabt, aber selbst dann braucht es einfach zu viel Platz um ihn permanent im Kofferraum vom Jimny spazieren zu fahren wenn drumherum alles mit Arbeitsklamotten und Kisten gefüllt ist. Dafür gibt es mittlerweile auch deutlich kompaktere Alternativen. Der integrierte Kompressor war zwar schon einige Male echt praktisch, aber der Suzuki hat ein vollwertiges Ersatzrad, das heißt es ist nicht lebenswichtig für uns.



Egal ob ein teures Premiumgerät oder die günstige Alternative aus dem Supermarkt; eine kompakte Powerbank findet im Auto immer irgendwo einen Platz. Wenn wir es schaffen die kaputte Noco Powerbank zu reaktivieren wäre das am allerbesten, schließlich hat der kleine Klotz schon erfolgreich große V8 Motoren mit über 7l Hubraum mehrfach hintereinander den nötigen Strom gespendet. Wir werden berichten ob das gelingt, ansonsten gibt es kleinere Teile ab rund 50€ im Netz. Hoffentlich brauchen wir so schnell keine erneute Starthilfe im Jimny.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Absenden eines Kommentars bestätigst du, die Datenschutzerklärung (https://schlagzeilenkaefer.blogspot.com/p/impressum.html) zur Kenntnis genommen zu haben.

Mit Absenden deines Kommentars werden Name, E-Mail, Kommentar, URL, IP-Adresse und Zeitstempel in einer Datenbank gespeichert. Du kannst Deine Kommentare natürlich später jederzeit wieder löschen lassen

Indem du mir einen Kommentar hinterlässt, erklärst du dich AUTOMATISCH mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden!

Dieser Blog ist mit Blogspot erstellt und wird von Google gehostet.
Es gelten die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen für Googleprodukte.