Der LTD war jetzt schon oft genug unterwegs. Heute soll der Fiesta mal unters Volk gebracht werden. Dafür müssen wir nur den Schmutz und Dreck der letzten vier Wochen Alltagsbetrieb abwaschen. Dann kommt der Kontrast von weißem Lack und den Roststellen noch besser zur Geltung. Unser Ziel ist das Gelände der Verkehrswacht Bielefeld auf dem heute zum vierten Mal das Old- & Youngtimertreffen der Dekra stattfindet. Mit dabei ist der rote VW Vento der jetzt ganz frisch und legal mit seinen neuen Felgen auf der Straße unterwegs ist.
Da wir nicht genau wissen wie viele Besucher hier heute auflaufen werden, wollen wir lieber nichts riskieren und kommen schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Start hier her. So haben wir freie Platzwahl und stehen nahe am Eingang. Auf diese Weise bekommen wir mit wer kommt und geht, ohne uns von unserem Auto weg zu bewegen. Dieses Dilemma haben wir irgendwie jedes mal bei solchen Veranstaltungen, auf der einen Seite wollen wir rumlaufen und sehen was alles hier herumsteht, aber wenn jemand zu unserem Auto kommt und wir nicht da sind können wir auch nicht ins Gespräch kommen. Vielleicht sollten wir uns einfach T-Shirts mit dem Foto vom jeweiligen Auto drucken lassen damit jeder weiß womit wir heute angefahren kommen.
Noch bevor die Uhr zehn schlägt, sind schon geschätzt 30 Fahrzeuge auf dem Gelände angekommen. Wenn das in diesem Tempo den ganzen Tag weitergeht bleiben wir gespannt ob irgendwann keine Parkplätze mehr frei sind. Wir füllen derweil unseren Teilnehmerzettel aus. Nur für den Fall das es jemanden interessiert was der Fiesta so unter der Haube hat. Tatsächlich kommt kurze Zeit später der Moderator dieser Veranstaltung an unserer Reihe vorbei und interviewt uns ein bisschen zu unseren fahrbaren Untersetzen. Auch nett, damit hätten wir heute sicherlich nicht gerechnet. Vielleicht sind einfach noch nicht genug andere interessante Fahrzeuge hier auf dem Platz. Auch wenn wir das nicht so recht glauben wollen.
Eines dieser wirklich interessanten Fahrzeuge war dieser 1932er Ford Model A Hot-Rod. Umgebaut auf einen Chevrolet V8 Motor und tiefergelegt an Vorder- und Hinterachse hat der Wagen das Potenzial deutlich schneller als die ursprünglichen 104km/h Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Wie uns der Fahrer erzählte macht das aber wirklich keinen Spaß und der Mut fehlte bis jetzt schneller als knapp 140 Sachen zu fahren. Belassen wir es dabei zu wissen das man schneller fahren könnte wenn man den wollen würde. Das ist ein Problem das wir zum Glück noch niemals hatten.
Wie wir so herumstehen und erzählen und immer weiter neue alte Autos, Lkws und Zweiräder auf das Gelände rollen ist schon fast eine Stunde rum. Zeit sich ein Erfrischungsgetränk zu besorgen und eine Runde zu gehen. Die Entourage ist schon wieder gewachsen und so haben wir eine eigene Fachjury um zu jedem Fahrzeug eine eigene Meinung bilden zu können. Egal ob fundiert oder nicht, wir geben unseren Senf dazu. Vielleicht ist es gar nicht schlecht das der Moderator schon weiter gewandert ist und uns niemand hier hören kann. Da die Fahrzeuge hier nicht großartig nach Modellen oder Baujahr sortiert sind ist für jeden irgend ein persönlicher Favorit dabei.
Ob wir lieber mit einem englischen Roadster, amerikanischen Pickup oder doch einem Reliant Robin Dreirad nach Hause fahren wollen würden ist eine schwere Frage die wir so schnell nicht beantworten können. Von daher ist es gar nicht schlimm wenn wir einfach weitergehen und lieber schauen was sonst noch so hier rum steht. Wie wäre es mit einem 1955er Buick Special 40 oder einem 1958 Chevrolet Bel-Air? Damit wird jede Fahrt zum Roadtrip, egal ob es in den Urlaub oder nur zur Burgerbude ist. Wir würden damit definitiv unseren Spaß haben.
Bei strahlendem Sonnenschein und nur ein paar Wolken sind die Temperaturen inzwischen schon etwas hoch für unseren Geschmack. Vielleicht hätten wir doch kurze Hosen anziehen sollen oder einen Faltpavillion einpacken so wie manche andere Teilnehmer hier. Dafür braucht es aber einen ausreichend großen Kofferraum. Wir müssen echt zusehen das Herschel wieder komplettiert und zurück auf die Straße gebracht wird. Aktuell arbeiten wir noch an Details vom Dachhimmel. Darüber berichten wir dann hoffentlich bald auch noch. Hier und heute wäre der 1979er Ford LTD definitiv ein Einzelstück gewesen. Wobei hier neben den üblichen Verdächtigen wie VW Käfer, BMW E30, Mercedes W124 und W123 wirklich viele einmalige Fahrzeuge stehen die wir sonst selten irgendwo herum stehen sehen.
Wie wäre es mit einem Pickup auf Volvo 240 Basis mit Sechszylinder Dieselmotor von VW. Dabei handelt es sich laut Eigentümer nicht um einen verrückten Eigenbau (das ist nur die Lackierung) sondern einen echten Prototypen von Volvo der auf unbekannten Pfaden seinen Weg von der Automesse in private Hände gefunden hat. Jetzt darf dieses Unikat zu besonderen Anlässen raus auf die Straße und in erster Linie für neugierige Blicke sorgen. Wenn das Wetter zu warm ist kann die Rückwand der Fahrerkabine wie bei einem Kombi nach oben geöffnet werden. Wer braucht da noch eine Klimaanlage?
Bevor wir zu unserem Fiesta zurückkehren schauen wir uns noch die Nutzfahrzeugabteilung an. Solch große Fahrzeuge zu kaufen, restaurieren und unterhalten kosten viel Zeit Geld und Leidenschaft. Mein größter Respekt gilt allen Menschen die diese Kolosse auf der Straße erhalten. Manchmal denke ich das wir sowas auch machen sollten. Aber wo parkt man bitte einen über 7m langen Wagen? Da müssten wir ja die ganze Garage leer räumen. Das ist leider keine Option. Aber so ein 50er Jahre Ford oder Mercury Leadsled mit gechopptem Dach und wilder Lackierung hätte definitiv noch Platz in unserer Hütte.
Solange das noch nicht der Fall ist, bleiben wir bei unseren alten und noch älteren Fords und kümmern uns darum das sie noch möglichst lange weiterlaufen werden. Auf dem Heimweg schafft es der Fiesta dann auch noch einen kleine Kilometergeburtstag zu feiern. 88888km stehen jetzt auf dem Zähler. Bis die 100,000km voll sind dauert es vielleicht noch ein paar Jahre, aber wir werden es ganz sicher noch erleben. Bis auf die hakelige Schaltung (seit dem Kupplungswechsel) und der etwas schwammigen Lenkung (neue Lenksäule liegt schon), müssen wir nur noch den Rost im Auge behalten. Und andere Verkehrsteilnehmer die unseren Floh vielleicht übersehen.



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