Montag, 4. Mai 2026

Beim Mai-Käfertreffen in Hannover 2026


Wer nicht weiß was er am 1. Mai unternehmen soll, könnte vielleicht mal nach Hannover kommen. Wir machen das schon seit etlichen Jahren so und freuen uns auch dieses Mal wieder beim Mai-Käfertreffen dabei zu sein. Leider immer noch ohne eigenen fahrbaren Untersatz aber das kommt irgendwann auch noch. Dafür kennen wir andere Leute die mit ihren (luftgekühlten) VWs dort waren. Besonders stilvoll im T1 Doka Langholztransporter. Damit ist man selbst in Hannover ziemlich einmalig unterwegs.



Da man mit so einer Rakete samt Anhänger nicht wirklich schnell auf der Autobahn unterwegs sein kann und gute Parkplätze schnell vergeben sind, musste die Anreise aus dem Emsland schon früh am morgen beginnen. Immerhin ist es dann noch nicht so heiß und auf der Strecke nicht viel los. Statt einer Klimaanlage hat der T1 Safarifenster vorne und Ausstellfenster hinten. Das muss einfach genügen. Ansonsten steht die Kühlbox mit Erfrischungsgetränken im Fußraum griffbereit. Solange der Motor durchhält sollte es kein Problem sein in unter 4h von der Küste bis Hannover zu kommen. 



Mit der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit eines (luftgekühlten) Volkswagen gesegnet, klappt das ohne Zwischenfälle. Jetzt nur noch in die Schlange vor der Einfahrt einreihen und warten bis es endlich auf die Stellfläche am Messegelände geht. Mit dem Anhänger braucht es etwas mehr Parkplatz, darum steht das Gespann weiter hinten und nicht direkt an der Bühne. Aber das ist in Ordnung so. Heute werden in jedem Fall genügend Kilometer zu Fuß abgespult. Die Sonne macht ihren Job schon jetzt eigentlich zu gut. Und schattige Plätze gibt es nur ein paar unter den Bäumen bei der Campingfläche und in den Pavillons der Verkaufsstände.



Während der Bulli schon abkühlen kann, ist der nächste VW aus dem weiteren Bekanntenkreis noch schwer am schuften um endlich ans Ziel zu kommen. Ein dunkelgrüner Karmann-Ghia aber das große Modell Typ 34 mit der Bügelfalte im Gesicht. Inoffiziellen Zählungen nach zu Urteilen waren heute mehr VW T1 Barndoor und VW Fridolin Typ 147 als von diesem Karmann-Ghia. Ob das für den exquisiten Geschmack des Fahrers, die schlechte Langzeitqualität oder die geringe gebaute Stückzahl dieser Baureihe spricht wollen wir jetzt auch nicht entscheiden. Aber schön das Fahrer und Fahrzeug es in einem Stück ohne Panne bis hier hin geschafft haben.



Nachdem die erste Reizüberflutung überstanden ist, bietet sich die Gelegenheit erstmal ein paar Meter zu gehen und die anderen Besucherfahrzeuge zu betrachten. Eine feste Sortierung nach Baujahren oder Modellen gibt es hier nicht. Wer früh kommt hat einfach mehr Platzauswahl. Natürlich kann man sich auch einfach vorher schon in Kolonne anrocken und sich nebeneinander aufstellen. Andersherum lernt man vielleicht neue interessante Menschen mit alten interessanten Autos kennen. Dafür fährt man doch zu so einem Treffen überhaupt erst hin. Oder um Ersatzteile zu kaufen. 



Das Teileangebot reicht wieder vom komplett neu aufgebauten Motor mit Hubraumvergrößerung auf dreistellige Leistung bis hin zur verrosteten Bodengruppe aus der gerüchteweise irgendwann nochmal ein komplettes Auto werden könnte wenn man nur genügend Zeit Geld und Teile zur Verfügung hat. Wir selbst sind aktuell und langfristig nicht in der Position uns darüber Gedanken machen zu müssen, aber zuhause wartet noch ein Käfer Cabriolet an dem wir hoffentlich mit schrauben werden. Für Ersatzteile ist es jetzt allerdings noch zu früh. Wir bräuchten nur ein paar gute Quellen für Tür- und Scheibenrahmendichtungen an einem gewissen Ford Transit Feuerwehrauto das gerade lackiert wird



Beim Lack scheiden sich auch hier die Geister. Auf der einen Seite stehen top restaurierte und perfekt lackierte Hochglanzexemplare die besser aussehen als sie damals vom Fließband gekommen sind und auf der anderen Seite Fahrzeuge die absichtlich möglichst schäbig und abgenutzt aussehen sollen. Irgendwo dazwischen liegen die Überlebenden mit größtenteils originalem Lack und mehr oder weniger starken Gebrauchsspuren. Uns wäre die letzte Kategorie am liebsten. Gut genug das man sich nicht verstecken muss aber ausreichend gealtert das auch mal unter einem Baum geparkt und über Schotterwege gefahren werden kann ohne direkt einen Herzinfarkt zu kriegen. 



Den kriegt man nur wenn man sieht was eine halbwegs gute Basis oder die gängigen Ersatzteile mittlerweile kosten sollen. Als billiger Einstiegs-Oldtimer oder Restaurationsprojekt zum Erfahrung sammeln ist so ein VW egal ob Käfer 1200 1302 1303 oder Transporter T2 T3 T4 inzwischen leider keine Option bzw. Empfehlung mehr. Entweder man nimmt richtig Geld in die Hand und kauft was ordentliches oder man darf sich auf wochenlange Blecharbeiten und Ersatzteilbeschaffung gefasst machen. Immerhin hat man in jedem Fall am Ende ein schönes Auto das viel Spaß beim fahren machen kann und gemessen an seinem Alter noch (Sommer-)Alltagstauglich ist. 



Unsere persönlichen Favoriten waren die beiden Baja-Käfer, das viertürige Käfer Taxi aus der Grundmann Sammlung (darin durften wir schon mal probesitzen) und der dakarmäßig aufgerüstete Porsche 914. Mit dicken Stollenreifen auf Chromfelgen und mit einer Schaufel auf der Motorhaube hat man einen geländegängigen Sportwagen der selbst auf einem der größten VW Treffen einfach einzigartig ist. Und das ist schon eine Leistung wenn man sich das Umfeld so anschaut. 

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