Noch ist Herschels Innenraum nicht wieder komplett zusammengebaut. Aber so provisorisch fixiert sollte es trotzdem erstmal für einen Tagesausflug reichen. Schließlich sind wir auf einen Geburtstagsbrunch mit anschließender Oldtimertour zum Treffen nach Boke eingeladen. Das wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen, Immerhin ist der LTD gewaschen und vollgetankt ansonsten Startklar für heute. Mit dabei ist P.U.B. mit seinem 1967 Pontiac Firebird Cabrio - trotz Problemen mit der Lichtmaschine- um das gute Wetter zu nutzen.
Vom Heimathafen sind es über Land gute 45 Minuten bis nach Paderborn. Da es morgens noch etwas frisch ist bleibt das Verdeck bis auf weiteres geschlossen. Hauptsache die Sonne kommt gleich raus und mit ihr viele weitere Oldtimer. Bei unserer Ankunft um kurz nach Zehn sind es vielleicht ein halbes Dutzend. Aber das soll sich gleich wohl noch ändern. Das Buffett ist schon im Aufbau befindlich und der Kaffee kocht vor sich hin. Alles für einen guten Start in den Tag. Neben uns reihen sich ein 66er Ford Mustang, ein alter Mini Kombi und ein Thunderbird ein. Optimale Gesellschaft wie wir finden.
Ein paar altbekannte und einige neue Gesichter sind ebenfalls vor Ort. So kann man sich direkt unterhalten und das Frühstück einverleiben. Sympathisch. Anschließend drehen wir noch eine Runde über die Ausstellungsfläche und schauen und neue Wohnwagen anschauen die leider über unserem Budget liegen. Aber Träumen ist ja noch erlaubt. Vielleicht brauchen wir irgendwann doch noch eine Anhängekupplung für den LTD. Möglich wäre es ja. Irgendwann ist jeder Satt und alle Startklar für die Reise nach Boke zum 10. Oldtimertreffen. Aber nicht bevor noch ein Abschieds-Gruppenfoto auf einem großen Parkplatz gemacht ist. So viele verschiedene Modelle und Baujahre auf einem (privaten) Haufen sieht man auch nicht jeden Tag.
Die Fahrt ist weder lang noch weit, aber mit einem Dutzend Amischlitten und Oldtimern in Kolonne Richtung Sonne macht es trotzdem viel Spaß durch die Landschaft zu rollern. Bis auf eine kleine Ehrenrunde durch Boke bis zum nächsten Dorf und wieder zurück kommen wir tatsächlich gut an. Leider oder zum Glück kommen uns auf den letzten Kilometern immer mehr Oldtimer entgegen. Das heißt das Treffen neigt sich schon wieder (für manche) dem Ende entgegen und wir haben tendenziell weniger andere Autos zum anschauen. Andererseits bedeutet das für uns sind mit großer Wahrscheinlichkeit genügend freie Parkplätze vorhanden.
Da es für Amischlitten einen separaten Parkbereich auf dem Gelände gibt stehen wir fast vollständig wieder auf einem Haufen. Noch kurz ein paar Worte ausgetauscht und dann wollen wir möglichst viel vom Boke Treffen mitnehmen bevor alles vorbei ist. Dabei rächt es sich natürlich wieder das hier auf den ersten Metern gleich wieder ein Haufen interessante Vehikel stehen und man sich wunderbar (stundenlang) mit den Fahrern unterhalten kann. So kommen wir einfach nicht weiter. Und durstig sind wir auch. Da waren sie wieder unsere drei Probleme. Trotzdem bereuen wir in keinster Weise hier her gekommen zu sein. Das was wir von hier aus sehen können sieht schon ziemlich vielversprechend aus.
Auch wenn das Gelände ein bisschen nach Schwerpunkten sortiert ist, also Militärfahrzeuge, Luftgekühlte, Landmaschinen und Zweiräder, sieht man hier eine sehr bunte Mischung von allen Dingen mit Rädern dran. So steht auch mal ein Mercedes Adenauer neben einem Opel Corsa oder ein Ford Taunus neben einer Ente. Hier nichts zu finden das den eigenen Geschmack trifft sollte ziemlich unmöglich sein. Unser Favorit wäre vermutlich der schwarze VW Iltis in Zivilversion. Einfach nur weil das wieder so ein Auto ist das ganz viele Eigenschaften vereint und trotzdem relativ selten ist.
Alternativ der Porsche 964 Targa der niederländischen Polizei. Offiziell wurden diese Sportwagen damals für den Dienst angeschafft weil man so schön im stehen vom Fahrersitz durchs offene Verdeck den Verkehr dirigieren kann und weil sie mit dem luftgekühlten Motor auch im Winter zuverlässig funktionieren. Man muss sich das ganze einfach nur schönrechnen und auf die besonderen Eigenschaften des Fahrzeug konzentrieren. Genau so machen wir das auch immer wenn ein neues Investment getätigt werden soll. Aber im Moment ist in der Richtung nichts geplant. Zumindest wenn man die Rohstoffpreise betrachtet.
Dieses Problem dürften die Fahrer dieser beiden ungleichen Vehikel auch haben. Ein Schlüter 2500VL Schlepper mit 11.4l Dieselmotor der allein schon schwerer ist als manche Autos die heute hier waren. Daneben versteckt sich ein schlichter englischer Kompaktwagen aus dem Hause Rolls-Royce Modell Typ Silver Cloud mit Hubräumen zwischen 4.9 und 6.2 Liter. Gemessen am Preis sollte der Spritverbrauch für den Eigner nicht mehr die schlimmste Nachricht des Tages sein. Zumindest solange er im Windschatten vom Schlüter parkt und das Dach niedriger als die Reifen vom Trecker sind. Welchen von beiden wir lieber mit nach Hause nehmen würden wäre eine Frage die man gar nicht so leicht beantworten kann.
Wären wir ein paar Stunden eher da gewesen hätten wir auf der Wiese vor und um die Kirche noch jede Menge weitere schöne Blechkisten aus den letzten 80 Jahren bewundern können. Im nächsten Jahr müssen wir hier unbedingt wieder hin kommen, aber dann gerüchteweise schon früher am Tag. Das ist immer wieder das selbe Problem wenn man an einem Tag zu mehreren Veranstaltungen hin fahren will. Irgendwo verpasst man immer etwas. Darum entscheidet man sich besser direkt für ein Ziel und bleibt dann auch dort. In Herschels Kofferraum wäre auch genug Platz für Klappstühle und Kühlbox um den ganzen Sonntag zu überstehen. Diesen Luxus haben längst nicht alle Teilnehmer die heute hier waren.










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