Montag, 13. Juli 2026

Honda Shadow VT750 RC44 Motor einbauen


Seit drei Monaten steht die Honda Shadow jetzt schon wieder zerlegt im Wohnzimmer ohne das irgendwas großartig fertig geworden ist. Heute wollen wir mal Fortschritte erzielen. So langsam steigt die Zahl der kaputten Fahrzeuge bei Familie K schon wieder auf ein unerträgliches Maß. Egal ob Getriebeschaden am Bulli, Radlager am Peugeot, doppelter Reifenschaden am Audi A4 Cabrio oder diverse Baustellen am Chevrolet R30 Dually. Trotzdem steht heute das Motorrad im Vordergrund.

 


Geplant ist heute den Motor wieder in den Rahmen zu setzen und die Hinterradschwinge anzubauen so das der Brocken wieder nach einem Motorrad aussieht und rollfähig ist. Beim letzten Mal haben wir die neue Kupplung eingebaut und den Motor einbaufertig gemacht. Zumindest soweit wie unsere Ersatzteilevorräte und Werkzeug es erlaubt haben. Die neuen Zündkerzen haben eine andere Schlüsselweite und wir besitzen hier keine passende Stecknuss. Das müssen wir dann einfach später machen wenn der Motor im Rahmen hängt. So schlimm ist das auch nicht. 



Idealerweise hat man wieder drei Leute zusammen um den Motor einzusetzen. Zwei Leute halten den Motor in Position und der Dritte steckt die Halteschrauben vorne und hinten durch die Löcher. In Anbetracht des Gewicht wäre es sehr unvorteilhaft wenn die Operation schief geht und der Motor abstürzt. Aber alles ist glatt gegangen und das Motorrad hat wieder einen Motor. Dann fehlt nur noch das (Hinter)Rad. Bevor dieses sam der Schwinge wieder an den Rahmen kann, müssen wir uns noch um eine kaputte Schraube an der Stoßdämpferaufnahme kümmern. Parallel werden schon mal die Anbauteile und Schläuche vom alten an den neuen Wasserkühler gewechselt. Jeder kleine Schritt nach vorne bringt uns dem Ziel näher. 



Um die abgebrochene Schraube zu reparieren gibt es mehrere Optionen. Wir könnten versuchen eine Mutter auf den Stumpf zu schweißen und die alte Schraube rauszudrehen. Oder wir bohren die alte Schraube aus und versuchen sie mit einem Linksausdreher zu lösen. Oder wir bohren ein neues Loch und schneiden ein neues Gewinde. Unser Plan ist erstmal die Ausbohr-Methode zu testen. Falls wir es nicht schaffen oder unser neues Loch nicht perfekt mittig in der alten Schraube ist, können wir immer noch das Loch eine Nummer größer bohren und ein neues Gewinde rein schneiden, notfalls mit einem Reparaturgewindeeinsatz damit wieder eine originale Schraube benutzt werden kann. Tatsächlich klappt es die alte Schraube auszubohren ohne das originale Gewinde zu zerstören. 



Dann können wir die Schwinge jetzt wieder aufrichten (im liegen lässt sich leichter Bohren) und an den Rahmen schrauben. Die große Schraube welche die Schwinge am Rahmen hält, trägt auch den Motor mit, darum brauchen wir jetzt nochmal ein bis zwei Paar weitere helfende Hände um alles sauber einzupassen. Erst dann kann die Schraube inklusive Sicherungsmutter festgezogen werden. Im selben Arbeitsschritt legen wir auch noch die Kette aufs Ritzel auf. Sobald die hinteren Stoßdämpfer bzw. Federbeine auch wieder eingebaut sind kann die Maschine wieder auf eigenen Füßen stehen. Aber halt, der Seitenständer fehlt ja auch noch.

 



Diese wird zusammen mit dem Sicherheitsschalter an den Rahmen geschraubt welcher dafür sorgt das man nicht mit ausgeklapptem Ständer losfahren kann. Der Dazugehörige Kabelbaum muss wieder an seinen alten Platz gebracht werden damit er überhaupt lang genug ist. Das selbe gilt für den restlichen Kabelbaum. Speziell die Leitungen zum Anlasser, das Massekabel am Motorblock, das Zündschloss und die Batterie haben uns doch ein bisschen Zeit und Nerven gekostet bis alles passt. Die vielen Fotos welche bei der Demontage (im März!) gemacht wurden, zahlen sich jetzt definitiv aus. Solche Details stehen einfach in keinem Werkstattbuch. 




Apropos Kabelbaum. Bei der Demontage haben wir festgestellt dass der Stecker von der Lichtmaschine zum Laderegler komplett verschmort ist. Das selbe Problem hatten wir vor ein paar Jahren schonmal ganz ähnlich bei einer anderen Honda Shadow. Mangels passendem Originalstecker müssen wir jetzt eine etwas weniger elegante Reparaturlösung nehmen; Rundstecker aus dem Zubehör. Unser Vorteil ist dass es keine Rolle spielt wie die drei gelben Kabel von der Lichtmaschine mit dem Laderegler verbunden werden. Da es sich um Drehstrom handelt wechselt die Polarität sowieso andauern. Also einfach die alten Stecker abknipsen, Kabel abisolieren und neue Enden aufcrimpen. Nicht ganz unser Geschmack aber funktional und auf einem Niveau mit der restlichen Elektroinstallation an dieser Honda.



Parallel wurde auf der anderen Seite vom Motorrad schon fleißig daran gearbeitet den Motor bald wieder starten zu können. Also einmal ein neuer Benzinfilter und Ölfilter montiert. Nur auf das Öl warten wir jetzt erstmal noch. Wer weiß ob wir nochmal irgendwas zerlegen und öffnen müssen. Immerhin kommt man jetzt super an alles dran. Nebenbei wird noch das Schaltgestänge eingebaut. In Neutralstellung zeigt der kleine Hebel am Getriebe senkrecht nach unten. Jetzt sind wir für heute eigentlich schon wieder fast fertig. Mangels Werkzeug und Ersatzteilen bleibt uns nur noch eine letzte Aufgabe offen: das Kühlsystem durchspülen. 



Schon beim zerlegen des Kühlsystem ist uns aufgefallen dass im Motor sehr viel Schmutz und Ablagerungen sind. Das sollten wir nach Möglichkeit irgendwie aus dem Kühlsystem rausspülen bevor uns der neue Kühler wieder verstopft. Als einfachste Methode hat sich dafür ein Gartenschlauch erwiesen. Da im Motor ohnehin kein Frostschutzmittel mehr ist (was auch den Rost erklärt) spricht nichts dagegen. Aber bitte nicht in der Wohnung sondern draußen im Hof. Da noch kein Thermostatgehäuse montiert ist gibt es gleich drei offene Leitungen durch die Wasser rein und raus fließen kann. Darauf sollten wir achten damit nicht versehentlich etwas in den Vergaser oder Zündkerzenschacht läuft. 



Leider läuft bei diesem Motor das Wasser auch an anderen Stellen raus. Dort wo er eigentlich wasserdicht sein sollte. Genau zwischen den beiden Zylindern befindet sich eine kurze starre Wasserleitung, die undicht ist. Kurzzeitig waren wir schon in Panik weil es ganz danach aussah dass die Zylinder dafür demontiert werden müssen. Letztendlich waren die Ingenieure von Honda wieder ziemlich schlau. Mit sehr viel Fummelei gelingt es die alten steinharten O-Ringe gegen Neue auszutauschen. Dann wollen wir es gleich nochmal probieren. 



Nur kommt jetzt an anderer Stelle Wasser raus. Ganz offensichtlich ist eines der verchromten Anschlussröhrchen für die Wasserschläuche am hinteren Zylinderkopf durchgerostet. Also müssen wir auch dieses ausbauen und neu bestellen. Immerhin das hat heute auch noch funktioniert. Sobald die neuen Teile und Dichtungen eingetroffen sind geht es weiter. Den Einbau machen wir dann hoffentlich bei unserem nächsten Statusupdate.

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