Montag, 25. März 2013

Ein Blick in die Historie

Beim Wühlen in unserem Diapositivarchiv fanden sich sehr schöne Aufnahmen. Unter anderem das Folgende. Es zeigt meinen Großvater (in der Mitte) zusammen mit meinen beiden Onkel an offener Motorhaube. Die Aufnahme muss nach Schätzungen meines Vaters etwa um 1984 entstanden sein. 

So schön kann das Basteln am Auto sein


Mein Großvater war gelernter KFZ-Mechaniker und hat im gesamten Familien- und Bekanntenkreis stets bei Problemen und Servicearbeiten am Fahrzeug weiterhelfen und Hand anlegen können. Warum allerdings die drei dieses eine Mal zusammen an der Motorhaube standen, konnte sich keiner mehr erinnern. Allerdings ist es auch schon gut dreißig Jahre her. 

Vor dreißig Jahren sah die Technik auch noch anders aus. Kaum zu vergleichen mit dem heutigen Stand der Dinge. Auf dem Bild ist auch gut zu erkennen, dass die beiden Autos keinen zweiten Außenspiegel haben. Der war damals noch nicht vorgeschrieben. Auch die Farbauswahl der Karosserie lässt auch Nachwirkungen der 1970er Jahre vermuten. Braun und grün waren schwer im Trend. Genau wie die beplüschten Sitze im Innenraum. Unter der Motorhaube war noch viel Platz zum Handtieren und Arbeiten. Ein Steuergerät und nervenaufreibende Elektronik sowie ein Radio waren nicht verbaut. Die Batterie musste also nur die Zündanlage versorgen und fiel dementsprechend klein aus. Die wenigen Kabel die also verlegt wurden mussten nicht mit dem CAN-Bus System bestückt werden. Vermutlich etwas um 45 Amperstunden. Ein Vergaser bereitete das Gemisch auf und leitete das Gemisch in das Motorinnere weiter, wo es dann verbrannt wurde. Im Winter musste man noch einen Choke ziehen, um das Gemisch anzufetten. Eine Servolenkung fehlt ebenfalls. Große Rudermanöver sind die Folge. Zentralverriegelung gab es auch nicht, ebenso Funkfernbedienungen. Hier funktionier alles mechanisch und von Hand. Die Reifengröße war mit 13 Zoll auch eher bescheiden. Aktive Sicherheitseinrichtungen gab es damals noch nicht und auch der Airbag als passive Sicherheitseinrichtung gab es nur bei Oberklassefahrzeugen gegen Aufpreis.

Was sich allerdings damals schon durchgesetzt hatte waren die Kopfstützen und die Anschnallgurte vorne. Die Anschnallpflicht für die hintere Sitzbank folgte erst später. Außerdem vorhanden war das Zweikreisbremssystem mit einem Bremskraftverstärker und eine Drehstromlichtmaschine. Die beheizbare Heckscheibe war oftmals schon seriemäßig integriert. Insgesamt wirkt sich das Nichtvorhandensein der neueren Technik auch auf Gewicht und Ausmaße aus. Mit knapp einer Tonne ist der Ascona auf dem Bild ein richtiges Leichtgewicht.

Was waren das für Zeiten, als diese technischen Errungenschaften noch Aufpreis kosteten oder noch nicht entwickelt waren. Es wird deutlich, was sich in den vergangenen dreißig Jahren alles so im Automobilwesen geändert hat. Wenn man sich die heutigen Assistenzsysteme anschaut, so gleicht ein Auto mehr einem Computer und weniger einer Maschine. Daher war mein Großvater auch KFZ-Mechaniker und nicht wie heute üblich Mechatroniker. Was er wohl sagen würde, wenn er die heutigen Autos noch erleben könnte?

4 Kommentare:

  1. In der Rechnung für den Golf II von meinem Opa steht ein aufpreispflichtiger rechter Außenspiegel. Wie die Zeiten sich ändern.

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  2. Ja, beim Golf war das Mitte der 80er Jahre auch noch üblich. Aber spannend wird es ja, wenn wir uns mal das braune Auto links im Bild angucken. Was meint ihr, was für ein Fahrzeug das ist? Ich wäre nicht darauf gekommen, wenn ich nicht meinen Vater gefragt hätte. Ratet doch mal ;-)

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  3. Für mich sehen die doch alle (fast) gleich aus. Also ab ins blaue geraten: Mecedes. Jetzt krieg ich sicher einen auf den Deckel. Kann Comickus uns helfen?

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  4. Ohne unterstützung wäre ich wohl nicht auf die Antwort gekommen. Dazu muss aber auch gesagt werden das dieses Modell in Deutschland jetzt nicht soo der kassenschlager war. Trotzdem handelt es sich eindeutig um einen frühen Mitsubishi Lancer der zweiten Generation.

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