Montag, 16. Februar 2026

Ersatzteile aus dem Drucker - die Lösung für ungeduldige?


Wer ein älteres (um die Jahrtausendwende) Auto fährt kennt das Problem mit den vielen kleinen Plastikteilen die schon nach 25 Jahren einfach zerbröseln und plötzlich funktioniert das halbe Auto nicht mehr. Beim Teiledealer bekommt man außer einem mittleidigen Blick leider keine Hilfe. Nur die Empfehlung im Netz nach gebrauchten Teilen zu suchen die vielleicht oder vielleicht nicht schon bei der Demontage aus dem Spenderfahrzeug die ersten Haarrisse bekommen haben. Wie wäre es stattdessen die benötigen Teile einfach selbst herzustellen?


Und damit meinen wir nicht aus Metall oder Holz nachschnitzen sondern im 3D-Drucker eine hoffentlich perfekte Reproduktion anzufertigen. Aus aktuellem Anlass brauchen wir genau sowas für ein Auto das eigentlich noch viel zu jung ist um zu den üblichen Verdächtigen zu gehören; mein 2019er Suzuki Jimny. Beim Wechsel der Kupplung vor einem Monat ging ein kleiner aber wichtiger Plastikring kaputt welcher den Schalthebel im Getriebe fixierten soll. Ohne dieses Teil wandert der ganze Hebel bei jedem schnelleren Schaltvorgang einfach nach oben aus dem Getriebe raus. 



Das ist nicht nur super nervig sondern kann auch echt gefährlich werden wenn man plötzlich mitten auf der Straße steht und nicht mehr weiterkommt. Natürlich führt der erste Gang (oder Fahrt im Ersatzauto) direkt zum nächsten Suzuki Servicepartner um Ersatz zu bestellen. Tatsächlich kostet das Teilchen auch nur knapp 17€, damit können wir gut leben. Was uns gar nicht passt ist die voraussichtliche Lieferzeit: unbekannt - Teil im Rückstand. Von zwei Tagen bis zwei Wochen ist alles möglich. Und wenn wir an die Lieferzeiten für den Hauptkabelbaum damals als der Wagen brandneu war denken, leider auch sehr wahrscheinlich. 



Die Trümmerteile mit Sekundenkleber wieder zusammen zu bringen wurde kurz diskutiert und als nicht haltbar abgelehnt. Dann müssen wir wohl externe Hilfe hinzuziehen, genauer gesagt den Fahrer des Panda-MR2, der hat gerade ein eigenes größeres Projekt am laufen und dafür nicht nur einen 3D-Drucker sondern auch noch einen 3D-Scanner angeschafft. Damit sollte es möglich sein ein passendes Ersatzteil anzufertigen. Solange es irgendwie funktioniert sind wir schon glücklich. Es soll ja nicht für immer halten sondern nur bis das richtige Ersatzteil endlich lieferbar ist. 



So fahren wir am Dienstag Abend ein paar Dörfer weiter zur Herrn N. um das kaputte Teil erstmal einzuscannen und danach im CAD Programm nochmal etwas glatt zu ziehen und für die Schrumpfrate vom verwendeten Material entsprechend größer zu skalieren. Mit Mattierungsspray auf der Oberfläche klappt es im zweiten Anlauf noch besser die genaue Form der Absätze, Innenradien und Haltenasen zu erfassen. Insgesamt dauert die Vorbereitung gute 3,5h Stunden. Der Druckvorgang selbst nochmal ähnlich lange wobei sicherheitshalber gleich zwei Stück gedruckt werden. Nur für den Fall das wir beim Einbau wieder irgendwas kaputt machen.



Für einen ersten Test haben wir den Schalthebel gleich mitgebracht. Der Innenradius passt schon mal soweit das die Kugel vom Hebel halbwegs stramm festgehalten wird. Jetzt muss das ganze Ensemble nur noch ins Loch vom Getriebe passen. Das probieren wir natürlich direkt aus nachdem wir wieder zuhause angekommen ist. Tatsächlich ist unser Nachbauteil minimal kleiner als das Loch und lässt sich ohne Gewalt einsetzen. Nachdem es richtigherum gedreht ist, passen die Haltenasen auch zu ihren entsprechenden Löchern. Nur noch die vordere und hintere Führungsschraube eindrehen und dann folgt die erste Probefahrt. Tatsächlich sitzt der Schalthebel jetzt so fest im Getriebe das er nicht mehr nach oben rauswandern kann. Trotzdem hat die ganze Schaltung irgendwie noch immer verdammt viel Spiel.

 



So wie es aussieht ist weiter unten noch eine Plastikbuchse ebenfalls lose oder kaputt. Vielleicht müssen wir hier auch noch für Ersatz sorgen. Warten wir mal ab was Suzuki liefern kann. Möglicherweise entwickelt sich ja ein richtiges Geschäftsfeld für Suzuki Plastikteile. Für die kaputten Hauptscheinwerfer unseres Opel Omega konnten wir im Netz für relativ viel Geld auf diese Weise perfekt passende Teile zügig geliefert bekommen. Und für den neuen Schnorchel am Jimny konnten wir im Netz einen Bauplan kaufen um uns daheim einen Windabweiser auszudrucken. Der Normalpassat könnte eventuell auch ein paar neue Hebel und Zahnräder für die Klimaautomatik gebrauchen...

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