Montag, 18. Juli 2016

Teil 19: Ein Jahr Kobold {#JakastersKobold}

Nun ist es schon ein Jahr her, dass wir mit dem Omega ins ungewisse gestartet sind. Ich wusste noch keine 48 Stunden zuvor, dass ich ein Auto bekommen würde und schon gar nicht wusste ich, dass Tatti bald meiner ist. Tatti, ja so hieß der Kobold als er noch mit Karo wohnte. Am Freitagabend ging es dann ans "Abenteuer eigenes Auto". Nach einem Jahr wird es nun Zeit einmal Bilanz zu ziehen. Was haben wir erlebt, was war kaputt und was kostet der Spaß eigentlich?



Was passiert bis man endlich fahren kann?

So einiges würde ich mal sagen. Erstmal muss (im Normalfall) ein Auto gefunden, angesehen, probegefahren und dann gekauft werden. Bei mir war das ja ein bisschen anders, denn mein Bruder wusste, dass Tatti ein neues Zuhause sucht und hat gleich an mich gedacht, da er den Wagen kannte haben wir sofort gekauft.

Da Tatti/Kobold abgemeldet war und die Papiere nicht mehr rechtzeitig angekommen wäre (ja, man könnte das Auto auch vor dem Abholen anmelden und dann direkt nach Hause fahren), mussten wir einen Hänger besorgen um den kleinen Clio von Niedersachsen nach OWL zu bringen. Ein Zugfahrzeug hatten wir zum Glück, sonst müsste man auch dieses noch besorgen.

Ein bisschen Grundausstattung sollte vielleicht auch da sein. Dazu hatte ich damals ja einen eigenen Post geschrieben und meine Checkliste geteilt. Inzwischen ist noch ein bisschen was dazu gekommen, aber wie das so mit den Bedürfnissen ist: Sie ändern sich und jeder hat andere. Bei mir gehört ein Schuhanzieher dazu, denn mit den Arbeitsschuhen fahre ich nur sehr ungerne und die Lieblingsschuhe sind ohne nur schwer anzuziehen. Unbedingt dazu gehört aber ein Warndreieck, Verbandskasten, Warnweste und Parkscheibe.


Zum Fahren braucht man Kennzeichen, die bekommt man bei der Anmeldung aber nur, wenn man eine Versicherung vorweisen kann. Das wäre also der erste Schritt. In meinem Fall kam zwangsläufig noch eine Mitgliedschaft beim ADAC dazu. Während die Kosten für die Zulassung einmalig sind sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass Versicherung, Steuern und Mitgliedschaft jährlich fällig werden.

Bis zur ersten Fahrt fallen also folgende Kosten an:
- Kaufpreis
- ggf. Überführung
- nötigstes Zubehör
- Versicherung
- Steuern
- ggf. ADAC-Mitgliedschaft
- Gebühren bei der Zulassungsstelle
- Kennzeichen



Freud und Leid des Autofahrerlebens

Nachdem meine Kennzeichen dran waren, alles eingeräumt war und ich fleißig genäht hatte (ja, mein Auto sollte hübsch sein) gab es da noch ein paar Punkte, die unbedingt angegangen werden wollten.

Bekannt war die defekte Klimaanlage, eine riesige Macke auf der Beifahrerseite und ein defekter Heckscheibenwischer. Statt sich an diesen Zustand zu gewöhnen war es der Plan diese Missstände so schnell wie möglich zu beseitigen. Fehlt nur das Kühlmittel ist es einfach, ist mehr kaputt kann es etwas teurer werden und eines ist sicher: Ein Besuch beim Lackierer tut dem Portemonnaie immer weh, besonders wenn es sich um Pearleffektlack handelt. Dank netter Freunde war aber auch dies noch bezahlbar.

Nach diesen bekannten Macken kamen im Laufe des Jahres aber noch einige weitere dazu. Die Auspuffgummis sind spröde (und werden bald getauscht, die Teile sind schon da), der Krümmer war gerissen, der Geschwindigkeitssensor hatte so gar keine Lust mehr zu arbeiten, die Antenne war festgegammelt und ließ sich für die Waschanlage nicht entfernen, Zündkerzen, Scheibenwischer, Luftfilter, Innenraumfilter, Benzinfilter hatten einen Wechsel nötig. Zu allem Überfluss brach noch eine Feder an der Vorderachse und beim Tauschen fiel auf, dass auch die Stoßdämpfer und einiges anders das Ende der Lebensdauer erreicht hat. In diesem Sommer steht also noch einiges an.


Neben den unerwarteten Reparaturen gibt es aber auch noch einiges, was abzusehen war. So waren die Fußmatten nicht mehr ansehnlich genau so wie die Felgen, die eine neue Lackierung bekommen haben. Regelmäßig ist zu dem mit den Kosten für einen Ölwechsel, die Autowäsche und einen Besuch bei der Tankstelle zu rechnen.

Regelmäßige Kosten:
- Tanken
- Ölwechsel
- Filter
- Autowäsche
- Scheibenwischergummis

Unregelmäßige Kosten:
- Verschleißteile
- größere und kleinere Reparaturen

Auch sollte man im Hinterkopf behalten, dass so ein Auto gelegentlich neue Reifen benötigt. Im Gegensatz zum Ölwechsel aber wesentlich seltener. Wenn man will könnte man sie sogar den Verschleißteilen zuordnen.


Und wie war nun das erste Jahr?

Ich würde ja mal sagen, dass es gut war. Zwei Wochenenden beim Lackierer, ein Nacht wegen der Klimaanlage in der Werkstatt und eine Woche warten auf den Krümmer. Sonst war der Kobold immer äußerst zuverlässig und auch sparsam.

Während der Spezielpassat und auch der Normalpassat einen tierischen Öldurst haben benimmt sich der Kobold wirklich gut. Beim Ölwechsel im August letzten Jahres hatten wir einen Hauch zu viel eingefüllt und noch immer ist der Stand nicht unter die Maximalmarkierung gefallen. Lediglich ein bisschen Servoöl musste nachgefüllt werden. Bis auf die Klimaanlage und den großen Schaden auf der Seite konnten wir alles selbst reparieren und auch die Roststelle an der Kofferraumklappe (die einzige, die das Auto hat!) bekommen wir selbst in den Griff.


Gefahren sind wir mal lange und mal kurze Strecken. Zu Freunden ins Ruhrgebiet, zur Arbeit, in der Stadt, Landstraße, Autobahn. Insgesamt fast 6000 km im ersten Jahr. Im ersten Jahr mit Führerschein bin ich nicht einmal 1000 km gefahren. 412,12 l musste ich tanken und dank der moderaten Spritpreise im Moment hat der Kobold das gute E5 bekommen. Je nach Fahrweise lag der Verbrauch zwischen 5,1 l und 7,4 l, im Mittel beträgt der Verbrauch aber annehmbare 6,6 l (wobei die letzten Tankvorgänge - es waren immerhin schon 17 - bei 6,1 l lagen).

Wie sehr ich mich an mein Auto gewöhnt habe ist mir erst klar geworden, als er kaputt auf dem Hof stand und ich ein anderes Auto fahren musste. Man sitzt falsch, die Pedale sind anders, das Schalten, Bremse, Gas, Kupplung. Nichts ist so wie man es gewohnt ist und mehr als einmal habe ich beim Schalten ins leere gegriffen, weil der Schaltknauf nicht da war, wo ich ihn erwartet habe. Nein, mein Auto mag ich wirklich nicht mehr missen.


Und was hat der Spaß nun gekostet?

Ja, das ausrechnen tat dann doch ein bisschen weh. Mit allem drum und dran, von Anschaffung über Zulassung bis hin zum Ladegerät hat der Kobold im ersten Jahr 2593 € gekostet. Darin sind aber auch schon alle Teile für das Fahrwerk und die Zutaten für den nächsten Ölwechsel (dieses mal mit eigenem Ölfilterschlüssel) enthalten. Es fehlt aber eigentlich auch die halte Versicherung, denn das Auto ist Seit Juli versichert, der Beitrag wird aber immer zum ersten des Jahres fällig. Im Mittel sollte es also passen. Und klar wäre es günstiger gegangen. Die Lackierung hätte man sich sparen können, die Klimaanlage ist Luxus. Aber am Ende muss jeder selbst wissen ob er sein Auto hegt und pflegt oder es eben einfach nur fährt.


Wie geht es weiter?

Erstmal kommt der nächste Ölwechsel und natürlich das Fahrwerk vorne. Aber auch neue Riemen und die Stoßdämpfer hinten stehen auf dem Plan. Außerdem hapert es noch ein wenig am Radio, aber auch da sieht es nach viel Recherche und Diskussionen nach einer Lösung aus. Eines ist sicher: Der SZK wird berichten!

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