Montag, 11. August 2025

Chevrolet R30 Dually Bremsenservice - Part 3


Es ist ja nicht so das wir in der Zwischenzeit nur dumm rum gesessen hätten. Aber knapp 11 Wochen stillstand an einem Projekt sind schon echt verdammt lange Zeit. Und alles nur weil wir auf eine Ersatzteil-Lieferung aus den USA warten mussten. Manchmal will das Universum einfach unsere Geduld auf die Probe stellen. Aber das Warten hat sich gelohnt. Wir haben die Klamotten bekommen und können weiterschrauben. Auf das der Pickup endlich wieder richtig fahren und vor allem bremsen kann. 



Alles fing damit an dass wir im Mai die ziemlich abgenutzten Bremsbeläge an der Vorderachse des 1988er Chevrolet R30 unseres Bekannten tauschen wollten. Das zugehörige Quietschgeräusch war schon lange nervig aber es fehlte schlicht an der Zeit zum Einbau. Beim zweiten Versuch hatten wir endlich passende Bremsbeläge aber direkt ein neues Problem: auf der Beifahrerseite löst die Bremse nicht mehr richtig und läuft heiß. Nach kurzer aber intensiver Fehlerdiagnose wurde ein zugequollener Bremsschlauch als Ursache gefunden. Dann bestellen wir den eben auch noch. 



Leider ist spätestens nach unserer Probefahrt auch noch das Lenkgetriebegehäuse gebrochen. Und das ist ein richtig dicker Eisenklumpen. In Deutschland so für genau diesen Pickup erstmal gar nicht erhältlich und aus den USA auch unanständig teuer. Bloß gut wenn man Verwandtschaft in den Staaten hat die sowas etwas günstiger besorgen und uns rüberschicken kann. Das wir am Ende soo lange auf das Paket warten mussten lang an vielen Faktoren, aber die letzten zwei Wochen beim Zoll in Frankfurt waren nervlich sicher am schlimmsten. Jetzt heißt es nur noch hoffen das die gelieferten Teile auch wirklich passend und vollständig sind. 



Ursprünglich wollten wir, als der Fehler damals auftrat, versuchen den alten Bremsschlauch auszubauen und dann mit einem Stück Schweißdraht soweit darin herum stochern bis er wieder ausreichend freigängig ist und der Chevy zumindest provisorisch nach Hause in seine Garage fahren kann. Dann wäre es auch nicht annähernd so schlimm gewesen 10 Wochen lang auf irgendwelche Ersatzteile zu warten. Dieser geniale Plan scheiterte daran dass die Verschraubung von Schlauch und Leitung so ungünstig auf der Innenseite vom Leiterrahmen liegt das wir (ohne passendes zölliges Werkzeug) nicht lösen konnten. 



Mittlerweile haben wir auch ein Sortiment zöllige Maul- und Leitungsschlüssel zuhause und sind etwas optimistischer. Zusätzlich wurde die Wartezeit sehr sinnvoll genutzt und immer wieder Kriechöl auf alle Verschraubungen gesprüht. Schaden wird es auf jeden Fall nicht. Bevor wir irgendwas abschrauben. legen wir uns nochmal unter den Pickup und vergleichen die neuen und alten Teile miteinander. Nicht das wir wieder irgendwas verkehrtes bestellt haben und die ganze Demontage umsonst war. Sowohl das Lenkgetriebe als auch der Bremsschlauch sehen passend aus. Dann können wir ja loslegen. Also Vorderachse hochpumpen, Unterstellböcke platzieren und das Vorderrad abschrauben. Mit der ebenfalls zwischenzeitlich besorgten 26mm Stecknuss klappt das auch bedeutend einfacher als zuvor. 



Der schwierigste und unbequemste Teil der Arbeit folgt jetzt: unter den Wagen krabbeln und irgendwie versuchen die Verschraubung von Schlauch und Leitung zu lösen. Leider klappt es selbst mit dem passenden Leitungsschlüssel nicht. Eher dreht der Kopf rund als dass sich die Verschraubung löst. Tolle Wurst. Wir stehen schon kurz davor die starre Leitung durchzuschneiden und ein neues Stück anzuflicken. Aber vorher versuchen wir noch etwas anderes: Der Bremsschlauch wird vom Radhaus durch den Rahmen gesteckt und von innen mit einer großen Blechmutter festgehalten. Mit etwas Fummelei und einer Spitzzange schaffen wir es irgendwie diese Mutter zu lösen. Jetzt kann der Schlauch mit angeschlossener Leitung immerhin ein Stück nach draußen gezogen werden. 



So kann man auf jeden Fall deutlich bequemer daran arbeiten. Mit zwei Gripzangen versuchen wir weiterhin die Verschraubung zu lösen, leider ohne Erfolg. Aber mit einem Entlastungsschnitt diagonal durch den äußeren Teil gelingt es dann doch noch irgendwie. Solange am Gewinde der Überwurfmutter nichts kaputt gegangen ist, spricht prinzipiell nichts dagegen den Anschluss so zu lassen. Der neue Schlauch wird erst am Bremssattel (mit neuen Kupferdichtringen) und dann am oberen Querlenker festgeschraubt, erst danach an der Leitung. So gewährleisten wir dass der Schlauch nicht verdreht montiert wird. Die neue Verschraubung lässt sich mit der Gripzangen Methode erfolgreich zusammenschrauben. Ob sie auch richtig dicht ist können wir als nächstes testen wenn das System mit DOT3 Flüssigkeit befüllt und entlüftet worden ist. 



Dafür brauchen wir einen Helfer der im Auto sitzt und das Bremspedal pumpt während wir draußen am Bremssattel den Entlüftungsnippel auf und zu drehen. Leider haben wir nur eine kleine Dose DOT3 auf Lager und können nicht das gesamte System durchspülen - so dunkel wie die alte Flüssigkeit aussieht ist das definitiv dringend notwendig. Das schreiben wir schonmal auf die Liste mit Dingen die wir demnächst mal machen müssen. Zumindest scheint die Bremse jetzt nicht mehr festzuhängen nachdem sie einmal mit Kraft betätigt worden ist. Bevor wir gleich zur Probefahrt aufbrechen wollen wir noch einen Punkt auf der Liste erledigen: die Vorderachse abschmieren. Leider klappt das nicht an allen Schmiernippeln (acht Stück pro Rad) da sie entweder verstopft sind oder so blöd positioniert das wir einfach nicht dran kommen. 



Sobald wir wieder Zeit und Gelegenheit haben werden wir die entsprechenden Schmiernippel gegen neue abgewinkelte Exemplare austauschen. Für die Probefahrt einmal durchs Dorf soll es für heute wohl nochmal ausreichen. Zu unserem Glück hat die lokale Werkstatt noch geöffnet und lässt uns einmal auf den Bremsenprüfstand fahren. So können wir nochmal genau sehen ob beide Seiten frei drehen, gleichmäßig ansteigen wenn man aufs Pedal drückt und ungefähr die selben Maximalwerte erzielen. Hier sieht alles gut aus. Also direkt wieder nach Hause, mit dem kaputten Lenkgetriebe wollen wir definitiv keine unnötigen Fahrten machen. Mit etwas Glück können wir das in der nächsten Woche auch noch erledigen. 


Und damit uns danach nicht plötzlich sehr langweilig wird. Haben wir ja noch das alte Elektrik Problem und jetzt noch ganz frisch dazu bekommen: ein klappernder Katalysator. Es hört einfach nicht auf. 

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