Nur weil es schon gut ist, heißt das nicht dass man es nicht noch weiter verbessern kann. Ein Paar Zusatz-Fernscheinwerfer als Ergänzung zu den werksmäßigen LED Hauptscheinwerfern wäre doch ganz nett. Aber bitte ohne viel Installationsaufwand und so das alles wieder zurück gebaut werden könnte wenn der Bulli irgendwann mal weiterverkauft werden soll. Für entsprechendes Geld gibt es dafür die (angeblich) perfekte Lösung. Das wollen wir doch mal ausprobieren.
Mittel der Wahl ist eine kompakte LED Lightbar die den vorhandenen Kennzeichenhalter ersetzt. Das heißt es müssen keine sichtbaren neuen Löcher in den Stoßfänger gebohrt werden. Die gestalterische Freiheit eine passende Anbauposition und gescheite Halter zu bauen entfällt damit zwar, aber es macht weniger Arbeit. Ob die (für Fernscheinwerfer) sehr niedrige, wenn auch völlig legale, Anbauhöhe am Ende trotzdem ein Manko ist müssen wir sehen wenn der erste nächtliche Probelauf ansteht. Jetzt erfolgt erstmal die Montage am Fahrzeug.
Weil wir es können und es so bequemer ist, machen wir das ganze auf der Hebebühne. So lässt sich die untere Motorverkleidung einfacher abbauen um das Kabel durch den Kühlergrill hoch zur Batterie zu verlegen. Versierte Fummler (oder Pfuscher) schaffen das vermutlich auch so. Aber das ist ein anderes Thema. Wir hangeln uns am originalen Kabelbaum der PDC Sensoren entlang und nutzen reichlich Kabelbinder zum fixieren. Das separat erhältliche Anschlusskabelset wird direkt unterhalb der Stoßstange angeschlossen und reicht locker bis hoch zur Batterie. So müssen wir uns keine Sorgen um eindringende Feuchtigkeit machen.
Normalerweise wäre jetzt der nächste Schritt mit Stromdieben an die originalen Fernscheinwerfer-Kabel zu gehen beziehungsweise irgendwie die Leitungen in den Innenraum zu legen um dort einen Schalter anzubringen. Auch darauf verzichten wir dank etwas Hightech; ein Bluetooth gesteuertes Relais direkt im Motorraum ersetzt die Kabel in den Innenraum. Und ein OBDII Dongle welcher die Signale für "Fernlicht an" bzw. "Fernlicht aus" aus dem CanBus Netzwerk erkennt übernimmt, in Verbindung mit einer Handy-App die restliche Steuerung. Alternativ könnte natürlich alles konventionell direkt verkabelt werden. Die Option ist günstiger aber aufwändiger.

Mit einem fliegenden Sicherungshalter und passenden Ringösen im Kabelbaum, kann die Plus- und Masse-Leitung direkt an die Fahrzeugbatterie angeschlossen werden. Bis jetzt ist der Aufwand an Fachwissen und Spezialwerkzeug wirklich sehr überschaubar gewesen. Die einzige manuelle Option Kabel falsch oder richtig oder gar nicht zu verbinden ist der Anschluss des weißen bzw. gelben Standlicht welches in die Lightbar integriert ist. Dazu sollte man aber wissen dass es vorgeschriebene Anbaumaße für das Standlicht gibt welche, so wie die Lightbar jetzt angebracht ist, nicht eingehalten werden. Darum lassen wir diese Funktion komplett ungenutzt.
Apropos Funktion, damit das Fernlicht jetzt überhaupt an und aus geht, müssen wir es in der Handy-App erstmal aktivieren. Genauer gesagt den Dongle mit der App verknüpfen und dann im Menü unser Fahrzeugmodell auswählen. Sobald die Programmierung vom Dongle abgeschlossen ist sollte das Fernlicht und die Lightbar gemeinsam an und aus gehen. Das funktioniert schonmal wie geplant. Dann kann jetzt die Kabellage im Motorraum sauber aufgewickelt und verpackt werden. Die Handy-App wird später für den normalen Gebrauch nicht benötigt - nur der Dongle muss natürlich eingestöpselt bleiben damit das Relais überhaupt weiß was es zu tun hat.
Alles in allem dauert die ganze Operation gut eine Stunde. Leider ist es jetzt noch zu hell für einen ausgiebigen Test. Aber davon berichten wir dann ein anderes mal. Ein letzter Hinweis noch; diese Lightbar gilt im Gegensatz zu vielen anderen Modellen ähnlicher Größe ganz offiziell als zwei Scheinwerfer in einem Gehäuse. Das ist wichtig zu wissen da Fernscheinwerfer immer Paarweise am Fahrzeug montiert sein müssen. Ausserdem hat die Summe aller Fernlichter eine maximale Referenzzahl von 100 nicht zu überschreiten. Diese Lightbar hat 2x25 und die Originalen jeweils 17.5 also alles im Rahmen. Für etwas über 300€ haben wir jetzt eine saubere und dezente Verbesserung für dunkle Landstraßen geschaffen. Nur ins Gelände würden wir damit sicher nicht fahren, die Lightbar ist hier maximal ungeschützt.
Und wem das zu teuer ist aber die Idee an sich gefällt kann auch eine universelle Halterung für hinter das Kennzeichen kaufen. Solange das Teil (ohne Lampen) maximal 400g wiegt muss es nicht eingetragen werden und zählt als Lampenhalterung, nicht als Frontbügel. Darauf kann dann ein paar normale LED Zusatzscheinwerfer angebracht werden. In jedem Fall sollte vor der endgültigen Montage, gerade bei modernen Fahrzeugen geprüft werden ob die Lightbar irgendwelche Probleme für das Radarsystem, die Frontkamera oder Einparkhilfe verursacht. Bei bestimmten Audi Modellen darf nicht mal eine reguläre Plastikunterlage fürs vordere Kennzeichen verbaut werden.







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