Freitag, 15. Mai 2026

Ford Transit Mk1 Feuerwehr Restauration Teil 3


Endlich gibt es wieder ein Lebenszeichen vom Ford Transit Feuerwehrauto Restaurationsprojekt. Und das lag nicht daran dass nichts passiert ist. Nur eben wenig von dem man berichten könnte. Neben der Teilebeschaffung im Hintergrund sind die beiden Eigner dieses Lieferwagen aktuell relativ aussenvor und müssen darauf warten und vertrauen das die Blech- und Lackierprofis einen guten Job machen. 



Wobei man auch als Nicht-Lackierer &Karosseriebauer die eine oder andere Nebentätigkeit übernehmen kann um das ganze Projekt schneller voran zu bringen und vielleicht etwas Geld zu sparen. Zum Beispiel die Zerlegung und Rost abschleifen. Besonders wenn die Schraubenköpfe vernudelt oder die Gewinde festgerostet sind kann man sehr viel Zeit damit verlieren irgendwelche Anbauteile wie Stoßstangen und Kühlergrill oder Scheinwerferblenden zu lösen. Im Zweifelsfall lassen sich solche Widerspenstigen Verbindungen mit Geduld, Gewalt und Gasbrenner doch irgendwie lösen ohne gleich alles komplett zu zerstören. 



Außerdem wird der Zusammenbau nach dem die neue Lackierung getrocknet ist ja auch nicht von der Lackiererei übernommen sondern von den Eigentümern. Da macht es doch Sinn auch alles selbst auseinander zu nehmen und dabei möglichst sorgfältig alle Schrauben und Muttern zu sortieren alles mit Fotos zu dokumentieren damit man in ein paar Wochen (oder Monaten) noch weiß welches Teil eigentlich an welche Stelle gehört. Das sollte man wirklich nicht unterschätzen bei solch einem umfangreichen und lange dauerndem Restaurationsprojekt. Nichts ist nerviger wenn beim Zusammenbau irgendwelche Teile abhanden kommen und neu besorgt werden müssen. 



Apropos neu Besorgt, ein paar Blechteile gibt es tatsächlich noch nagelneu zu kaufen. Nicht günstig, aber definitiv schneller und besser als die alten durchgerosteten Originalteile nochmal irgendwie fit zu machen. Manchmal muss man sich einfach entscheiden wo Zeit und Geld besser zu investieren sind. Solange es am Ende gut aussieht muss ja niemand wissen das es sich nicht mehr um die originalen 40 Jahre alten Blech-Kotflügelverbreiterungen handelt. Dafür bestehen sie nicht nur aus Glasfaserspachtelmasse und Hasendraht. 



Bei den Türen war das leider absolut keine Option. Im besten Fall findet man ein paar besser erhaltene Gebrauchtteile, aber 100% Rost und Dellen-frei sind sie dann vermutlich auch nicht mehr. Speziell der Falz wo die Türhaut am Innenrahmen festgemacht ist neigt besonders stark zum rosten. Hier hilft nur die Behandlung mit der Drahtbürste und Rostumwandler und anschließend alles mit Karosseriedichtmasse abzuziehen. Das sieht vielleicht nicht ganz original aus (wenn es überhaupt jemand erkennt) aber dann kommt dort keine Feuchtigkeit ran und somit auch kein Rost. Zusätzlich werden die Türen und große Teile der Karosserie am Ende mit Hohlraumwachs eingesprüht. Davon sind wir jetzt aber noch Meilenweit entfernt. 



In der Zwischenzeit müssen neben den üblichen Dellen und Beulen die ein Nutzfahrzeug im laufe seines Lebens einfach mitnimmt auch noch diverse Rostnester rausgeschnitten und durch neues Blech ersetzt werden. Die Ladekante oberhalb der Heckstoßstange hat es besonders böse erwischt. Wer weiß wie oft hier schwere Ausrüstungsteile drauf geschmissen wurden wenn es mal wieder schnell gehen musste. Immerhin ist die Form halbwegs einfach aus einem platten Blech nach zu kanten. Schön großflächig alles was rostig, verbogen oder durchlöchert ist, rausschneiden und anschließend wieder zuschweißen. Hauptsache hinterher sitzt alles gerade und die Heckklappe schließt sauber und dicht. 



Sauber und dicht sind die Scheibenrahmen der Schiebefenster aktuell leider auch nicht mehr wirklich. Die Scheiben selbst sahen auch schon mal besser aus. Eine komplette Demontage ist tatsächlich gar nicht mal so aufwändig und erlaubt den Rahmen neu zu lackieren, die Gummidichtungen und Filzleisten zu ersetzen und die Glasscheiben bis in die letzte Ritze zu säubern. Solange die Fenster die Lagerung bis zum Wiedereinbau überleben ist hier schonmal alles getan was möglich ist um den Transit am Ende schnell wieder zusammen zu kriegen. Diese kleinen Details kosten am Anfang viel Zeit und Motivation, aber wenn sonst nichts sinnvolles zu tun ist, hat man jetzt die beste Gelegenheit Fordschritte zu erzielen.



Ein paar Meter weiter in der Karosseriewerkstatt wird weiter fleißig Rost oder der dadurch entstehende Freiraum ausgeschnitten. Die Einstiegsleiste ist wieder so ein typischer Bereich wo viele (Nutz)Fahrzeuge rosten. Ohne eine Gummimatte oder ähnliches wird der Lack früher oder später abgeschliffen und die nassen Einsatzstiefel tragen genug Feuchtigkeit mit ins Innere damit hier garantiert früher oder später die braune Pest blüht. Ob und wie gut diese Transit Baureihe ab Werk gegen Rost geschützt war können wir nicht mehr sagen, aber spätestens jetzt ist davon nicht mehr viel übrig. Der einzige Vorteil daran ist dass jetzt nichts anfangen kann zu brennen wenn das Schweißgerät zum Einsatz kommt. 



Damit am Ende auch wirklich alles gut aussieht reicht es nicht nur die Schweißpunkte glatt zu schleifen. Es muss auch Spachtelmasse zum Einsatz kommen. Solange es nicht mehrere Millimeter dick ist und irgendwelche Rostnester verbergen soll, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Speziell wenn es der Einstiegsbereich ist und man zwangsläufig darauf treten muss, sollte es keine zu dicke Schicht sein die sonst irgendwann einfach abplatzen wird. Über die gesamte Karosserie gerechnet sind es sicherlich das eine oder andere Kilogramm geworden. Aber so ein Kastenwagen bringt auch genügend Quadratmeter auf denen der Spachtel verteil werden kann. Eine schicke Lackierung auf welligem Blech macht auch keinen guten Gesamteindruck. 



Und wenn der Ford am Ende wirklich fertig zusammengebaut vor uns steht, wird mit Sicherheit niemand auch nur daran denken das Auto jemals wieder zu verkaufen. Insofern ist es uns egal ob der Magnet überall hält oder fällt. Bleiben wir gespannt wann es das nächste Update gibt, spätestens dann ist der Transit endlich wieder in Feuerwehrrot RAL 3000 getaucht und sieht ein bisschen fertiger aus. 

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