Die zwei Wochen in Amerika sind tatsächlich fast vorbei. Noch befinden wir uns in Miami und verbringen ein paar letzte Tage bei mehr oder weniger gutem Wetter am Strand und in den Everglades. Jetzt wo wir uns gerade richtig eingelebt haben und die Kommunikation immer besser funktioniert müssen wir uns wohl oder übel vom entspannten Touristenleben und unserem Mietwagen verabschieden.
Eines der letzten Highlights in Miami ist der Besuch einer Alligator Farm und anschließende Rundfahrt im Airboat um die Wildtiere in ihrem natürlichen Habitat mal etwas näher zu sehen. Dafür starten wir tatsächlich relativ früh am morgen in den Tag um ganz sicher vor dem angekündigten Unwetter unsere Tour zu machen. Sobald man aus dem klimatisierten Hotel in die bereits jetzt schwüle Luft tritt beginnt der Schweiß zu fließen. Bloß gut das unser GMC direkt vorm Fenster parkt und mit der Funkfernbedienung der Motor (und die Klimaanlage) schon mal ohne uns vorlaufen können. Zuhause streng verboten aber hier ganz normal, teilweise haben wir sogar gesehen wie Leute ihr Auto die ganze Zeit laufen lassen während sie einkaufen gehen. Das wäre uns dann doch ein bisschen zu viel des Guten.
Da das Hotel direkt am Flughafen und an einer stärker befahrenen Straße liegt (die nächste Querstraße ist zufällig der DeSoto Drive), müssen wir erstmal einen Moment abwarten bis eine ausreichende Lücke im Verkehr kommt und wir abbiegen können. Auf dem großen Display können wir uns direkt vom Handy die Route zum Ziel anzeigen lassen. Eigentlich nur knappe 30 Minuten Fahrzeit, aber im teilweise dichten Verkehr und mit der einen oder anderen Baustelle inklusive Polizei die das Tempolimit überwacht, brauchen wir ein bisschen länger. Immerhin können wir unterwegs die vielen Werbeschilder für Anwälte und Cannabis betrachten die hier gefühlt alle 100m stehen.
Nach unserer Ankunft müssen wir in der beinahe tropischen Hitze nicht lange warten und können nachdem der Eintritt gezahlt ist direkt zu den Tiergehegen wo uns erstmal kleine Alligatoren und Schlangen gezeigt werden die hier (mittlerweile) fast die komplette Artenvielfalt dezimiert haben. Dafür kennen wir jetzt endlich den Unterschied zwischen Alligatoren und Krokodilen. Und wir lernen wenn die Everglades nicht so einen guten Anschluss ans Meerwasser hätten, wäre das gesamte Areal vermutlich schon längst trocken gelegt und als Bauland verwendet worden. Naturschutz war hier nicht immer die oberste Maxime. So gibt es auch heute noch genügend Marschland für uns zu Erkunden. Natürlich nicht zu Fuß sondern mit einem Propellerboot. Das dürfen wir zwar nicht selbst fahren aber auch so hat man seinen Spaß. Der Chevy V8 BigBlock hat 8.2L Hubraum und knapp 502PS damit kann der Ventilator unser Boot samt fünf Passagieren mit entsprechend Lärm und Vibration auf rund 50km/h beschleunigen.
Selbst dann ist der Fahrtwind nicht annähernd ausreichend um die Hitze zu bekämpfen und Schatten gibt es hier leider weit und breit auch nicht. Aber wenn das Boot mal anhält und der Motor gestoppt ist, hört man erstmal gar kein Geräusch. Und irgendwann sieht man tatsächlich die Köpfe von der Alligatormutter und ihrem Nachwuchs auftauchen. Allein dafür hat es sich schon gelohnt heute hier her zu kommen. Zum Abschluss steht natürlich noch der Gang durch den Souvenirshop an wo wir uns ein paar Postkarten besorgen. Das gehört einfach zu jedem Urlaub dazu. Die Postkarten werden direkt bei der nächsten Poststation ausgefüllt und eingeworfen. Hoffentlich erreichen sie ihr Ziel auch (vor uns).
Während der Himmel sich schon wieder langsam verdunkelt fahren wir weiter zum nächsten Tagesziel; Tractor Supply. Der Laden für alles rund um Landwirtschaft und Handwerk. Vom Arbeitsstiefel über Quads, Rasenmäher, Futtermittel und Dünger bis zu Werkzeugen und (Traktor) Ersatzteilen. Und falls das noch nicht reicht gibt es hier im Laden direkt noch einen Hundefriseur. Hier hätten wir auch richtig gut Geld lassen können. Aber außer für eine Latzhose und ein paar Shirts reicht der Platz in unseren Koffern einfach nicht mehr aus. Trotzdem klappern wir auf dem Weg zurück zum Hotel noch einige Autoteileläden ab um dringend benötigte Ersatzteile für unsere amerikanischen Patienten in der Heimat aufzutreiben. Einen richtigen Schrottplatz auf dem man selbst die Teile ausbauen kann haben wir im Großraum von Miami leider nicht gefunden.
Dafür haben wir unterwegs wieder jede Menge interessante Autos gesehen. Selbst ein japanischer Jimny FJ war dabei. Darüber haben wir uns wirklich unverhältnismäßig doll gefreut. Insgesamt gib es in Miami deutlich mehr besondere Autos, egal ob höhergelegter Camaro oder ein Pickup mit dicken Reifen. Ob es am Klima liegt oder die Menschen hier andere Prioritäten setzen können wir nicht sagen. Dafür sind uns auf der Straße fast keine alten Autos vor die Kamera gelaufen. Egal ob 50er oder 80er oder irgendwas dazwischen, sowas fährt hier anscheinend kaum jemand. Dann lieber einen 20 Jahre alten Honda oder Nissan der äußerlich komplett zerstört aussieht aber immer noch anspringt und eine funktionierende Klimaanlage hat.
So wie der Chrysler Voyager der auf dem Parkplatz eines Autoteileladens stand und im Kofferraum zur mobilen Werkstatt umgebaut war. Offensichtlich nahm es der Fahrer mit dem eigenen Vehikel nicht ganz so genau. Jedenfalls schauten am rechten Vorderreifen schon die Drähte aus dem Profil so weit war der Reifen abgefahren. Der Schuster hat einfach immer die schlechtesten Schuhe an. Aber wer weiß ob ein ADAC Pannenhelfer auch so günstige Reparaturen durchführen würde wie dieser Mexikaner. Wir werden es wohl nicht erfahren da uns unser Mietwagen die gesamte Zeit pannenfrei durch die Gegend kutschiert hat. Insgesamt 2611 Kilometer und das bei einem Durchschnittsverbrauch von knapp 14L/100km. Wie wir finden mehr als in Ordnung für so ein großes Auto, auch wenn wir die Ladefläche nicht einmal gebraucht haben, war es auf den überfluteten Straßen definitiv besser in einem Pickup statt einem Mustang zu sitzen
Bevor wir die letzte Nacht im Hotel verbringen besorgen wir uns noch schnell einen neuen Koffer im klassischen Donut Design damit unser mittlerweile doch recht umfangreiches Gepäck irgendwie Platz findet. Und dabei haben wir noch nicht mal alles gefunden was wir ursprünglich kaufen wollten. So oder so passen alle Koffer und Taschen bequem hinten in die Kabine vom GMC. Nochmal volltanken (aber nicht an der Shell Tankstelle am Flughafen die ist unverhältnismäßig teuer) und den Mietwagen mit schwerem Herzen zurück geben. Vom Parkhaus mit der Monorail zum Terminal und dann erstmal (geplant) gute zwei Stunden warten bis der Gepäckschalter öffnet. Das war zeittechnisch leider nicht ganz optimal geplant von unserer Seite. Global gesehen aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Der Starttermin für unsere Lufthansa Boeing 747 war für 16:20 geplant. Da sich genau zu dieser Zeit ein Unwetter über Miami befand konnte die Maschine erst gar nicht landen und musste umgeleitet werden. Daraufhin wurde der Starttermin mehrfach nach hinten verschoben bis wir letztendlich kurz nach 21h endlich die Lichter der Stadt unter uns verschwinden sehen konnten. Gefühlt verging der Rückflug bedeutend schneller als der Hinflug. Vermutlich weil wir uns mittlerweile etwas an die Fliegerei gewöhnt haben oder einfach echt müde sind, schlafen wir schon kurz nach dem Abendessen ein und werden erst kurz vor dem Frühstück wieder wach. Wobei die Sitze, das Entertainment und das Essen auf dem Hinweg uns irgendwie auch deutlich besser gefallen haben. Aber egal. Daheim ist Daheim.
Nur noch durch die Einreisekontrolle und endlich sind wir es mal die an der Warteschlange voll Touristen einfach vorbei gehen können. Bei der Gepäckausgabe wird es nochmal spannend ob alle Koffer den Weg in den Flieger und wieder hinaus auch unbeschadet gefunden haben. Dann mit dem Shuttlebus zurück zum Hotel und den Trivialpassat wiedersehen. Auch nach zwei Wochen Standzeit springt der Wagen sofort an. Hoffentlich haben wir in der Zwischenzeit nicht das Autofahren mit Schaltgetriebe verlernt. Während der Rückfahrt lassen wir uns nochmal den Urlaub durch den Kopf gehen und Vergleichen die Eindrücke mit der Heimat. Was wir definitiv am meisten vermissen werden ist das leckere Essen, dann das alles mit Kreditkarte bezahlt wird und das man bei rot an der Ampel (fast) immer rechts abbiegen darf.
Wir werden definitiv irgendwann wieder rüber fliegen und versuchen noch mehr von den USA zu bereisen. Aber das wird wohl ein paar Jahre dauern bis es endlich wieder so weit ist.

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