Montag, 22. Februar 2021

Verkaufsförderung für das schwarze Schaf

 

Wenn Charlies schwarzer Golf IV nicht schon lange gegen einen neueren Skoda eingetauscht wäre, könnte sie sich jetzt diesen ebenso schwarzen Golf V kaufen. Stattdessen müssen wir einen anderen Käufer finden und möglichst viel Geld damit verdienen. Die Basis dafür ist gar nicht schlecht, einen Golf kann eigentlich jeder als Fortbewegungsmittel akzeptieren. Aber nur wenn er auch in einem ordentlichen Erhaltungszustand ist - und da kommen wir ins Bild.  

 


Warum der VW ein neues Zuhause sucht tut nichts zur Sache, jedenfalls kann und will sich der Eigentümer keine Arbeit damit machen. Natürlich ist ein hoher Verkaufserlös wünschenswert, aber die zeitlichen und finanziellen Investitionen müssen dabei im vernünftigen Rahmen bleiben. Ein guter erster Schritt den Wert eines Autos zu steigern und sich über den technischen Zustand unabhängig zu informieren ist die Hauptuntersuchung beim TÜV. 

 


Selbst wenn der Golf noch ein gutes Jahr Rest-TÜV hat, wirkt es für potenzielle Käufer doch sehr beruhigend wenn der Wagen eine frische Plakette bekommen hat - dann kann er ja zumindest keine groben Mängel haben die der Verkehrssicherheit abträglich sind und wenn irgendwelche Bremsen- udn Fahrwerksteile bald verschlissen sind wird das auf dem Prüfbericht auch vermerkt. Und wenn der VW die HU nicht besteht, können wir uns immer noch überlegen inwiefern eine Reparatur Sinn macht um den Wert und somit Verkaufspreis zu steigern. Also auf zur Prüfhalle und schauen was raus kommt.

 

 

Um ehrlich zu sein, wir erwarten heute keine Plakette zu bekommen; der linke Aussenspiegel und ein Bremslicht sind kaputt. Tatsächlich sind das auch die einzigen beiden Dinge die am Ende auf unserem Mängelbericht stehen. Die Bremsen sind noch in Ordnung und auch die Abgasuntersuchung gelingt auf Anhieb. Es scheint als hätte dieser Golf trotz der 230tkm auf der Uhr noch eine gute Substanz. Was nicht heißen soll das der Wagen auch gut gepflegt ist. Beide Stoßdfänger, die Türen und die Motorhaube sind stark verkratzt, der Fahrersitz ist durchgescheuert und diverse Bedienteile sind entweder kaputt oder zumindest ordentlich abgebrabbelt. 

 

 

Immerhin wissen wir das es möglich ist die HU zu bestehen wenn wir nur den Aussenspiegel und das Licht instandsetzen würden. Für die kosmetischen Mängel besorgen wir uns die Preise für neue bzw. gebrauchte Teile und recherchieren wie Aufwändig die Reparatur ist. Dann ist alles weitere nur noch eine Frage des zu erwartenden Mehrgewinn. Da wir nur indirekt am Verkaufsprozess beteiligt sind, kann es uns im Grunde egal sein. Den geringsten Zeitinvest bei größter Rendite haben wir natürlich wenn der Golf genau so wie er jetzt steht verkauft wird. Aber unser Ehrgeiz verlangt es dann doch das wir dieses schwarze Schaf zumindest ein bisschen aufhübschen und verkaufsfertig machen. 

 

 

Anfangen wollen wir mit dem kaputten Rücklicht, einfach schon aus Sicherheitsgründen. Im Gegensatz zu Charlies Golf IV bei dem die Glühlampen noch ohne Werkzeug in wenigen Sekunden ausgetauscht werden können, müssen wir hier erstmal einen 10mm Schraubenschlüssel besorgen. Aus meiner Sicht stellt sowas ja einen technischen Rückschritt dar. Aber egal, wir machen weiter; den Teppich der Innenraumverkleidung aus dem Weg klappen um die dahinter liegenden beiden schwarzen Plastikmuttern und den Stecker vom Lampenträger lösen. Das Rücklicht ist neben den Muttern noch mit Passstiften an der Karosserie fixiert. Etwas ziehen und wackeln sollten ausreichen um beides zu trennen. 


 

Der Lampenträger ist seinerseits im Rücklichtgehäuse eingerastet und kann entnommen werden wenn beide Plastikklammern aufgedrückt sind. Jetzt kommen wir endlich an die Glühlampen dran. Hier gibt es wieder positives und negatives zu berichten. Zum einen das es keine Zwei-Faden-Birnen mehr gibt sondern eine 21W Glühlampe durch Pulsweitenmodulation für den Betrieb als Rücklicht heruntergedimmt wird. So muss nicht mehr eine komplette Glühlampe weggeschmissen werden nur weil ein Glühdraht durchgebrannt ist. Andererseits fehlen dann direkt beide Funktionen wenn die Birne kaputt ist. Und warum muss schon wieder ein neues Lampenformat  für den Blinker eingeführt werden? Sowas hat doch keine Tankstelle im Sortiment. 

 


Als nächstes kümmern wir uns noch nicht um den kaputten Aussenspiegel - der ist noch in der Post unterweg - sondern um das kaputte Display der Climatronic. Schon schön sowas zu haben, aber doch blöd wenn man gar nicht mehr sieht auf welche Temperatur die Fahrerseite eingestellt wurde. Im Netz findet sich ein Schrottplatz / Autoverwertungsfachbetrieb der uns ein passendes Ersatzteil schicken kann. Nur um den Einbau müssen wir uns selbst kümmern. Dafür braucht es ein T20 Torxbit und einen flachen Plastikkeil um die Blende rund ums Radio und die Heizungsregelung aus ihrer Halterung zu zwingen. Danach sind nur vier Schrauben und drei Steckverbindungen zu lösen und schon kann das Teil ersetzt werden. Jetzt wissen wir immerhin wieder auf welche Temperatur die Heizung eingestellt ist.


 

Mittlerweile wissen wir auch einige Preise und den ungefähren Zeitaufwand für gewisse Arbeiten. Darum wollen wir nicht nur das allernötigste machen sondern auch noch was für die Optik im Innenraum tun. Ein neuer Schaltknauf mit Schaltsack und ein neuer Lichtschalter sollten direkt besser aussehen. Nur was aus dem löchrigen Sitzbezug werden soll steht noch offen. Entweder wir finden einen besser erhaltenen originalen Sitzbezug oder wir nehmen einen günstigen Überzieher. Oder wir machen uns mit Nadel und Faden ans Werk, so wie damals bei Nicks Polo 6N.

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