Freitag, 19. Juli 2024

Wartungsstau im Trailerpark: es gibt immer was zu tun

 

Woran merkt man das gerade Hochsaison im Garten ist? Unter anderem daran das gerade so viele Anhänger mit defekten an der Beleuchtung, der Bremse oder dem Aufbau bei uns schlange stehen. Da ein voller Terminkalender und Zeitdruck kein stichhaltiger Grund sind um so durch die Gegend zu fahren müssen wir mal ein paar Arbeitswochenenden investieren um den Trailerpark wieder flott zu machen. Den Anfang macht natürlich unser ältester Anhänger, ein echtes SZK Urgestein. 


 

Seit weit über 30 Jahren ist der kleine gelbe Anhänger inzwischen auf den Straßen und Baustellen dieses Landes unterwegs. Bis heute ohne nennenswerte Ausfälle und Probleme. Das liegt zum einen an der robusten und simplen bauweise und zum anderen an der guten Pflege und Behandlung. Ab und zu die Radlager kontrollieren. Alle 25 Jahre mal neue Reifen und einmal die Bodenplatte erneuern. Das waren eigentlich schon die Highlights. Über kaputte Glühlampen oder abgerissene Stromkabel wollen wir gar nicht sprechen. Nur ein Teil haben wir all die Jahre komplett ignoriert, obwohl es so viel vom Anhänger ausmacht; das Klappverdeck. Genauer gesagt die gelbe Plane. Nach all den Jahren inzwischen bretthart und spröde. 

 


Da hilft keine Pflegespülung mehr. Wir brauchen Ersatz. Da der Anhänger damals in einer kleinen Fahrzeugbaubude auf Maß gebaut wurde, gibt es nichts passendes von der Stange. Uns bleibt nur der Besuch beim regionalen Planenhersteller. Dort wird das alte Verdeck abgezogen und eine neue Plane passend angefertig. Da wir keine Änderungswünsche haben, hält sich der Zeitaufwand in Grenzen, trotzdem stehen am Ende mehrere hundert Euro auf der Rechnung - aber wenn es wieder über 30 Jahre durchhält, bezahlen wir gerne soviel für ein neues Verdeck. Wenn jetzt noch irgendwann die Karosserie neu lackiert wird sieht der Trailer wieder aus wie neu. 

 


Bis dahin müssen wir noch ein paar andere Vehikel fit machen. Priorität haben dabei die beiden Humbaur Kippanhänger. Einer hat die letzte Hauptuntersuchung nicht bestanden und der andere braucht hauptsächlich Reparaturen wegen hartem Gebrauch. Das sollten wir doch hinkriegen. Erstmal die lose Blechplatte auf der Ladefläche wieder festnieten. Schon zum zweiten Mal. Vielleicht müssen wir hier über eine andere, dauerhaftere Befestigung nachdenken. Anschließend das ausgerissene Heckklappenscharnier zurecht schnitzen und wieder am Aussenrahmen festschrauben. Mittelfristig muss hier Ersatz her. Für heute hält es erstmal wieder. Die kaputten Glühlampen sind auch kein Hindernis. Mal wieder ein kaputtes Abreißseil zu tauschen überrascht uns ebenfalls nicht mehr.


 

Nur das die eine Seite vom Standlich plötzlich nicht mehr funktionieren will als der Anhänger abeholt wird, verwirrt uns etwas. Letztendlich lag es an der Steckdose vom Zugfahrzeug. Auch nicht nicht schön aber immerhin nicht unser Fehler. Ein Kabelbinder an der richtigen Stelle löst auch dieses Problem (vorläufig). Ob wir so auch die Probleme mit der Bremse am zweiten Kipper in den Griff kriegen ist doch fraglich. Letztendlich bocken wir den Anhänger einmal auf und demontieren alle vier Räder und Bremstrommleln (SW32) um an die Mechnaik zu kommen. So lässt sich auch der gesammelte Bremsstaub der letzten zwei Jahre entfernen und alles was beweglich sein muss einfetten. Anschließend brauchen die Trommelbremsen nur eine ordentliche Grundeinstellung dann sollte es auch wieder mit der Bremswirkung klappen. 

 


Apropos Wirkung; die elektrische Hydraulikpumpe hat keine allzugroße Wirkung mehr. Selbst bei leerer Ladefläche quält sie sich mühsam den Zylinder auszufahren. Da genug Öl im Tank ist und alle Leitungen dicht sind. Vermuten wir entweder eine kaputte/altersschwache Batterie oder ein loses Kabel. Der Test ergibt das wir richtig liegen. Die Batterie ist einfach hinüber und muss ersetzt werden. Bis dahin bleibt nur soldie Handarbeit mit der manuellen Pumpe. Immernoch besser als schaufeln. Wo wir schon mal dabei sind tauschen wir noch die Räder von vorne nach hinten. Durch das viele Rangieren verschleißen die Hinterräder deutlich schneller wärend die Vorderräder gerne beim Abbiegen durch Bordsteinkanten beschädigt werden. Im Zweifelsfall soll lieber ein nahezu verschlissener Reifen kaputt gefahren werden als ein nagelneuer. 

 


Nachdem auch bei diesem Anhänger die Beleuchtung in Stand gesetzt wurde (ein Kontakt der Umrissleuchte war komplett weggerostet), sollte der erfolgreichen Hauptuntersuchung eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Im Weg gestanden hat auch irgend ein ziemlich festes Hindernis als der Minibagger-Tieflader rückwärts rangiert wurde. Dabei wurde unser selbsgebauter Schutzbügel verbogen und das Rücklicht zerstört. Nur mit etwas kreativität ließ sich das verbogene Teil wieder gerade ziehen und das Rücklicht ausbauen. Blöderweise haben wir das falsche Ersatzteil bestellt so das wir improvisieren und aus zwei Teilen eines machen müssen. Und am Ende ist doch alles für die Katz gewesen weil das Stromkabel vorne durchgescheuert ist und ein paar Zentimeter der Kupferleitung einfach nicht mehr vorhanden sind. Bis wir ein neues Kabel haben geht es hier nicht weiter.



Das wird bei unserem letzten Patienten des Tages vermutlich auch so sein. Dabei ist es gleichzeitig der kleinste und neueste Anhänger auf dem Hof. Und schon ein Rücklicht kaputt- das können wir mit dem Lötkolben wieder zusammenschmelzen. Aber noch viel Schlimmer ist die Laufflächenablösung beim linken Reifen. Sowas haben wir in der Form noch nicht gesehen. Ob es am falschen Luftdruck, Überladung, Produktionsfehler oder stumpfer Gewalt gelegen hat, wissen wir nicht. Aber mit so einem Reifen weiter zu fahren ist einfach zu riskant. Also noch mehr Anhänger Teile für unsere Einkaufsliste.

 


Beim nächsten Mal können wir hoffentlich alles was noch fehlt erledigen. Und wenn die Zeit dafür reicht haben wir noch ein kleines Beleuchtungsupgrade für den gelben Anhänger in der Hinterhand. Warten wir mal ab.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Absenden eines Kommentars bestätigst du, die Datenschutzerklärung (https://schlagzeilenkaefer.blogspot.com/p/impressum.html) zur Kenntnis genommen zu haben.

Mit Absenden deines Kommentars werden Name, E-Mail, Kommentar, URL, IP-Adresse und Zeitstempel in einer Datenbank gespeichert. Du kannst Deine Kommentare natürlich später jederzeit wieder löschen lassen

Indem du mir einen Kommentar hinterlässt, erklärst du dich AUTOMATISCH mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden!

Dieser Blog ist mit Blogspot erstellt und wird von Google gehostet.
Es gelten die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen für Googleprodukte.