Nachdem die Grundreinigung innen und außen vorerst abgeschlossen ist, wenden wir uns jetzt der Technik des Jimny zu. Geplant sind neue Radlager an der Hinterachse, neue Bremstrommeln und Bremsbeläge, eventuell auch noch neue Radbremszylinder. Das überlegen wir uns erst noch. Erstmal muss alles zerlegt werden und das ist beim Jimny immer viel mehr Arbeit als und lieb ist. Aber was muss das muss, also ran an die Arbeit und rauf auf die Hebebühne.
Jetzt sollten die Bremsbacken sich jeweils nach links und rechts vom Ankerblech abnehmen lassen. Die nächste beliebte Hürde ist die Befestigung vom Handbremsseil im Ankerblech. Keine Ahnung warum das so ein dämliches Design bei Suzuki sein muss, aber um das Seil zu lösen müssen am Haltering vier Nasen gleichzeitig zusammengedrückt werden. Da man nur von vorne daran arbeiten kann ist immer mindestens eine Nase nicht erreichbar. Selbst mit zwei Zangen und einem Schraubendreher will es uns dieses Mal einfach nicht gelingen die Verbindung zu lösen. Irgendwann haben wir dann endgültig die Schnauze voll und beschließen das in Zukunft auch drei Haltenasen ausreichend sein müssen.
Kaum ist die eine nervige Nase abgeschnitten kann das Handbremsseil auch aus dem Ankerblech ausgefädelt werden. Als nächstes soll der Radbremszylinder folgen. Damit uns nicht die gesamte Bremsflüssigkeit ausläuft klemmen wir einen Holzbalken zwischen Fahrersitz und Bremspedal so das es leicht durchgedrückt ist. Auf diese Weise kann keine Flüssigkeit aus dem Ausgleichsbehälter nachfließen. Aber bitte nicht zu weit drücken, sonst fliegen die Kolben aus dem Radbremszylinder raus. Der einzige Nachteil bei der Aktion ist, dass jetzt die Bremslichter dauerhaft leuchten werden. Darum klemmen wir auch noch die Batterie ab. Das geht wenigstens einfach.
Nun die Überwurfmutter mit einem Bremsleitungsschlüssel lösen und anschließend die beiden Halteschrauben entfernen. Ein Blick unter die Staubmanschetten vom Bremszylinder sagt uns das hier noch alles in bester Ordnung und ein Austausch noch nicht nötig ist. Irgendwo im Lager müssten sich tatsächlich auch schon neue Zylinder befinden, aber die sparen wir uns auf bis sie wirklich gebraucht werden. Jetzt demontieren wir den ABS Sensor, dafür muss nur eine einzelne Schraube gelöst werden. Der Sensor sieht aus wie ein Igel, voll mit kleinen Spänen. Das dürfte dann auch die Erklärung sein warum das ABS unterwegs ausgefallen ist. Auf die Gefahr hin das diese Späne ihren weg bis ins Differential gefunden haben, wollen wir später noch einen Ölwechsel machen.
Jetzt endlich kommen wir dazu die vier Muttern vom Ankerblech zur Achse zu lösen und die Steckachse rausziehen. Hätte der Jimny einfach eine Scheibenbremse an der Hinterachse wären wir schon vor zwei Stunden soweit gewesen. Je nach dem wie gerade oder schief das Auto steht könnte dabei auch etwas Achsöl auslaufen. Da wir sowieso das Öl und die Simmerringe auswechseln wollen ist uns das herzlich egal. Hauptsache es gelangt kein Dreck in die Achse hinein. Nun folgt unsere absolute Lieblingsarbeit beim Radlagerwechsel am Jimny; den Schrumpfring und das Radlager von der Achse runter schneiden. Dafür nehmen wir eine Flex mit Schruppscheibe und schleifen vorsichtig auf dem Ring herum bis er fast ganz durch ist.
Ein paar gezielte Schläge mit Hammer und Meisel sollten ausreichen ihn zu spalten und von der Achse zu befördern. Keine Ahnung was heute mit uns los ist aber das Pech scheint uns zu verfolgen. Jedenfalls haben wir es geschafft doch in die Achse zu schleifen. Und nicht nur ein bisschen sondern gleich richtig tief. So tief das wir beim besten Willen nicht einfach ein neues Lager und Schrumpfring drauf kloppen und damit fahren wollen. Für eine provisorische Notreparatur könnte man vielleicht irgendwas Schweißen damit es hält, aber das ist uns zu Heikel. Darum bestellen wir beim Suzuki Händler schweren Herzens eine neue Steckachse. Kostenpunkt rund 340€. Aber immerhin schon am nächsten Tag geliefert.
Damit uns das selbe Spiel nicht nochmal widerfährt, wollen wir jetzt endlich mal ein passendes Spezialwerkzeug besorgen das ohne solche Steinzeitmethoden funktioniert. Also ein Trennmesser Lagerabzieher der hinter das Lager packt und dann mit zwei Stangen am Widerlager festgeschraubt wird, so kann mit einer Spindel das Lager von der Welle abgezogen werden. Zumindest sollte es in der Theorie so funktionieren. Praktisch sind die mitgelieferten Verlängerungen nicht annähernd lang genug um bis ans Ende der Welle zu reichen. Schade. Dann müssen wir jetzt erstmal eine M10 Gewindestange besorgen und damit das Werkzeug verlängern.
Somit verlieren wir noch einen weiteren Tag und der Jimny bleibt erstmal weiter auf der Bühne stehen. Hoffentlich können wir euch dann beim nächsten Mal endlich Erfolgserlebnisse präsentieren und den gelben Würfel zurück auf die Straße lassen.








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