Montag, 6. April 2026

Ostern im Mammutpark 2026


Die Ostertage sind für uns in jedem Jahr ein persönliches Highlight, nicht nur weil es endlich wieder ein langes Wochenende gibt sondern auch weil es für uns die erste offizielle Gelegenheit ist ins Gelände zu fahren. So wie in den letzten Jahren auch, wollen wir nach Stadtoldendorf in den Mammutpark fahren. Dort können wir ausprobieren ob die neue Kupplung im Jimny auch unter Wasser funktioniert. Die selbe Frage stellt sich immer noch der Rappelmann-Fahrer, darum kommt er dieses Jahr gleich mit dem Anhänger.



Der letzte Besuch im Mammutpark endete sehr unbefriedigend für den schwarzen Samurai als er nach einer halbwegs undramatischen Wasserdurchfahrt nicht mehr laufen wollte. Letztendlich konnte der Fehler trotz Expresslieferung neuer Ersatzteile für die Zündanlage nicht vor Ort behoben werden. Auch ein Besuch in der Geländewagenwerkstatt konnte den Fehler nicht zweifelsfrei beheben. Und die Testfahrt auf der Fahrstrecke in Werl ist einfach nicht das selbe wie eine richtig ordentliche Unterbodenwäsche mit Mammutschlamm. Damit am Ende dieses Wochenende alle Autos wieder irgendwie zeitnah nach Hause kommen wird der Rappelmann auf einem Trailer vom Rav4 hin und zurück gebracht. 



Hoffen wir einfach mal das der Samurai sich gut benimmt und in Zukunft wieder ohne Begleitfahrzeug rausfahren darf. Voller Optimismus starten wir am Karfreitag um 12h mit unserem kleinen Konvoi Richtung Mammutpark. Der gelbe Jimny zieht den kleinen gelben Anhänger (Heini der Heinemann-Anhänger ist als Dauerleihgabe anderweitig beschäftigt) und der Toyota den Samurai. Ob wir auf diese Weise jetzt schneller und sparsamer Unterwegs sind als sonst können wir nicht verbindlich sagen. Aber eine komplette Tankfüllung werden wir für die Hin- und Rückfahrt sowie zwei Tage im Gelände definitiv verbrauchen. Bei den heutigen Spritpreisen kein billiger Spaß, aber wenn das alles ist was wir an diesem Wochenende erleben sind wir sehr zufrieden.



In den letzten Tagen hat es mehrmals Regenschauer über dem Park gegeben, darum erwarten wir eine gründliche Schlammschlacht. Aber bitte nicht gleich bei der Einfahrt auf die Campingwiese. Wobei wir mit den Fedima Stollenreifen auf dem Jimny auch damit gut klar kommen sollten. Vor Ort treffen wir zwei weitere Bekannte die schon einen passenden Stellplatz für unser Basislager ergattert haben. Für heute muss nur noch der Pavillon und Feuerstelle aufgebaut werden. Dann fahren wir rüber zur Pension und beziehen unsere Zimmer für die nächsten zwei Nächte. Zum Abschluss dieses äußerst anstrengenden Tages begeben wir uns ins Mammutrestaurant und verputzen das Abendmahl. 



Samstag morgen, nach einem kleinen Frühstück, geht es auf direktem Weg zum Supermarkt samt Bäckerei um (nahezu) den gesamten Vorrat an Käsebällchen aufzukaufen. Wir brauchen über den Tag doch schließlich Verpflegung. Nachdem die Gummistiefel angezogen und die Autos final präpariert wurden, können wir jetzt endlich ins Gelände fahren. Erstmal über den Berg und die Einführungsrunde. Beim ersten noch moderaten Wasserloch müssen wir ein für alle mal herausfinden ob der Rappelmann geheilt ist oder nicht. Und was sollen wir sagen? Er läuft noch. Als wenn nichts gewesen wäre. Dann können wir beim nächsten Mal ja durch die tieferen Pfützen fahren. Gerade als die Schöne Aussicht erreicht ist, erreicht uns ein Anruf vom Fahrer des Samurai-Van, er braucht wohl Bergehilfe bei der Panzerinsel.



Also schnell Wenden und einmal quer durch den Park. Am Ziel angekommen hat sich das Problem zwischenzeitlich von alleine gelöst. Tolle Wurst. Dann können wir ja wieder abziehen. Insgesamt sind vor Mittag schon echt viele Fahrzeuge im Park unterwegs so das man schauen muss am Gegenverkehr und geparkten Offroadern vorbei zu kommen. Dabei zahlt sich die Größe der Suzukis aus. Am Steinbruch treffen wir den Fahrer eines noch verdächtig sauberen Ineos Grenadier der unter fachlicher Anleitung vom Parkbetreiber Jeroen in die Künste des Geländefahren eingewiesen wird. Dazu gehört natürlich auch steile Abfahrten runter und wieder hoch zu kommen. Mit den passenden Reifen und drei Differentialsperren macht der Grenadier das ohne in Schweiß auszubrechen - im Gegensatz zum Fahrer.



Vor der Mittagspause finden wir dann tatsächlich noch eine Stelle an der sich der Jimny zunächst die Zähne ausbeißt. Ohne viel Platz zum Anlauf nehmen, eine steile Stufe mit diversen Steinen und Wurzeln darin die uns hin und her springen lassen statt Traktion zu bringen. Nach dem dritten oder vierten Versuch inklusive Anfeuerung von Außen gelingt es dann doch noch. Der Geruch von verbranntem Gummi liegt in der Luft. Zurück im Camp gibt es eine kleine Stärkung und dann wollen wir gleich wieder loslegen. Währenddessen kehren die ersten voll verschlammten Eigenbauten, nicht immer aus eigenem Antrieb, auch auf die Wiese zurück. Sieht ganz danach aus als ob hier jemand sehr viel Spaß gehabt hat.



Bis jetzt hält unsere neueste Errungenschaft auch noch tapfer durch: ein Rucksack fürs Reserverad. Darin kann das schlammige Bergeequipment leicht zugänglich verstaut werden und im Innenraum bleibt mehr Platz für Passagiere. Jetzt wo an der Panzerinsel nicht ganz so viel los ist wollen wir auch unser Glück versuchen. Natürlich mit dem nötigen Augenmaß und Angstreserve, schließlich muss mindestens einer der Suzuki nach Ostern auf eigener Achse nach Hause fahren. Trotzdem schaffen wir es schon bald uns festzufahren, gar nicht so eine dramatische Stelle aber ohne Bergehilfe geht hier erstmal nichts weiter. Darum wollen wir auch niemals alleine in den Park fahren. Sobald der Rappelmann uns rausgezogen hat, fahren wir die selbe Runde gleich nochmal. 



Jetzt aber eine etwas andere Spur und mit etwas mehr Schwung. Das hat auch schon fast ausgereicht aber auf den letzten Metern hängen wir wieder fest. Das selbe Lied nochmal. Und jetzt aber richtig. Dann klappt es auch mit der nötigen Restgeschwindigkeit um über die schwierigen Stellen zu rutschen. So haben wir uns das vorgestellt. Nach ein paar weiteren Stunden im Wurzelweg, Prinzessinweg und Bergmannsweg kehren wir ins Camp zurück um für heute Feierabend zu machen. Unterwegs kommen wir am Windenhang vorbei wo ein Samurai auf dem Dach liegt. Den Insassen ist nichts passiert, aber die Bergung dürfte noch ein bisschen Arbeit machen. Auf uns wartet jetzt der Grill und anschließend ein Lagerfeuer. 



Am Sonntagmorgen wird zeitig gefrühstückt und nochmal beim Bäcker angehalten um Proviant zu sammeln. Jetzt ist auch die Beifahrerin vom Team Rappelmann mit dabei. Der Wind ist heute stärker aber die Sonne soll angeblich auch noch rauskommen. Hauptsache es regnet nicht permanent. Dann ist der Lehmboden glatt wie Schmierseife. Heute haben wir nicht ganz so viel Zeit da nachmittags noch eine Rundfahrt im REO ansteht die wir keinesfalls verpassen wollen. Also direkt wieder über den Hügel und rein ins Gelände. Unterwegs entdecken wir noch eine neue Strecke die erst im letzten Winter dazu gekommen sein muss. Nicht schwieriger als die alten Wege, aber trotzdem schön irgendwo zum ersten Mal lang zu fahren. 



Ob es am Wetter, der Erfahrung oder den unzähligen Geländewagen liegt die vor uns hier lang gefahren sind, aber da wo wir gestern noch große Probleme hatten klappt es heute gefühlt deutlich besser. Hoffentlich bleibt es den ganzen Tag so. Nur der Wind dürfte gerne noch etwas nachlassen. Selbst auf der Ladefläche vom Lkw werden wir vom aufgewirbelten Staub und Dieselrauch vollgepustet, je nachdem aus welcher Richtung gerade der Wind weht. Trotzdem haben wir unseren Spaß und das Geburtstagskind freut sich über sein Überraschungsgeschenk. Inzwischen ist es schon später Nachmittag. Das heißt nur noch eine finale Runde durch den Park und dann ab zum Waschplatz. Natürlich müssen wir uns dabei selbst nochmal festfahren, bekommen aber prompt Hilfe von belgischen Jeepern, vielen Dank nochmal an dieser Stelle. 



Wie könnte es auch anders sein, die Schlange vor der Waschhalle ist lang und jeder wäscht sein Auto möglichst gründlich. So kann man auch eine Stunde Lebenszeit verlieren. Egal. Hauptsache der Dreck ist ab und wir können den Anhänger beladen und und ankuppeln. Team Rappelmann bleibt noch eine Nacht länger vor Ort. So fahren wir gegen 18h allein in Richtung Heimat. Ungefähr 30km vor dem Ziel hören wir ungesunde quietschende Geräusche aus dem Bereich der Hinterachse. Also rechts ran fahren und schauen was los ist. Mit der bloßen Hand lässt sich kein gravierender Temperaturunterschied vom linken zum rechten Radlager feststellen. Aber da muss es her kommen. Mangels guter Alternativen fahren wir erstmal weiter über die Autobahn um irgendwie nach Hause zu kommen. 



10km vor unserer Abfahrt leuchten plötzlich sämtliche Warnlampen im Kombiinstrument auf; ESP System gestört!. Vielleicht hat es was mit dem Radlagerschaden zu tun, vielleicht auch nicht. Sicherheitshalber fahren wir bei nächster Gelegenheit runter und halten nochmal an. Das rechte Radlager ist jetzt definitiv wärmer aber ansonsten ist nichts festzustellen. Wir beschließen über Landstraße weiter zu fahren und das rechte Hinterrad im Außenspiegel zu beobachten. Zum Glück schaffen wir es ohne Totalausfall bis zur heimischen Garage. Nächste Woche müssen wir uns auf die Fehlersuche begeben. Aber wenn es wirklich nur ein paar neue Radlager sind wollen wir uns echt nicht beklagen. Zumindest wissen wir jetzt das der Rappelmann wieder vollständig geheilt ist und die nächsten Abenteuer erwartet. 

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