Montag, 27. April 2026

Rauchenden Rasenmäher richtig reparieren


An einem Aufsitzrasenmäher haben wir schon seit geraumer Zeit nicht mehr gearbeitet. Aber so viel gibt es da eigentlich auch nicht zu Wissen was man verlernen könnte. Darum bieten wir selbstverständlich unsere Hilfe an wenn WW seinen neu erworbenen Aufsitzmäher nicht so richtig in Gang bekommen will. Dafür kann man auch mal aus Papenburg hier herunterkommen. Jetzt wo die Gasanlage im Volvo wieder läuft kostet das auch nicht mehr gleich ein kleines Vermögen.



Bei dem betreffenden Schmuckstück handelt es sich um einen Sabo 72-11H von 2003 mit einem Briggs&Stratton Motor, Typ 286707 mit 465ccm Hubraum und 12.5PS. Genau dieser Motor ist es der aktuell Probleme macht. Und auch der Grund warum dieser Aufsitzmäher für ein symbolisches Taschengeld den Eigentümer gewechselt hat. Mit etwas Glück und Schrauberei sollte es uns doch gelingen den Mäher wieder zum laufen zu bringen und damit diesen Sommer einige Quadratmeter Rasen niederzuhalten. Also wo liegt das Problem? Der Motor will trotz neuer Batterie kaum durchdrehen und wenn er mal anspringt läuft er nur für kurze Zeit. Während er läuft qualmt er schon ziemlich deutlich.



Wir spekulieren jetzt einfach mal das an dieser Maschine in den letzten Jahren oder Jahrzehnten wenig bis gar keine Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. Also ist die Zündkerze alt und abgenutzt, der Luftfilter ziemlich zugesetzt, das Motoröl mehr Teer als Schmiermittel. In Verbindung mit nicht mehr all zu frischem Benzin im Tank und Ablagerungen im Vergaser eine perfekte Mischung damit der Motor gar nicht oder nur sehr unrund läuft. Deshalb fangen wir auch hier mit unserer Fehlersuche an. Im Gepäck sind eine neue Zündkerze, 2l Motoröl und reichlich Zeit zum Basteln. Wenn der Motor sich halbwegs gut benimmt werden im Anschluss noch der Luftfilter und die Keilriemen getauscht. Das Messer schärfen wir dann sicherlich auch noch. 



Aber erstmal muss der Motor beweisen das noch genug Lebenswille in ihm steckt diese Investitionen zurechtfertigen. Im Gegensatz zum letzten richtigen Aufsitzrasenmäher an dem wir gearbeitet haben, damals vor zwölf Jahren, muss man hier um wirklich an den Motor heran zu kommen sehr viel fummeln oder große Teile der Karosserie und vom Rahmen abschrauben. Da wundert es uns in keinster Weise das hier nie mehr als das wirklich absolut nötigste gemacht wurde. Bis wir alle Schrauben gefunden (und erreicht!) haben damit die hintere Verkleidung und Sitz abgenommen werden kann, dauert es locker zehn Minuten. Jetzt kommen wir zwar endlich an den Motor heran, aber um den Luftfilter abzunehmen muss noch die große Strebe welche den Sitz trägt abgeschraubt und samt Seilzügen und Kabelbaum zur Seite gelegt werden. So eine kreuzdämliche Konstruktion haben wir schon lange nicht mehr erlebt.



Das kommt eben davon wenn man einen Motor zukauft und ohne sich irgendwelche Gedanken um spätere Wartungsarbeiten zu machen in das Fahrgestell rein kloppt. Fast so schlimm wie manche Autos an denen wir schon das Vergnügen hatten arbeiten zu dürfen. Immerhin braucht es keine Spezialwerkzeuge, nur 8 10 und 13mm Steckschlüssel und Verlängerungen. Irgendwann ist es endlich soweit und wir können den Luftfilter demontieren. Wie vermutet ist dieser komplett verschmutzt und voller Öl. Die Frage ist jetzt ob der Motor öl angesaugt hat und deswegen qualmt oder weil die Kolbenringe verschlissen sind. Mögliche Erklärungen für das erste Szenario wären ein zu hoher Ölstand, oder der Mäher hat mal auf der Seite gelegen (beim Transport?) oder durch den verstopften Luftfilter wurde der Unterdruck so groß das der Motor durch die Kurbelgehäuseentlüftung Öl eingeatmet hat. 



Tatsächlich haben wir bis jetzt noch gar nicht so genau auf den Ölpegel geschaut. Aber jetzt wo wir das gemacht haben sehen wir das der Ölstand tatsächlich relativ hoch ist. Auf dem Peilstab kann man das nicht so 100%ig erkennen. Jedenfalls ist Öl drin und wir wollen testen ob der Motor jetzt immernoch qualmt wenn der Luftfilter abgebaut ist. Nachdem die Kontakte an der Batterie gereinigt sind dreht der Anlasser auch deutlich motivierter durch. Das ist schonmal eine gute Nachricht. Und der Motor springt auch ohne Nachhilfe mit irgendwelchen Sprühmitteln an und läuft zumindest einigermaßen gleichmäßig im Leerlauf. Aus dem Auspuff kommt immer noch rauch, aber gefühlt schon weniger als beim ersten Startversuch. Dafür schießt plötzlich eine Fontäne Öl aus dem Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung raus. 



Bloß gut das wir zu zweit sind. Während WW den Motor abschaltet halte ich einen Lappen vor den Schlauch. Das restliche Öl läuft auf die Pappe unterm Mäher. Darum sammeln wir die Dinger auch immer. Das war für uns der eindeutige Beweis das zu viel Öl im Kurbelgehäuse ist. Wieso und warum ist erstmal egal. Und ein Ölwechsel war sowieso geplant. Also raus mit der alten Brühe und rein mit frischem Öl. Leichter gesagt als getan. Mit der Absaugpumpe die wir sonst für so einen Ölwechsel benutzen würden kommen wir nicht weiter, also muss die Ablassschraube gefunden und benutzt werden. Nach kurzer Recherche im Netz, weil sowas muss ja auch nicht in der Bedienungsanleitung stehen, finden wir endlich die Schraube bzw. Mutter. Sie verbirgt sich bequem unzugänglich hinterm Auswurfrohr auf der rechten Seite vom Motor. 



Also dürfen wir jetzt noch das hintere Blech vom Rahmen und dann das Auswurfrohr demontieren. Auch hier ist alles voll mit kompostierten Grasresten. Ein klares Indiz das hier schon sehr lange niemand mehr dran gearbeitet hat. Hier hat man auch kaum Platz einen Eimer oder Kanister unterzustellen, darum basteln wir uns schnell aus einem Plastikbecher einen Trichter. Während WW den Rasenmäher vorne hoch hebt halte ich den Eimer drunter um das gesamte Öl abzulassen. Laut Anleitung gehören ca. 1.4L in den Motor, grob geschätzt waren es knapp 2L die wir abgelassen haben. Das kann nicht gut gewesen sein. Bevor wir jetzt alles wieder zusammen bauen wollen wir nochmal einen Startversuch machen. Jetzt kann der Motor auch mal länger als 30 Sekunden laufen bevor irgendwas schlimmes passiert. Aber aus dem Auspuff kommt immer noch jede Menge qualm. Wahrscheinlich ist er bis oben hin mit Öl und Ölresten voll. Entweder man lässt die Maschine jetzt mal eine Stunde bei hoher Drehzahl richtig warm laufen oder man schraubt den Auspuff ab und brennt ihn aus. 


Wahrscheinlich wird es auf die zweite Option hinaus laufen, aber nicht mehr heute. Wir packen den Bausatz jetzt wieder zurück auf den Anhänger und machen Feierabend. Richtig sinnvoll wäre es jetzt nicht nur die Zündkerze noch zu wechseln sondern den kompletten Vergaser abzuschrauben und im Ultraschallbad zu reinigen. Ausserdem würden wir den Blechdeckel vom Motor abschrauben um das Lüfterrad und die Kühlrippen richtig auszublasen. Dann noch den Filter und die Riemen tauschen, Messer schärfen und alles zusammenbauen. Davon berichten wir euch dann hoffentlich in naher Zukunft. 

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