Was ist eigentlich schlimmer? Mit einem Auto durch die Gegend zu fahren bei dem seit fünf Monaten der TÜV abgelaufen ist, oder einem das seit über 9 Monaten nach einem Ölwechsel verlangt? Wir haben keine Ahnung, aber wir haben ein Auto auf das beide Fälle zutreffen. Und beim Versuch möglichst viele akute Probleme zu beheben entsteht direkt wieder ein neues noch größeres Problem. Es ist einfach kein Ende in Sicht.
Dieser Skoda Roomster muss jeden Tag schwer buckeln als Lastentaxi für Menschen, Hunde und Pferde(-zubehör). Entsprechend schmutzig wird die Karosserie und das Interieur wenn man nicht ständig dran bleibt. Um unsere Chancen bei der HU direkt ein bisschen zu steigern, wird der Skoda erstmal durch die Waschstraße geschickt. Obwohl bei der Vorwäsche wirklich viel und lange auf einzelne starke Verschmutzungen eingearbeitet wird, sieht man hinterher trotzdem noch ein paar Verkrustungen. Aber alles ist besser als nichts. Nur noch einmal den Staubsauger durch den Innenraum schieben damit zumindest der grobe Schmutz vom Sitz und Fußraum verschwindet, dann können wir unser Glück versuchen.
Mit 230.000km auf dem Buckel wäre es nicht verwunderlich wenn irgendwelche Mängel auftauchen die uns heute die Plakette verwehren würden. Den Anfang macht eine kaputte Rücklichtbirne und verstelltes Abblendlicht. Ersteres ist nur ein geringer Mangel und zweiteres kann vor Ort korrigiert werden. Als nächstes kommt die Bremsenprüfung. Obschon die Bremsscheiben etwas rostig sind, funktioniert alles noch gut genug um keine Schwierigkeiten zu kriegen. Jetzt geht es ab in die Luft um das Fahrwerk, Reifen und Unterboden zu prüfen. Rost ist bei diesem Wagen bis jetzt noch nie ein Problem gewesen, aber irgendwann fängt auch das mal an, nur heute noch nicht. Die Federn, Stoßdämpfer und Querlenker sehen noch gut aus.
Damit kommen wir zum letzten Punkt auf der Liste: die Abgasuntersuchung. Durch die hohe Laufleistung und viel Kurzstreckenbetrieb erwarten wir schon gewisse Probleme. Aber mit etwas Geduld und hoher Drehzahl kommen die Werte wieder in den grünen Bereich. Auch geschafft. Aber warum stinkt es jetzt so nach Kühlwasser und woher kommt die Pfütze unterm Auto her? Ein Blick unter die Motorhaube zeigt nur das irgendwie alles nass ist. Aber der Lüfter läuft nicht und das Kühlwasser im Behälter steht immer noch über der minimal Markierung. Das müssen wir uns auf jeden Fall gleich zuhause anschauen.
Dort muss der Skoda sowieso wieder auf die Hebebühne damit wir den Ölwechsel durchführen können. Immerhin ist der Motor jetzt gut warm gelaufen und das Öl fließt somit schnell ab. Zuerst schauen wir aber wo zum Henker das Kühlwasser her kommt. Damit wir besser sehen können bauen wir die Batterie und den dazugehörigen Halter aus. Nur ein paar 10mm und 13mm Steckschlüssel werden benötigt. Jetzt schnappen wir uns den Koffer mit dem Kühlsystem Prüfwerkzeug. Darin befinden sich diverse Adapter für den Ausgleichsbehälter und eine Handpumpe mit der das Kühlsystem unter Druck gesetzt werden kann.
Dann muss nur noch geschaut werden wo es tropft. Oder wie in unserem Fall im Strahl herausspritzt. Genau oberhalb vom Thermoschalter ist der Kunststoff vom Kühler gebrochen. Besonders ärgerlich wenn man bedenkt dass der Kühler erst vor ein paar Jahren in der Werkstatt getauscht worden ist. Entweder schlechtes Material oder ein Montagefehler. So oder so muss wieder ein neuer Kühler gekauft und montiert werden. Heute bekommen wir das definitiv nicht mehr hin. Solange es nicht noch mehr wird, sollte der Skoda so zumindest noch bis nach Hause und zur Werkstatt fahren können wenn nötig. In der Zwischenzeit kümmern wir uns um die restlichen Wartungsarbeiten.
Erst den Luftfilter oben am Motor, dafür müssen nur ein paar Kreuzschlitzschrauben gelöst und der Deckel vom Filtergehäuse entfernt werden. Raus mit dem alten und rein mit dem neuen Filter, Deckel schließen und fertig. Am Unterboden sind ein paar mehr Torschrauben zu lösen um die Motorverkleidung abzunehmen. Jetzt liegt die Ölwanne und der Ölfilter offen vor uns. Mit einem 17mm Schlüssel öffnen wir die Ablassschraube und schauen der schwarzbraunen Brühe dabei zu wie sie abfließt. Genau so sollte Öl nicht aussehen und darum wechseln wir es jetzt auch aus. Mit einem 30mm Maulschlüssel lösen wir den alten Ölfilter und schrauben den neuen in gleicher weise wieder hinein.
Nun kann die Ablassschraube und Unterbodenverkleidung auch wieder festgeschraubt werden. Oben im Motorraum füllen wir 3,5l frisches Motoröl ein. Damit ist die Wartung für uns erfolgreich abgeschlossen. Zum Abschluss gibt es noch ein paar neue Glühlampen für das Rücklicht. Wäre der undichte Kühler nicht, könnte man diesen Tag als vollen Erfolg verbuchen. Aber irgendwas ist ja immer.








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