Montag, 15. Juni 2026

Oldtimer & NVA Museum Rügen besuchen


Egal wo wir zum Urlaub machen hin fahren oder fliegen, wir wollen dort mindestens ein (Auto)Museum besuchen. Von unserem Campingplatz in Dierhagen, sind wir in der Vergangenheit schon nach Pütnitz zum Technik Museum gefahren. Heute geht es etwas weiter östlich, bis nach Rügen. Dort befinden sich gleich zwei Museen die wir uns gerne anschauen wollen. Einmal das Oldtimer Museum Rügen inklusive Sonderausstellung für Zweiräder und direkt daneben das NVA Museum Rügen. Das muss sich einfach lohnen dort hin zu fahren. 



Die zwei wichtigsten Informationen für uns waren: es gibt ausreichend große Parkflächen auch für Wohnmobile und Hunde dürfen mit aufs Gelände. Um so besser. Das Kassenhaus ist übrigens ein alter Schienenbus, eine stilvollere Alternative könnte es kaum geben, schließlich stehen im Museum auch einige Schienenfahrzeuge. Oldtimer bezieht sich hier absolut auf alte Vehikel. Egal ob zu Land, Wasser oder Luft. Wir beginnen unseren Rundgang im olivgrünen Abteil. Rund um den Blech-Hangar stehen die Exponate welche zu groß sind um drinnen zu parken. Ob wir lieber einen alten Hubschrauber oder den weltgrößten einmotorigen Doppeldecker im Garten stehen hätten, können wir noch nicht sagen. Mitfliegen würden wir in jedem Fall gerne mal, wenn die Maschinen noch flugtauglich wären.



Die Vehikel und Exponate im Hangar sind augenscheinlich deutlich näher am fahr- bzw. flugbereitem Zustand dran. Also falls mal ein Fluss überquert, ein Panzer abgeschleppt oder ein Betriebsausflug durch unwegsames Gelände gemacht werden muss, findet sich in dieser Halle ziemlich sicher das passende Gefährt.  Ob und wann die Fahrzeuge auch mal bewegt und in Aktion erlebt werden können, wissen wir leider nicht. Vielleicht sollten wir mal nach einem Termin für Militärfahrzeugtreffen Ausschau halten. Mit einem Ural Lkw sind wir ja schon mal selbst gefahren, aber ein Kettenfahrzeug steht noch auf der Liste.



Aber was ist schon praktisch an einem Panzer? Dann vielleicht doch lieber ein Lkw Truppentransporter, Geländewagen, MZ für Kradmelder oder ein Kübelwagen auf Trabbi Basis. Die passen zumindest fast alle in unsere Garage und können mit einem normalen zivilen Führerschein bewegt werden. Persönlicher Favorit war hier ganz klar der LuAZ-967M, ein kleines Amphibienfahrzeug zum Transport von Verwundeten. Nicht besonders schnell, aber immerhin an Land und im Wasser unterwegs. Der mittige Fahrersitz macht es nur noch besser, zumal dieses Gefährt sogar im liegen gefahren werden kann wenn die Kugeln besonders tief fliegen. 



Als nächstes betreten wir das große Gebäude vom Oldtimermuseum Rügen. Im Mittelgang befinden sich gegenüberstehenden die automobile Zeitgeschichte von 1949 bis 1989 in Ost- und Westdeutschland. Neben den obligatorischen Wartburg, Trabant, Lada und Moskwitsch finden sich auf der DDR Seite auch VW Golf II und Volvo 264TE. Ersterer konnte über die GENEX gegen entsprechende Divisen ganz normale bestellt werden und zweiterer war der politischen Führung vorbehalten. Uns würde ja schon so ein Klappfix Zeltwohnwagen ausreichen. Dahinter stehen riesige Dampflokomotiven und andere große Exponate. 



Auf der BRD Seite finden sich die üblichen Ford Granada, VW Käfer, Audi 80 aber auch amerikanische und englische Fahrzeuge. Das der Chevrolet Impala mehr als doppelt so lang wie die BMW Isetta direkt daneben ist, war bestimmt so gewollt. Auch bei diesen Fahrzeugen würde es uns brennend interessieren ob und wann sie mal in Bewegung erlebt werden können. Zumindest optisch sehen sie gut erhalten aus. Aber das muss in einem Museum nicht immer ganz viel bedeuten. Dafür ist nichts zugestaubt und in der lichtdurchfluteten Halle gut zu sehen. 



Ziemlich sehr sicher schon lange nicht mehr und auch auf absehbare Zeit nie wieder bewegt werden die Schienenfahrzeuge welche sich noch in den beiden Nebenhallen befinden. In Anbetracht des Platzbedarf für ein Schienennetz ist es schon bemerkenswert dass diese tonnenschweren Giganten überhaupt ihren Weg hier hin gefunden haben. Vom Aufwand sie in Betrieb zu nehmen (und betriebsbereit zu halten) ganz zu schweigen. Leider konnte nicht jede Lokomotive mit einer Plattform ausgestattet werden um sich den Führerstand mal auf Augenhöhe anzuschauen. Dafür gibt es einen Waggon voll mit Eisenbahnmodellen. 



Auf der gegenüberliegenden Halle befinden sich weitere kleine Rangier- und Schmalspurlokomotiven. Persönlich besonders interessant fand ich die Feuerlose-Dampflokomotive. Statt eines Boiler gibt es hier nur eine überdimensionale Thermoskanne in der heißes Wasser transportiert wird welches erst in den Zylindern dampfförmig wird. Besonders praktisch in explosionsgefährdeten Bereichen oder dort wo tonnenweise heißes Wasser als Abfallprodukt entsteht und für irgendwas sinnvolles genutzt werden kann statt nur die Umwelt aufzuheizen. 



Das letzte Abteil ist den eiligen roten Autos vorbehalten. Feuerwehrautos, keine Ferraris. Sowohl aus ehemaligen DDR und BRD Beständen. Selbst ein englischer Dennis steht hier mit in der Reihe von Mercedes, Magirus und IFA. Wie lange es allein gedauert hat die Fahrzeuge hier alle aufzustellen können wir nicht einschätzen. Damit ist unser Rundgang durch das eigentliche Oldtimermuseum auch schon beendet. Hinter der Halle steht noch eine große zweimotorige Iljuschin IL-14 der Interflug. Leider können wir diese nicht besichtigen. Genau so wenig wie den Ford F350 Leiterwagen der US Air Force. Dabei hätten wir nur zu gerne gewusst ob er den selben Motor unter der Haube hat wie der weiße Centurion.  



Der letzte Teil unseres Besuch ist die Motorrad Sonderausstellung in einem Nebengebäude. Hier stehen nicht nur Motorräder sondern alles mit zwei oder drei Rädern was in der DDR so auf den Straßen unterwegs war. Fahrräder, Fahrräder mit Hilfsmotor, Mopeds, Roller (samt Anhänger) und die obligatorischen MZ und Simson. Wenn wir könnten wie wir wollen, würde mindestens eine Schwalbe heute noch mit uns nach Hause fliegen.

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