Montag, 1. Juni 2026

Jimny Simmerring Hinterachse tauschen


Wie gut das wir unser Werkzeug noch nicht weggeräumt haben. Der Jimny möchte gerne schon wieder auf die Hebebühne zurück kehren. Dieses Mal ist das Radlager nicht schuld daran, aber der neue Simmerring welchen wir damals eingebaut haben ist offensichtlich undicht und flutet die Bremstrommel und die Felge mit bestem Getriebeöl. Das sieht nicht nur blöd aus und ist schlecht für die Umwelt, es macht auch die Bremsbeläge kaputt. Also dürfen die jetzt nach weniger als 200km auch schon wieder neu. Wir freuen uns.



Der einzige positive Aspekt, die Bremstrommel lässt sich jetzt ohne jeglichen Widerstand von der Radnabe abziehen da noch nichts verrostet oder eingelaufen ist. Und mit unserem schrauberfreundlich optimiertem Handbremsseil ist dieses auch ruck zuck vom Ankerblech getrennt. Wäre der Bremsbelag nicht sowieso austauschreif, könnte man es sogar ausprobieren die Bremsbeläge am Ankerblech zu belassen und nur das Handbremsseil und die starre Bremsleitung zu lösen. Damit wären wir unserem Traumziel von Austausch-Steckachsen die komplett anschlussfertig bereitstehen wieder einen Schritt näher gekommen. Dann verliert der jährliche Radlagerwechsel etwas seinen Schrecken. 



Bis dahin haben wir eben noch die zusätzlichen Arbeitsschritte zum Ausbau des Radbremszylinder und der Bremsbacken vor uns. Tatsächlich ist nur ein schmaler Bereich unmittelbar zum Ankerblech hin sichtbar mit Öl vollgesogen. Das lässt sich leider auch nicht mehr reinigen, sobald die Bremsbeläge mal richtig warm werden, zieht sich Öl aus den Tiefen des Belags an die Oberfläche und schmiert die ganze Trommel voll. So bekommen wir wenn es wirklich darauf ankommt keine optimale Bremsleistung. Und das ist bei diesem Jimny sowieso schon nicht besonders viel. Nur noch den ABS Sensor und die vier Schrauben vom Ankerblech zur Achse lösen und schon kann die ganze Einheit nach außen gezogen werden. Wir haben sicherheitshalber gleich eine große Pappe untergelegt. 



Wie sich schon beim rausziehen des ABS-Sensor zeigte war das auch absolut notwendig, der komplette Raum vor dem Simmerring bis zum Ankerblech ist gut mit Öl gefüllt gewesen. Wir sind insgeheim schon gespannt ob dieses Ölbad die Lebenserwartung des neuen Radlager eher positiv oder negativ beeinflussen wird. Bisher hat das Lager auf der Beifahrerseite immer deutlich früher angefangen Probleme zu machen. So oder so wollen wir heute nichts am Lager ändern und haben weder die Teile noch die Zeit schon wieder ein neues Radlager einzupressen. Ein neuer Simmerring soll hier erstmal alles sein. Wobei der Alte augenscheinlich auch nicht auffällig beschädigt ist, abgesehen davon das es kein Originalteil ist und auf der Beifahrerseite bis jetzt alles dicht geblieben ist. 



Jetzt haben wir uns für Originalteile vom Suzuki Händler entschieden. Wenn es damit auch nicht dicht werden will sind wir offiziell mit unserem Latein am Ende und müssen uns externe Hilfe suchen. Bevor der neue Simmerring eingesetzt wird waschen wir alles bestmöglich mit Bremsenreiniger aus. Wenn damit auch Dreck und Lösemittel ins Getriebeöl gelangen, ist das nicht weiter schlimm da wir sowieso noch genug frisches Öl für einen weiteren Ölwechsel da haben. Mit etwas Schleifvlies reinigen und entgraten wir die Anlagefläche für den Simmerring im Achsgehäuse nochmal uns schmieren etwas Öl innen und außen auf die Dichtungen. Vielleicht ist hier beim letzten Mal schon etwas kaputt gegangen. 



Da der Simmerring auf dem ABS-Schrumpfring läuft wissen wir das hier auch keine alten Schäden vorhanden sind. Trotzdem wird selbiger ebenfalls gründlich inspiziert. Dann kann die Steckachse samt Ankerblech wieder eingesetzt und festgeschraubt werden. Bevor wir jetzt auf gut glück alles wieder zusammenbauen inklusive mühseligem Umtauschen der Spannfedern von den alten zu den neuen Bremsbelägen, wollen wir lieber versuchen das ganze irgendwie zu testen. Dazu stellen wir einen Bock unter die rechte Seite der Hinterachse und lassen die Hebebühne soweit runter bis die linke Seite fast den Boden berührt. So sollte ziemlich viel Getriebeöl ins linke Achsrohr und vor den Simmerring laufen.



Wenn hier nach ein paar Stunden noch kein Öl aus dem Loch vom ABS Sensor kommt, sind wir vorsichtig optimistisch und bauen den Rest auch wieder zusammen. Am Anfang kamen tatsächlich noch ein paar Tropfen raus wenn man an der Steckachse gedreht hat, aber das könnten auch Rückstände gewesen sein. Bei der Kontrolle einige Stunden später war wirklich kein neues Öl in den Lager-Raum geflossen. Also Bremse komplettieren, neu einstellen und entlüften sowie den ABS Sensor einbauen. Die Distanzscheibe und Felge kommen auch wieder ans Fahrzeug damit es zurück auf den Erdboden abgesetzt werden kann. Nur in dieser Position kann der Ölpegel im Differentialgehäuse richtig geprüft werden. 



Dafür öffnen wir die Einfüllschraube am Differential und schauen erstmal ob Öl raus läuft. Ist das nicht der Fall können wir den kleinen Finger oder einen gebogenen Draht durchs Loch stecken und schauen wie hoch der Pegel steht. In unserem Fall war tatsächlich schon ordentlich was weggeflossen. Aber das stört uns nicht. Jetzt die Auffangwanne unterstellen, die Ablassschraube öffnen und das alte Öl rauslaufen lassen. Wir haben nochmal mit Bremsenreiniger etwas nachgespült. Anschließend die untere Schraube wieder festziehen und oben neues Öl einfüllen bis es überläuft. Die obere Schraube auch einschrauben und wir sind fertig. Die nächsten Wochen und Kilometer werden wir das Ankerblech ganz genau im Auge behalten und kontrollieren ob doch nochmal Öl austritt. 

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