Freitag, 4. Januar 2019

Spezialpassat Traggelenke und HU (Vorbereitungen)


Der Spezialpassat verirrt sich nur relativ selten in die alte Heimat. In der Zeit seit seinem letzten Besuch hat er einige Kilometer abgespult und bald ist auch noch die Hauptuntersuchung fällig. Darum nutzen wir die Gelegenheit und schauen uns den Wagen gründlich an, damit es später keine bösen Überraschungen gibt. Vielleicht schaffen wir es in diesem Jahr ausnahmsweise mit allen Fahrzeugen auf Anhieb durch die Prüfung zu kommen.


Neben dem bei dieser Passat Generation mittlerweile üblichen Rostproblemen gab es in der Vergangenheit nur wenig Grund zur Sorge wenn der Prüfingenieur unters Auto schaut. Nur die Bremse an der Vorderachse hat schon mal festgeklemmt und musste wieder gängig gemacht werden bevor die Reise weitergehen konnte. Genau deshalb wird nun in regelmäßigen Abständen kontrolliert ob die Vorderräder sich noch frei drehen können oder die Bremse wieder zu lange zupackt.


Bei der letzten Kontrolle fiel uns an der Bremse nichts negatives auf, dafür macht das Fahrwerk jetzt Probleme; das untere Führungsgelenk am rechten Vorderrad hat deutlich Spiel. Sogar so viel das man es im Lenkrad spüren kann wenn man durch ein passendes Schlagloch fährt. Ganz klar, das Teil muss erneuert werden sonst gibt es keine neue Plakette. Die Frage ist nur was wir sonst noch mit tauschen müssen, denn das Gelenk ist nicht fest mit dem Querlenker verbunden und kann einzeln ausgetauscht werden. Das spart uns Geld und hoffentlich auch ein bisschen Arbeit.


Im letzten August brauchte Charlies Golf ebenfalls Reparaturen am Fahrwerk. Damals musste eine Buchse im Querlenker getauscht werden und der Rest blieb wie er ist. Heute soll es genau andersherum ablaufen. Die Vor- und Nachteile sind dabei identisch: wir müssen keine Spureinstellung machen wenn das neue Teil so wie das alte eingebaut wird, der originale und kaum verrostete Querlenker bleibt erhalten und die noch intakten Gummibuchsen müssen nicht vorzeitig entsorgt werden. Wenn in der Zukunft auch die Gummibuchsen austauschreif sind, können wir (hoffentlich) einfach neue Buchsen in den alten Querlenker einpressen. Und dann ist wirklich alles Wichtige erneuert worden.

****Exkurs Traggelenke/Führungsgelenke beim Passat 35i B4 tauschen****


Für den Austausch brauchen wir neben einem oder zwei neuen Gelenken (eins pro Seite), neuen Schrauben und Muttern nur ein bisschen Werkzeug. Dazu gehören ein vernünftiger Wagenheber und Unterstellböcke damit die Vorderachse komplett frei hängen kann, Stecknüsse und Schraubenschlüssel SW13 und 17, einen langen Montierhebel/ Brecheisen, Drehmomentschlüssel und um die Arbeit zu erleichtern eine Trenngabel.


Sobald die Vorderräder in der Luft hängen, lösen wir die Radschrauben und nehmen das Rad ab. Je nachdem wie gut man an die Schrauben heran kommt mit denen das Führungsgelenk am Querlenker bzw. Achsschenkel befestigt ist, macht es die Arbeit deutlich leichter wenn zuvor der Bremssattel (zwei Schrauben) und die Bremsscheibe (eine Schraube) demontiert werden. Der Sattel kann mit seinem Rahmen als Einheit abgenommen werden (zwei Schrauben am Achsschenkel). Dann markieren wir uns die genaue Position der Schraubenköpfe auf dem Querlenker und lösen hier alle Schrauben. Zu guter Letzt folgt die Schraube welche das Gelenk im Achsschenkel fixiert. In unserem Fall musste mit viel Rostlöser und Kraftaufwand gearbeitet werden damit die Schraube raus ging. Und jetzt kommt der Lustige Teil: Mit der Trenngabel und dem Montierhebel muss der Zapfen vom Gelenk aus dem Achsschenkel gedrückt werden.


Unter Zuhilfenahme von reichlich Kraftausdrücken und vollem Körpereinsatz lässt sich das Gelenk nach unten raus drücken und anschließend aus dem Querlenker ziehen. Beim Einbau des neuen Teil muss nur darauf geachtet werden den Zapfen soweit in die Aufnahme zu schieben dass die Schraube in die Nut passt und am Querlenker alles wieder in der Ausgangslage ist. Die drei kleinen Schrauben bekommen 25Nm Anzugsmoment und die große Schraube 50Nm, der Bremssattelhalter 125Nm, die Führungsschrauben vom Bremssattel je nach Hersteller (Lucas/Girling 35Nm, VW 25Nm) und die Mutter am Stabilisator ebenfalls 25Nm. (Alle Angaben ohne Gewähr) Überall wo keine neuen Selbstsichernden Muttern verwendet wurden, kommt Schraubensicherungskleber zum Einsatz.

Auf der anschließenden Probefahrt zeigten sich keine Probleme. Der Wagen fährt sauber geradeaus und im Lenkrad spürt man keine Bewegung mehr. So ging es am ersten Arbeitstag im neuen Jahr direkt zur Hauptuntersuchung und mit neuer Plakette auf dem Nummernschild wieder zurück in die Ferne.

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