Montag, 26. Juli 2021

Offroad in Fürstenau - in Dust we trust

 

Hygienekonzept sei dank, dürfen wir endlich mal wieder in Gelände fahren. Dieses Mal sind wir im Fursten Forrest in Furstenau zu besuch. Mit dabei sind zwei Jimnys und die Samurai Besatzung, ausserdem noch zwei weitere Geländewagen die ihr erstes und einziges Training für eine Rallye von Dresden nach Afrika absolvieren müssen. Schauen wir doch mal was Mensch und Maschine noch so zu bieten haben. 


 

Leider konnten an diesem Wochenende nicht alle Teilnehmer wie bei der ersten Jimny Invasion teilnehmen. Immerhin spielt das Wetter (erstmal) mit, es soll bis zum Abend hin sonnig und trocken bleiben. Damit erkauft man sich zwar deutlich mehr Staub und Insekten in der Luft, dafür ist der Untergrund deutlich griffiger und der Pegel in den Wasserlöchern etwas niedriger sein. Schließlich wollen wir nicht nochmal einen Jimny versenken. 

 


Am Samstag morgen gegen acht Uhr beginnt die Anreise beim Bäcker, dort nehmen wir Proviant für den Tag auf. Die Suzukis wurden schon am Vortag präpariert; also in meinem Fall die Sommerreifen gegen größere Räder mit M/T-Profil tauschen, den Kofferraum leermachen und das ganze Offroadgeraffel einladen. Mittlerweile hat sich schon ein bisschen Equipment angesammelt das wir gerne dabei haben, aber möglichst nie benutzen wollen. Unter anderem Bergegurte, Schaufel, Soft-Schäkel und ein elastisches Bergeseil. 


 

Mit den lauten und rumpeligen Geländereifen fahren wir freiwillig auch auf der Autobahn nicht schneller als Tempo 90, aber irgendwann haben wir auch unser Ziel erreicht. Immerhin geht die Einlasskontrolle dank Voranmeldung gewohnt schnell über die Bühne. Drinnen wartet schon der zweite Jimny auf uns. Nur noch schnell die Nummernschilder abschrauben und Gummistiefel anziehen, dann können wir auch schon in den eigentlichen Offroadpark fahren. Gefühlt ist heute gar nicht so viel los, aber das stört uns nicht im geringsten. 

 

 

Zur Eingewöhnung beginnen wir den Tag wieder mit einer Runde über die Panzerstrecke. Der schwarze Samurai macht die Vorhut, dann folgt der höhergelegte Jimny mit A/T-Reifen und zum Schluss wir mit dem Serienfahrwerk und M/T-Reifen. Wir erwarten das der gelbe Jimny es am schwersten hat, darum dürfen oder müssen die anderen Wagen ihr Glück zu erst versuchen und wir können hinterher schauen welche Linie die beste war um ans Ziel zu kommen. Manchmal entscheiden nur wenige Zentimeter weiter links oder rechts ob man gut durchkommt oder sauber steckenbleibt. 


 

Je tauglicher das Fahrzeug und fähiger die Fahrer sind, desto unkritischer sind die meisten Hindernisse. Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu, bewahrheiten sich aber schon direkt im ersten Wasserloch der Panzerstrecke. Während der Samurai ohne Problem durchkommt, bleibt der grüne Jimny auf halber Strecke stecken. Offenbar hängt er in einer tiefen Spurrille fest und kommt aus eigenem Antrieb weder vor noch zurück. Zu unserem Glück hat die Samurai Besatzung eine Seilwinde am Start und ist gewillt ins schlammige Wasser zu steigen um das Seil anzubringen. Vielen Dank dafür.


 

Jetzt wo wir genau wissen welche Spur die richtige ist, kommen wir ohne weiteres durch. Die restliche Panzerstrecke ist trocken und kein Problem für die Suzukis, so macht es einfach nur Spaß die Hügel rauf und runter zu fahren. Nach zwei kompletten Runden machen wir uns auf den Weg zur nördlichen Sandfläche, dabei begnen uns ein halbes Dutzend VW Iltis und diverse Fernreisewohnmobile auf Basis alter Feuerwehrautos und Armeefahrzeuge. Schon interessant was manche Leute sich so zusammenbauen (lassen) um damit die Welt zu entdecken. Uns reicht es schon einen Tag im Wald und Sand zu spielen. Dabei wirbeln wir und die anderen Fahrzeuge reichlich Staub auf. Darum bleiben die Fenster geschlossen und die Klimaanlage dauerhaft im Einsatz. 



Damit alles gerecht bleibt, fahren wir uns erstmal mit dem gelben Jimny an einem kleinen unspektakulären Hügel fest. Mit ein bisschen mehr Schwung oder mehr Bodenfreiheit wären wir bestimmt rüber gekommen. Stattdessen hängen wir jetzt genau auf dem Scheitelpunkt mit beiden Achsen in der Luft. Entweder wir schaufeln jetzt den halben Hügel weg oder wir lassen uns rausziehen. Plan B klingt deutlich bequemer und wird realisiert. Statt der Seilwinde soll jetzt das elastische Bergeseil zum Einsatz kommen. Wie der Name schon sagt gibt es hier keinen harten Ruck beim anziehen weil das Seil ein Stück weit nachgeben kann. Funktioniert wirklich gut.

 


Keine 15 Minuten später hat sich der grüne Jimny an einem recht steilen Hügel bergauf so weit eingegraben das er aus eigener Kraft auch rückwärts nicht weiter kommt. Jetzt können wir auch mal am anderen Ende vom Seil ziehen und jemanden bergen. Inzwischen ist es schon 13h durch und die letzten beiden Autos unserer Gruppe sind auf dem Campingplatz eingetroffen. Der gelbe Ford Maverick und schwarze Opel Frontera sollen Ende des Jahres eine Rallye von Dresden nach Gambia fahren und dort für wohltätige Zwecke versteigert werden. 

 

 

Um sicher zu gehen das Fahrer und Fahrzeug dieser Aufgabe gewachsen sind finden heute ein paar Übungen statt. Bis auf etwas gröberes Reifenprofil am Opel und natürlich Allradantrieb sind beide Fahrzeuge quasi serienmäßig, aber das hat uns auch noch nie aufgehalten. Mit tatkräftiger Unterstüzung und Anleitung der Samurai-Besatzung werden die Fahrer wieder über die Panzerstrecke (ohne Wasserlöcher) und über die nördliche Sandfläche geführt. Dort lernt man am besten eine sandige Steigung mit tiefen Löchern hochzufahren. Das Zauberwort heißt Vollgas, und wenn der Motor nicht bis in den Begrenzer dreht war das auch kein Vollgas. 

 

 

Später am Nachmittag macht sich unsere Gruppe unter dem Motto "Wir sind der Stau" auf den Weg zum Canyon wo die Bäume teilweise ziemlich eng zusammen stehen. Die hintere Stoßstangenecke Frontera trug leider einige Blessuren davon, aber für den Verkauf in Afrika sollte das nicht weiter schlimm sein. Hauptsache die Lektion wurde gelernt; nicht einfach Rückwärtsfahren ohne einen Einweiser zu engagieren. Abgesehen davon funktionieren die beiden Rallyeautos überraschend gut und kommen fast überall durch. Im wesentlichen wurden die beiden Wagen nach dem Preis und der Zuverlässigkeit ausgewählt, alles andere war optional. 

 

 

Zum Abschluss des Tages besuchen wir nochmal die südliche Sandfläche und dann den Waschplatz. Wie wir erfuhren findet heute auch noch ein US-Car Treffen hier im Fursten Forrest statt. Das müssen wir uns natürlich erstmal anschauen bevor der Grill angeheizt und bei zeitweise ordentlichem Regen das Abendessen genossen wird. Auch während der Rückfahr schüttet es pausenlos. Darum nehmen wir einen Teil vom Gepäck au dem Samurai im Jimny mit. Eine geschlossene ist Kabine manchmal nicht nur wegen der Klimatisierung von Vorteil. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Absenden eines Kommentars bestätigst du, die Datenschutzerklärung (https://schlagzeilenkaefer.blogspot.com/p/impressum.html) zur Kenntnis genommen zu haben.

Mit Absenden deines Kommentars werden Name, E-Mail, Kommentar, URL, IP-Adresse und Zeitstempel in einer Datenbank gespeichert. Du kannst Deine Kommentare natürlich später jederzeit wieder löschen lassen

Indem du mir einen Kommentar hinterlässt, erklärst du dich AUTOMATISCH mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden!

Dieser Blog ist mit Blogspot erstellt und wird von Google gehostet.
Es gelten die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen für Googleprodukte.