Montag, 23. August 2021

Kawasaki Z1000 Umbauten Teil 2

 

Und weiter gehts mit der schwarzen Kawasaki Z1000. Während der Fahrlehrer versucht das nötige Wissen für die Prüfung zu vermitteln, kümmern wir uns darum die Maschine komplett fertig zu stellen bevor der Führerschein da ist. Heute soll ganz viel an der Beleuchtung passieren. Wenn es eine Sache gibt die schwarzen Motorrädern gut zu Gesicht steht, dann sind das noch mehr schwarze Anbauteile. Und davon hält der Zubehörmarkt jede Menge Auswahl bereit. 

 

 

Damit wir nicht allzuoft die selben Teile an- und abbauen müssen, versuchen wir uns vor Arbeitsbeginn einen Schlachtplan zu machen was zusammenhängt und gleichzeitig gemacht werden sollte. Beispielsweise müssen die hinteren Seitenteile demontiert werden um irgendwie ans Rücklicht zu kommen und wenn wir sie schon mal in Händen halten können gleich die alten Aufkleber entfernt und alles zum Lackierer gebracht werden. Um die Seitentteile abbauen zu können muss als erstes die hintere Sitzbank entriegelt werden. Dafür gibt es ein Schlüsselloch links unterhalb der Heckverkleidung, bis wir das gefunden haben (ohne Betriebsanleitung) hat doch einen Augenblick gedauert. 

 

 

Tatsächlich arbeitet man sich am besten von oben nach unten durch alle Schrauben (Inbus 4-6mm) und Plastikclips (mit Kreuzschlitz lösen) und wackelt einfach mal vorsichtig an den einzelnen Panelen um rauszufinden wo noch irgendwas hängt. Da der Vorbesitzer einen Aluminium-Kennzeichenhalter mit anderen Blinkern montiert hat, wurde hier schonmal ordentlich an der Elektrik rumgespielt. Darum kann der Halter auch nichtmehr ohne weiteres abgenommen werden. Darum wird es nochmal ein bisschen mehr Fummelarbeit um das originale, weiße Rücklicht rauszukriegen. Neben zwei Schrauben wird es zusätzlich mit Haltenasen links und rechts eingerastet. Bis das neue, schwarze Rücklicht vernünftig sitzt braucht es einige Anläufe und Nacharbeiten. Immerhin sieht es jetzt gut aus.

 

 

Nur um ganz sicher zu gehen und die zukünftig frisch lackierten Verkleidungsteile bestmöglich zu Schützen haben wir noch Sturzpads links und rechts an den Rahmen montiert, dafür musste nur jeweils eine 8mm Inbusschraube rausgedreht und der Aluminiumblock wieder eingeschraubt werden. Aber Achtung, die zwei Protectoren sind links und rechts unterschiedlich breit. Ebenfalls zum Schutz des Lack dient die neue Hinterradverkleidung, sie ersetzt den normalen Kettenkasten und wird an bereits vorhandenen Befestigungspunkten montiert. So schön ein freiliegendes Rad am Moped auch sein mag, verteilt es doch umso mehr Dreck von der Straße. Bis auf die korrekte Befestigung der Bremsleitung (durch die mitgelieferten Klebepads) so das nichts scheuert, muss hier nur wenig beachtet werden. 


 

Weniger nützlich, aber aus ästhetischen Gründen trotzdem sehr wichtig sind neue, schwarze Blinkergläse vorne. Diese werden von innen in die Seitenverkleidungen eingesetzt. Dafür genügt es die Innenteile der Verkleidung zu lösen und aus dem Weg zu drücken. Zwei Dinge haben uns trotzdem länger aufgehalten; die Glühlampensockel sitzen enorm stramm im Blinkgerhäuse, darum können nur mit einer Zange gedreht werden um sie rauszunehmen und zum anderen wiedermal die miese Passgenauigkeit. Erst nachdem einige der Haltenasen weitestgehend abgefeilt waren, konnte das Blinkergehäuse vollständig und bündig eingesetzt werden. Diese Detailarbeiten fressen echt viel Zeit, lassen die ganze Maschine am Ende aber deutlich wertiger aussehen. Darum machen wir uns diese Arbeit gerne. 

 

 

Und weil die gelben Blinker hinten jetzt gar nicht mehr ins Gesamtbild passen, wollen wir sie natürlich auch gegen dunkle Exemplare auswechseln. Letztendlich fiel die Wahl auf animierte LED Blinker. Nicht (oder nicht nur) weil wir so verspielte Dinge lieben, sondern weil sie ziemlich klein, mit einer passenden Form und schön hell sind. In der Theorie ist der Einbau gar keine große Aktion. Erst die Kabel der Blinker lösen, dann die Überwurfmutter abschrauben und alles rausziehen. Die neuen Blinker in umgekehrter Reihenfolge einsetzen und wieder anschließen, fertig. Leider sieht die Praxis ein klein bisschen anders aus. 

 

 

Die Blinker hinten fliegen geradezu von innen nach aussen (Lauflicht-Effekt) und die vorderen Glühlampen blinken viel zu schnell. Offenbar genügt die geringe Stromaufnahme der LEDs nicht um das lastabhängige (also Stromaufnahme der Verbraucher) Blinkerrelais passend zu belasten. Belasten ist auch schon genau das richtige Stichwort. Mit zusätzlichen Lastwiderständen die in die Stromleitug zu den jeweiligen LED Blinkern eingeschleift werden, steigt die Stromaufnahme und für das Relais ist die Welt wieder in Ordnung. Wichtig beim Einbau ist nur das alle Kabel sauber verlegt sind und die Widerstände nirgendwo auf der Kunststoffverkleidung aufliegen - wenn man mal längere Zeit den Blinker an lässt, können sie sehr heiß werden. 

 

 

Das letzte Teil welches wir am heutigehen Tage montieren wollen ist wieder etwas mit praktischem Nutzwert; eine digitale Ganganzeige. Damit weiß man immer welcher Gang gerade eingelegt ist, dieses Feature hatte die Z1000 damals leider noch nicht. Zugegeben mit ein wenig Fahrpraxis braucht man so eine Anzeige wohl nicht mehr wirklich, aber soweit ist Herr L. ja auch noch nicht. Also ran mit dem Teil. Zu unserem Glück ist die Zubehör-Cockpitverkleidung so breit das neben dem eigentlichen Kombiinstrument noch genügend Platz für das kleine Display ist. Aus einem Blechstreifen biegen wir eine Halterung zurecht die an der linken Halteschraube vom Kombiinstrument angebracht wird. Theoretisch wäre eine Montage per Klemmschelle am Lenkerrohr möglich, aber so gefällt es uns deutlich besser.

 


Um an die Datenbus Steckdose unterm Soziussitz zu gelangen (roter Pfeil, zweites Foto) müssen wir die vorderen Seitenverkleidungen entfernen (teilweise nur eigesteckt) und den Benzintank anheben. Darum lohnt es sich vorher den Tank leerzufahren oder abzupumpen, ansonsten Hilft nur noch ein kräftiger Assistent weiter. Wir achten darauf die Leitung nirgendwo einzuquetschen und alles möglichst stabil und wasserdicht zu montieren. Ob das System richtig funktioniert können wir nur bei einer Probefahrt feststellen, aber darum kümmern wir uns dann beim nächsten Mal. Jetzt steht Herrn L. wieder eine Woche Fahrstunden bevor.

 


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