Freitag, 14. Oktober 2022

Offroad Budel 2022 - Teil 1

 

Der Dreck und Schlamm vom letzten Wochenende im Mammutpark ist noch nicht vollständig abgewaschen und jetzt sind wir schon wieder unterwegs ins Gelände. Nur besuchen wir dieses mal keinen normalen Offroadpark. Budel ist anders, ganz anders; neben der Hausstrecke die extra für ein Wochenende ausgebaggert wird führen Roadbooks über unterschiedlich anspruchsvolle Geländeparcours die in der Region verstreut sind und von ansässigen Firmen und Privatleuten zur Verfügung gestellt werden. Wir sind schon gespannt wie das wohl funktioniert.


 

Auf die Gefahr hin das es Anfang Oktober auch schon mal etwas kälter werden kann, wollten wir nicht im Zelt übernachten und weil alle Hotels und Pensionen im näheren Umkreis ziemlich schnell ausgebucht sind, fahren wir mit dem Wohnmobil. So haben wir alles dabei was wir brauchen und können direkt am Hofgelände campen. Mit dabei sind Team Rappelmann und Tippe als Copilot. Ein zweiter Samurai der eigentlich mitkommen wollte, ist leider nicht mehr rechtzeitig fertig geworden. Ob wir trotzdem durchkommen, müssen wir dann selbst herausfinden. 

 


Am Freitag um 11h versammelt sich die Karavane für die knapp 240km Anreise. Damit unterwegs keine Langeweile aufkommt, verpassen wir dem Wohnmobil noch schnell ein CB Funkgerät und dann gehts los nach Holland. Das Programm beginnt zwar erst richtig am Samstag morgen, aber wenn die anderen Teilnehmer dann alle in der Schlange bei der technischen Kontrolle stehen, wollen wir schon längst unterwegs sein. Die Hinfahrt verlief, abgesehen von etwas Stau in Duisburg, ohne Zwischenfälle. Der Rappelmann gibt das Tempo vor und der Jimny samt Anhänger macht das Schlusslicht. Nach knapp vier Stunden mit Pausen ist das Ziel erreicht und der Spaß kann beginnen. 

 


An der Einfahrt wird erst die Anmeldung gecheckt und dann ein passender Platz auf der Campingwiese zugeteilt. Schon jetzt stehen um uns herum sicherlich zwanzig Wohnwagen und Wohnmobile. Damit wir keine Zeit verlieren, stecken wir schnell die Geländereifen um und stellen uns in die Schlange vor der technischen Kontrolle. Abhängig davon welche Route man fahren will muss das Auto unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Die Blaue ist ganz ohne spezielle Kriterien, Allradantrieb und etwas Bodenfreiheit sollten reichen, die Rote erfordert wenigstens AT-Reifen, ein Höherlegungsfahrwerk und einen Bergegurt samt geeignetem Befestigungspunkt am Auto. Für die schwarze Route muss zusätzlich eine (funktionierende) Seilwinde und MT Reifen vorhanden sein. Wenn alles passt gibts den entsprechenden Aufkleber auf die Frontscheibe und der Weg ist frei zum Hauptgelände. 

 


Hier erwartet uns ein Rundkurs mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, primär Sandhindernisse aber auch ein paar echt knackige Betonhürden und die Modderbak, eine 30m lange Schlammpiste die es möglichst bis zum Ende zu befahren gilt. Im Innenfeld stehen einige alte Wohnwagen bereit die für Rennen gebraucht und anschließend vermutlich in Einzelteilen aufgesammelt werden. Aussen um die Strecke sind eine Fressmeile, das Festzelt sowie diverse Händlerstände verteilt. Vom Zusatzscheinwerfer über eine neue Seilwinde bis zum kompletten Jeep kann man hier alles kaufen. Wir stürzen uns gleich ins Getümmel und testen die Strecke. Für die erste Runde noch auf der blauen Piste, anschließend auch die Rote. Da der Boden sehr trocken ist haben wir keine wirklichen Traktionsprobleme und kommen gut durch. So drehen wir diverse Runden bis der Hunger zu groß wird. 

 


Typisch holländisch wird hier fast alles entweder gebraten oder frittiert serviert. Und es schmeckt echt lecker. Da wir bis zum Wohnmobil nur einmal über die Campingwiese laufen müssen (immer den Stahlplanken als temporäre Fahrbahn folgen), gibt es noch das eine oder andere Grolsch zum runterspülen. Währenddessen ist die Modderbak mit viel Wasser geflutet worden so das selbst große Räder allein nicht mehr ausreichen. Jetzt hilft nur viel Leistung und Anlauf - oder der Bagger mit dem Bergeseil am Arm. Damit wir für den nächsten Tag fit sind gehen wir früh schlafen und sind am Samstag um kurz nach 8h am Hauptzelt beim Frühstück. Eine Stunde später öffnen die Schalter für die Roadbooks. Nach Startnummern gruppiert kann man hier den Fahrplan für den Tag erhalten. Alles sehr gut organisiert, aber bei 1200 Startnummern muss es das wohl auch sein. 

 


Über Landstraßen und Feldwege geht es ohne Navigationsgerät durch die Natur zum ersten Fahrgelände. Da die ganze Veranstaltung offiziell genehmigt ist, gibt es auch keine Probleme mit den Anwohnern und Bauern. Bei uns zuhause nur schwer vorstellbar sowas auf die Beine zu stellen. Das auf der Straße die Gesetze zu beachten sind und im Gelände nur auf den markierten Wegen gefahren darf (und das auch kontrolliert wird) steht nochmal extra im Roadbook. Auch bei den Fahrgeländen wird nach roter und schwarzer Strecke unterschieden (die blaue Route führt nur über feste Straßen, ohne Gelände), ansonsten können auch mal ein seriennaher Lada Niva, ein aufgemotzter Nissan Patrol und ein ehemaliger Bundeswehr Unimog in der Warteschlange zusammenstehen. 

 


Speziell im ersten Fahrgelände verbringen wir fast zwei Stunden bis das andere Ende erreicht ist, obwohl das Areal gar nicht so groß erscheint. Die Kombination aus dicht stehenden Bäumen, teilweise quer liegenden Baumstämmen und tiefen Senken bringen nicht nur den Jimny an seine Grenzen. Dabei fällt auf das selbst die allermeisten augenscheinlich stark (und teuer) modifizierte Geländewagen mit hohem Fahrwerk, zwei Seilwinden, riesigen Rädern und allerlei Offroadzubehör keine Differentialsperre haben so dass sie in den Verschränkungspassagen ziemlich schnell stecken bleiben und hilflos die Räder durchdrehen lassen. Natürlich kann man sich in so einem Fall mit der Seilwinde irgendwie aus der Patsche helfen, aber das kostet Zeit. Immerhin ist die Hilfsbereitschaft allgemein sehr groß so das es nie lange dauert bis ein paar Leute mithelfen das Auto von Hand zu bewegen oder mit einem Seil freizuziehen. Das gehört eben dazu wenn man in Budel mitfährt. 


 

Eine offizielle Bergehilfe gibt es nicht, wobei die Ordner zwischenzeitlich den Rappelmann nach vorne bitten um einen besonders verkanteten Cherokee aus dem Loch zu ziehen in das er sich immer weiter eingräbt. Unsere Lektion daraus ist, nach Möglichkeit immer vor den besonders großen Fahrzeugen ins Fahrgelände zu kommen oder erstmal ein bisschen Pause zu machen damit sie Vorsprung gewinnen. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren (bis 17h muss das letzte Geländestück angefahren werden), gehen wir die nächste Sektion erstmal zu Fuß ab und beschließen sie zu überspringen da hier nichts wirklich spektakuläres auf uns wartet. Wobei das nicht heißen soll das wir hier keinen Spaß gehabt hätten.


Wie das restliche Wochenende verlaufen ist, berichten wir euch dann beim nächsten Mal.

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