Montag, 20. März 2023

(Rost-)roten Ford Sierra schweißen - Teil 2

 

Die Odyssee geht weiter. Nachdem wir beim letzten Mal bereits erste Erfolge in Form eines weitestgehend endgeschweißten linken Schweller inklusive Stehblechen vermelden konnten. Ist jetzt auch der Gegenpart auf der Beifahrerseite komplett verschlossen. Soweit sind damit alle von aussen direkt sichtbaren Rostherde eliminiert und wir können uns der nächsten Schadstelle, dieses Mal am Unterboden, zuwenden. Eigentlich müsste dieser Sierra schon sehr bald fertiggestellt sein. Uneigentlich haben wir wieder neue Baustellen gefunden und sind weiter weg vom Ziel als zuvor.


 

Bevor wir darauf näher eingehen wollen, gibt es hier erstmal ein paar Bilder vom Schwellerende rechts hinten. Dort war der Rostbefall ähnlich schlimm wie schon auf der linken Seite, jedoch auf einem kürzeren Stück und der Flicken nicht ganz so stark angerostet. Wir vermuten darum das hier erst deutlich später Rost entdeckt und "repariert" wurde. Dieses Phänomen haben wir in der Vergangenheit schon mehrfach beobachtet und keine wirkliche Erklärung parat. 

 


Nachdem der Flicken samt umliegendem Blech ausgeschnitten wurde und der Weg frei zum dahinter liegenden Stehblech ist, schneiden wir auch dieses großzügig weg. Mit einem Stück Pappe als Schablone können wir die Form des neuen Reparturblech auf die Blechtafel übertragen und mit der Blechschere zurechtschneiden. Im Zweifelsfall haben wir hier ohnehin nur einfache und gerade Stücke die es einzupassen gillt, so das keine Probleme zu erwarten sind. Nachdem das innerste Blech erfolgreich eingeschweißt ist, folgt das Zwischenblech und anschließend die Aussenhaut. 

 


Hier müssen wir wieder unsere manuelle Kantbank bemühen um die zwei Knicke ins Blech zu bekommen die den Schwellerfalz bilden. Mit den beiden Stücken Winkeleisen im Schraubstock und einem Hammer dengeln wir das Blech solange zurecht bis es die richtige Form hat und exkat dem Vorbild entspricht. Wenn es am oberen Ende nicht 100%ig passt können wir das immernoch zurechtdrücken und dann anschweißen, aber unten muss alles richtig sein damit später keine Wellen oder Versatz zu sehen sind. Sobald alles an der richtigen Stelle ist, wird reihum geheftet damit das Blech nicht zu heiß wird und anschließend die Naht glattgeschliffen. 

 


Nach unserer ursprünglichen Einschätzung müssten wir jetzt nur noch ein Loch im Fahrer-Fußraum verschließen. Da hier von unten Unterbodenschutz und von oben der Teppich und Schalldämmung (Bitumen) aufgebracht sind und alles leicht brennbar ist, müssen wir erstmal alles aus dem Gefahrenbereich entfernen. Das bedeutet der Teppich muss hochgelegt werden und dafür muss der Fahrersitz ausgebaut werden. Leider gelingt das nicht ohne mindestens eine Schraube abzureißen. Das ist wieder so ein typischer Sierra-Defekt, bringt uns aber auch nicht um. Mit dem Heißluftfön und Spachtel entfernen wir die Teermatte von oben und mit dem Drahtbürstenaufsatz in der Bohrmaschine den Unterbodenschutz von unten. 

 


Jetzt können wir die rostige Sektion heraustrennen und wieder mittels Schablone ein passendes Reparaturstück zurechtschneiden und einschweißen. Sofern man immer ein Auge darauf hat, das am Unterboden nichts anfängt zu brennen, empfehlen wir tatsächlich vom Innenraum aus zu schweißen. So muss man nicht kopfüber arbeiten und die Schweißnaht wird wesentlich einfacher. Damit die Innenausstattung nicht verschmutzt wird, haben wir die umliegenden Bereiche mit Handtüchern abgedeckt. Laut usprünglichem Plan können wir jetzt die Rostschutzfarbe rausholen und alles überpinseln wo wir geschweißt und geschliffen haben. Dann den Rest vom Auto wieder zusammenbauen und raus auf die Straße fahren. 

 

 

In der Realität haben wir leider schon wieder weitere Rostnester und Löcher gefunden (teilweise waren es noch keine Löcher bevor wir angefangen haben wie die Geisteskranken mit dem Schraubendreher drin herumzustochern, aber besser jetzt als in zwei Jahren nochmal von neuem Anfangen).  Unter anderem an der linken hinteren Sitzbefestigung ist das Bodenblech durch, dazu noch an mindestens vier Stellen wo der Boden zum Schweller übergeht und zusätzlich ist die Schweißnahtabdichtung zur Rücksitzbank unterwandert. Wenn wir hier mit der Drahtbürste drübergehen erwarten wir noch mehr Rost zu sehen. Aus dem selben Grund legen wir jetzt gleich die Beifahrerseite mit frei. 

 


Von unten hat man hier zwar gar nichts gefunden, aber teilweise arbeitet der Rost echt gu verborgen und kann vom Innenraum aus deutlich leichter gefunden werden. Wie befürchtet ist auf der anderen Seite ebenfalls ein kleines Loch vorne im Fußraum, die Sitzbefestigung unterrostet und zwei Löcher im Übergang zur Rücksitzbank. Leider oder zum Glück ist die Gasflasche vom Schweißgerät gerade aufgebraucht worden so das wir erstmal Feierabend machen bis wir Nachschub holen können.

 


Sofern wir nicht noch mehr neue Arbeit finden erwarten wir beim nächsten Statusupdate alle Blecharbeiten erledigt zu haben, dann könnnen wir uns auch endlich um ein paar erfreulichere Dinge zu kümmern.

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