Montag, 13. Oktober 2025

Bei der Jeep Community im Mammutpark 2025 Teil 2


Während der rote Samurai einen Pokal für das schönste Fahrzeug bekommen hat, würden wir dem schwarzen Rappelmann gerne den Preis für das mieseste Timing verleihen. Ausgerechnet mitten im Gelände, unmittelbar hinter einem Wasserloch macht der Motor Probleme. So halten wir nicht nur den Betrieb auf, wir wissen noch nicht mal ob es gelingen wird ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. 



Der erste Schritt ist natürlich zu versuchen den Fehler direkt vor Ort zu beseitigen und eigenständig weiter fahren zu können. Die Vermutung das es irgendwas mit Wasser und Feuchtigkeit zu tun haben könnte liegt auf der Hand wenn man gerade durch ein tiefes Wasserloch gefahren ist. Aber ob es an der Zündung oder Einspritzung liegt können wir noch nicht sagen. Dafür brauchtes weitergehende Prüfungen, die machen wir ganz schnell in dem wir ein Zündkabel von der Zündkerze abziehen und den blanken Kontakt irgendwo an den Motorblock halten. Sofern jetzt kein Funke überspringt liegt es wohl an der Zündanlage.



Genau das ist hier der Fall. Bis auf etwas Kontaktspray in die Steckkontakte zu jagen können wir hier im Moment nicht sonderlich viel ausrichten. Im Camp geht das bedeutend besser. Aber da müssen wir erstmal hin kommen. Wege dorthin gäbe es einige zur Auswahl, aber welcher ist der beste? Im Moment steht nur der Jimny als Abschleppfahrzeug zur Verfügung. Leistung und Traktion sind also begrenzt. Das heißt wir müssen versuchen damit ans Ziel zu kommen. Oder jemand anderes um Hilfe bitten, aber das ist nur Plan B. Mit einem kurzen Bergegurt zwischen den Suzukis geht es Rückwärts durchs Wasserloch und einen schmalen Weg bergauf bis wir Platz zum Wenden haben. Hauptsache uns läuft kein Wasser ins Auspuffrohr. Das wäre sowohl bei laufendem als auch bei stehendem Motor eher schlecht, darum macht man sowas normalerweise auch nicht.



Heute ging alles gut, auch wenn das Rückwärts rangieren auf dem schlammigen Boden und die Sicht in den Außenspiegeln eher suboptimal ist. Jetzt können wir die Suzukis richtig herum zusammenbinden und weiter ins Camp fahren. Dafür müssen wir allerdings noch einen letzten steilen Hügel überqueren. Normalerweise ist das kein Problem. Aber durch den Regen der letzten Tage ist der Untergrund schön schlammig und die Traktion eines Autos reicht nicht aus um zwei zu ziehen. Sowohl langsam als auch mit ordentlich Anlauf bleibt unser Gespann kurz vor der Kuppe stehen. Bloß gut das der Samurai eine elektrische Seilwinde, eine große Batterie und einen Baumgurt dabei hat. So kann er sich selbstständig bis ganz nach oben ziehen und dann übernimmt der Jimny wieder. Bergab geht es deutlich einfacher, solange wir nicht bremsen müssen oder uns der Rappelmann zu dicht aufläuft.



Zurück im Camp setzen wir die Fehlersuche fort. Am ersten Zylinder kommt kein Zündfunke an, aber wenn wir das Kabel von der Zündspule zum Zündverteiler an den Motorblock halten und versuchen zu Starten springt ein ordentlicher Funke über. Das heißt die eigentliche Zündanlage funktioniert, bloß der Verteiler hat eine Macke. Zur weiteren Untersuchung lösen wir zwei Schrauben und nehmen die Verteilerkappe ab. Vielleicht ist ja trotz nachträglich verbesserter Belüftung irgendwie Wasser rein gekommen. Was wir zu sehen bekommen ist nicht was wir erwarten; ein paar schwarze Plastikkrümmel liegen auf dem Verteilerfinger und der Graphitkontaktstift ist nicht mehr vorhanden. Also so gar nicht mehr. Das ist kein normaler Verschleiß sondern ein spontaner Defekt. 



Ohne diesen Graphitstift ist der Abstand wischen Verteilerkappe und Finger zu groß als das der Zündfunke ihn überwinden kann. Entweder wir finden eine Lösung oder der Motor vom Rappelmann wird so schnell nicht mehr laufen. Freundlicherweise hat der VW T3 Fahrer neben uns im Camp ein ordentliches Ersatzteilefundus an Bord. Unter anderem eine M8 Mutter. Die passt ziemlich passgenau in die Aussparung im Verteilerfinger ohne irgendwas zu verklemmen. Dann wollen wir doch mal testen ob es funktioniert. Der Motor braucht zwar ein paar Umdrehungen aber irgendwann springt er tatsächlich wieder an. Zugegeben richtig gesund klingt es nicht, aber schon mal deutlich besser als vorher. Trotzdem wir der Entschluss gefasst so nicht ins Gelände oder bis nach Hause zu fahren. 



Das ist einfach der riesengroße Vorteil wenn man 1. ein eigenes Ersatzteillager zuhause im Keller hat und 2. nette Menschen kennt die auch am Sonntag Mittag bereit sind mal eben ein paar Stunden Autofahrt in Kauf zu nehmen um die nötigen Teile vorbei zu bringen. Die Wartezeit verbringen wir nicht mit dumm rumsitzen sondern zu viert im Jimny. Das geht sogar überraschend gut. Wobei wir jetzt natürlich ein bisschen weniger riskieren, so ohne zweites Fahrzeug das uns wenn nötig rausziehen kann. Trotzdem hat der Jimny auch mit minimal mehr Gewicht ausreichend Bodenfreiheit um nicht sofort überall hängen zu bleiben. Passend zur Mittagspause treffen die nötigen Ersatzteile im Camp ein.



Während in Villarriba schon gegessen wird, muss in Villabajo noch geschraubt werden. Das heißt die Rappelmannbesatzung ersetzt die Verteilerkappe und den Verteilerfinger, die Jeepfahrer daneben reinigen ebenfalls die Zündkabelstecker da ihr Motor ebenfalls etwas Wasserscheu ist. Und wir sitzen mit dem Gaskocher daneben und machen uns BakedBeans warm. So hat jeder etwas zu tun. Mit den neuen Teilen unter der Haube springt der Samurai wieder und schafft es zumindest ohne Zwischenfälle rüber zum Waschplatz. Nachdem endlich beide Suzukis frisch gewaschen sind, will der Rappelmann wieder nicht anspringen. Nur nach einer Dusche Kontaktspray in diverse Steckverbindungen erwacht der Motor zum leben. Aber auch nicht wirklich gut.



Wieder zurück im Camp beginnt die Fehlersuche erneut. Leider ohne wirklichen Erfolg. Kurzzeitig wurde sogar überlegt einfach Teile von Rappelmann und Allrad-Tomate durch zu tauschen um den Fehler einzugrenzen. Letztendlich brach irgendwann die Dämmerung an und wir wollten endlich nach Hause. Also entweder den Rappelmann zurücklassen oder den kleinen gelben Anhänger an die Allrad-Tomate hängen und der Jimny zieht den Rappelmann nach Hause. In Anbetracht der weiten Strecke und dem Zeitaufwand wurde Option 1 gewählt. So kommen wir immerhin halbwegs flott nach Hause. Am nächsten Tag kehrt der Rappelmannfahrer mit dem Rav4 und Trailer zurück um das verlorene Schaf nach Hause zu holen. 



Aber nicht ohne zuvor nochmal neue Zündkerzen und Zündkabel zu installieren. Wieder springt der Motor problemlos an und Fährt auf den Trailer. Und zuhause will er nach einer weiteren gründlichen Wäsche wieder nicht anspringen. Das Problem existiert also immer noch. Leider haben wir nicht all zu viel Zeit bis zum nächsten Offroad-Ausflug. Darum wird der Samurai direkt zu einer Werkstatt nach Erwitte die sich mit alten (japanischen) Geländewagen auskennt und den Fehler hoffentlich bald finden wird. Wir bleiben gespannt. 

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