Die Flugreise und die erste Nacht in NewYork sind erfolgreich überstanden, jetzt kickt der Jet-Lag und wir sind schon um kurz nach Fünf hellwach. Draußen scheint die Sonne und die Straßen sind verhältnismäßig ruhig. Perfekte Voraussetzungen für einen schönen (und vermutlich langen) Tag im Big Apple. Auf dem Programm steht neben dem obligatorischen Sightseeing für Touristen ein wichtiges Reiseziel in der Stadt; das Museum an Bord und rundherum um den Flugzeugträger USS Intrepid.

Geplant ist erstmal alles was irgendwie vertretbar ist zu Fuß zu machen und wenn nötig auf ein Taxi oder Uber umzusteigen. Rückwirkend betrachtet hätte ein Mehrtages-Ticket in einem der HopOnOff-Busse definitiv Geld gespart aber das war uns ist uns in dieser Reise ziemlich egal gewesen. In Anbetracht der Kosten für Essen, Eintrittskarten (wenn man keine Rabatte nutzt) und natürlich Souvenirs immer noch nicht der größte Punkt auf der Abschlussrechnung. Würden wir nicht, frisch motiviert und einem Bagel im Bauch, erstmal im großen Bogen zum Central Park und dann die Fifth Avenue hinunter laufen, könnte man auch innerhalb weniger Minuten auf direktem Wege vom Times Square zum Hudson River gelangen.
Mit einer Höhe von knapp über 60m ist der Flugzeugträger zwischen all den Hochhäusern und neben dem Kreuzfahrtschiff dass direkt daneben liegt eigentlich ziemlich winzig. Aber wenn man dann davor steht und das Flugdeck alles überragt, wirkt sie doch ziemlich mächtig. Im Grunde sind es drei Museen in einem: das Schiff, die Flugzeuge darauf darin und davor sowie ein U-Boot. Leider haben wir heute nicht so viel Zeit dass wir bis Ladenschluss sämtliche Attraktionen besichtigen können. Den Anfang macht das Schiff selbst. Über eine Brücke gelangen wir direkt aufs Hangar-Deck. Dort stehen im vorderen Bereich die zwei Propellerflugzeugtypen die von diesem Träger in den Einsatz geschickt wurden. Dahinter folgen modernere Düsenjets und eine Raumkapsel - schließlich wurden auch schon NASA Astronauten transportiert.
Besonders für Kinder und Menschen die gerne alles Anfassen sehr interessant dürfte der hintere Teil des Hangar sein, hier befindet sich das Exploreum. Von nachgebauten (und echten) Flugzeugkabinen über Landekapseln und die Schiffsbrücke bieten sich jede Menge Stationen an denen man selbst aktiv werden kann. Nicht zum Mitmachen aber trotzdem sehr beeindruckend ist die Simulation der Kamikaze-Angriffe durch japanische Kampfflugzeuge, sowas habe ich in ähnlichen Museen noch nicht in dieser Art gesehen. Wir setzen unseren Rundgang fort und gehen in die unteren Decks wo die Mannschaftsunterkünfte, Werkstätten und Kombüse untergebracht sind.

Hier ist es bedeutend enger und stickiger als im Hangar. Wie das im Pazifik bei großer Hitze und voller Besatzung hier unten war wollen wir uns gar nicht vorstellen. Dafür gibt es jetzt erstmal eine kleine Stärkung im Bordbistro. Zwar keine authentische Militärration aber immerhin kalte Limonade und Muffins oder Mac&Cheese für den kleinen Hunger zwischendurch. Frisch gestärkt steigen wir hinauf aufs Flugdeck. Hier knallt die Sonne wieder richtig vom Himmel. Dicht gedrängt stehen hier diverse Luftfahrzeuge aus verschiedensten Epochen nebeneinander. Persönlicher Favorit in dieser Aufreihung ist sicherlich der SR71 Blackbird. So eine Maschine mal in Natura zu sehen war den Besuch schon wert.

Leider kann man gar nicht so nah an die Maschinen heran gehen um sie wirklich genau betrachten zu können, aber alles ist besser als nichts. Und zur Abwechslung gibt es von hier oben einen guten Blick auf den Fluss. Nebenan macht sich gerade ein Kreuzfahrtschiff zur Abreise bereit. Wir wollen lieber noch ein bisschen weiter hier bleiben und die restlichen Exponate erkunden. In Richtung Heck passieren wir ein paar weitere Jets und Hubschrauber die vielleicht oder ganz sicher niemals von diesem Träger eingesetzt wurden. Das selbe gilt auch für die zweite Hauptattraktion in einem eigenes dafür gebauten Hangar am Ende vom Flugdeck. Hier verbirgt sich einfach mal ein originales Space-Shuttle. Genauer gesagt die Enterprise, der Prototyp für das Space-Shuttle von 1977. Sowas haben wir hier auch nicht erwartet.
Für die Besucher denen der Raumfahrt Themenbereich nicht besonders zusagt gibt es hier auch noch eine umfangreiche Ausstellung zum Thema Tauchen und Tiefsee. Wieder mit diversen Mitmach-Stationen für fast alle Altersgruppen. Ob einem das Foto vor der Weltraumkulisse wirklich 35 Dollar wert ist muss jeder selbst entscheiden. Auch so gibt es genügend Gelegenheit im Souvenirshop ein kleines Vermögen auszugeben. Gerüchteweise konnten wir uns auch nur schwer zügeln. Wer weiß schon wann wir das nächste Mal hier her kommen werden. Insofern ist uns auch die Wartezeit um hoch auf die Insel zu gelangen nicht zu groß. So wird das Gebäude auf dem Flugdeck genannt in dem sich die Brücke und Flugzentrale befinden. Über diverse enge Treppen und Leitern gelangt man hier in die Zentrale vom Träger. Sehr interessant war dabei zu sehen wie gewisse Bereiche vom Schiff in der Vergangenheit im Zuge von Modernisierungen verändert wurden.
Für mich persönlich noch deutlich beeindruckender und ganz klar keine Selbstverständlichkeit waren die Anwesenden Zeitzeugen in Form von ehemaligen Besatzungsmitgliedern die den Besuchern ihre persönlichen Erlebnisse schildern und Fragen zur Geschichte der Intrepid beantworten konnten. In Anbetracht der Tatsache das dieses Kriegsschiff vor über 50 Jahren außer Dienst gestellt wurde ist das wohl nicht mehr all zu lange der Fall und ein weiter guter Grund für jeden der sich dafür interessiert eher früher als später hier her zu kommen. Das ist einfach was anderes solche Geschichten aus erster Hand zu hören. Trotzdem müssen wir jetzt langsam mal weiter ziehen. Draußen neben dem Flugzeugträger wartet noch ein weiteres Highlight auf uns: eine Concorde.
Leider heute nicht (mehr) für den Publikumsverkehr geöffnet aber das soll uns nicht weiter stören. Auch von außen macht dieses für damalige und heutige Verhältnisse beeindruckende Luftfahrzeug einen guten Eindruck. Im Vergleich zum Blackbird mag die Concorde ein gutes Stück langsamer sein, dafür ist der Komfort an Bord bedeutend besser gewesen. Immer wieder beeindruckend zu sehen was auf militärischer und ziviler Ebene möglich ist wenn den Konstrukteuren halbwegs freie Hand gelassen wird und mal ohne Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit etwas gebaut werden kann was heutzutage quasi unmöglich erscheint. Uns reicht es schon überhaupt irgendwie über den Atlantik geflogen zu sein, egal mit welcher Geschwindigkeit.
Für heute haben wir genug Input gehabt und Fotos geschossen. Bevor die Sonne wieder unter geht, laufen wir noch ein Stück weiter am Hudson River entlang. Ziel der Reise ist ein Hochhaus mit Aussichtsplattform. Unterwegs passieren wir eine kleine grüne Oase auf den Stelzen einer ehemaligen Straßenbahnstrecke die zwischenzeitlich umfunktioniert wurde. Ein bisschen Natur und frische Luft sind zum Abschluss dieses Tage vielleicht gar nicht so verkehrt. Die Fahrt zurück zum Hotel im Taxi ist dann wieder schnell und nervenaufreibend so das keine Müdigkeit aufkommen kann.
Als nächstes planen wir uns etwas weiter in Richtung Süden zu bewegen und den Ground Zero sowie weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung zu besuchen. Davon berichten wir euch dann beim nächsten Mal.
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