Freitag, 23. Januar 2026

Omega Bremsenreparatur für die Hauptuntersuchung


Wo der Omega schon mal auf der Hebebühne hängt um die Reserveradmulde zu reparieren (und um den Motor und das Getriebe ein bisschen sauber zu machen), schauen wir uns natürlich auch den Rest vom Auto ein bisschen genauer an um eventuelle Probleme und Defekte zu finden die uns bei der anstehenden Hauptuntersuchung zum Verhängnis werden könnten. Dabei fanden wir unter anderem völlig verschlissene Bremsbeläge an der Hinterachse und eine quasi wirkungslose Feststellbremse.


Vor fast genau zwölf Jahren haben wir die Bremsbeläge an der Hinterachse dieses Opel Omega B getauscht, damals war der Wagen erst 14 Jahre alt und hatte knapp 165tkm auf dem Zähler. Der Bremsbelag an einem Rad war schon so weit abgenutzt das Eisen auf Eisen schliff. Diese Mal sind wir zum Glück ein bisschen früher dran und können die Bremsscheiben einfach weiterverwenden. Damit sparen wir theoretisch schon mal jede Menge Zeit, bei dieser Bremssattelkonstruktion kann der Bremsbelag einfach rausgezogen werden.


Zumindest können sie das wenn nicht alles endlos festgerostet ist. Und in jedem Fall müssen wir erstmal das Auto aufbocken und die Hinterräder abnehmen. Dann können mit einem 4mm Splinttreiber und einem Hammer die beiden Pins und das Federblech zurückgeschlagen und entfernt werden. Nun hat man in einer perfekten Welt das originale Opel Spezialwerkzeug um in die Löcher der Bremsbelag-Trägerplatte einzuhaken und rauszuziehen. Sowas haben wir nicht, also muss eine gekröpfte Spitzzange und der Hammer ausreichen. Mit etwas rumwackeln und einigen gezielten Schlägen gegen die Zange kommen die Beläge doch noch raus.


Speziell der Innere Bremsbelag auf der Beifahrerseite wollte sich zunächst gar nicht vom Bremssattel trennen lassen. Aber mit Geduld, Gewalt und Geld kann man auch dieses Problem lösen. Das hier nach 15 Jahren trotz sorgfältiger Reinigung und Gebrauch von reichlich Keramikpaste trotzdem festrostet ist leider nicht ungewöhnlich. Wir gehen einfach mal davon aus das wir uns in 15 Jahren nicht nochmal mit diesem Thema beschäftigen werden müssen. Und wenn doch, sind wir auch damit glücklich. 


Zum Zurückdrücken der Bremskolben in den Sattel braucht es ein spezielles Rückstellwerkzeug da die normale Version mit der Spindel zum durchstecken hier nicht passt. Wie praktisch das wir genau so ein Gerät zur Hand haben. Auf der Fahrerseite klappt das ganz wunderbar, auf der Beifahrerseite verbiegt sich das Werkzeug erstmal ein bisschen bevor endlich der eine Kolben wieder in seine Bohrung wandern will. Vielleicht ist es doch an der Zeit sich mal einen oder zwei neue Bremssättel zur Seite zu legen. Oder wir ignorieren das Problem wieder so lange bis die Beläge beim nächsten Mal aufgebraucht sind. Schließlich hat es lange genug gehalten. 


Mit einer kleinen Drahtbürste und einem alten Schraubendreher kratzen wir den Dreck, Bremsstaub und Rost so gut wie möglich aus dem Bremssattel raus. Anschließend können die neuen Bremsbeläge mit etwas Keramikpaste an den Rändern und auf der Rückseite beschmiert und dann in den Sattel eingeschoben werden. Nun nur noch die Haltepins und das Federblech wieder von hinten und seitlich einsetzen und bis zum Anschlag in den Sattel schlagen. Wären wir nur wegen der Fußbremse an der Hinterachse gewesen, könnten wir jetzt die Bremse einige Male betätigen und schauen ob alles funktioniert und was noch wichtiger ist auch wieder komplett löst. 


In unserem Fall muss aber auch noch die Handbremse eingestellt werden. Das ist so lange wir den Omega besitzen immer schon eine Schwachstelle gewesen. Ohne automatische Nachstellvorrichtung muss hier regelmäßig (also immer zur Hauptuntersuchung) so lange am Einstellrädchen gedreht werden bis endlich eine ausreichende Bremsleistung mit einem vertretbaren Hebelweg erzielt wird. Dafür muss durch eines der Löcher in der Bremsscheibe gearbeitet werden. Leider gammelt genau dieses Einstellrädchen gerne mal fest und dann kann man gar nichts machen, außer einen Schraubendreher abzubrechen und auszurasten.


Also schnappen wir uns einen 19mm Ringschlüssel und lösen die zwei Schrauben am Bremssattel sowie einen 4mm Inbusschlüssel um die Halteschraube der Bremsscheiben zu lösen. Mit ein paar gezielten Gummihammerschlägen lockern wir jetzt die Bremsscheibe und ziehen sie von der Radnabe ab. Dann haben wir endlich die komplette Handbrems-Trommelbremse vor uns liegen. Der Nachsteller lässt sich halbwegs einfach aus seinem Sitz hebeln und auf der Werkbank zerlegen und reinigen. Wieder kommt etwas Keramikpaste zum Einsatz und damit wir uns nicht merken müssen in welche Richtung die Schraube gedreht werden muss, schlagen wir uns mit einem Körner ein paar Punkte in Form eines Pfeils in die Bremsscheibe. Zukünftige Generationen von Omegaschraubern (also wir) werden uns dafür sicher dankbar sein. 


Und wir wären jetzt dem Prüfingenieur sehr dankbar wenn er uns, zur Belohnung für all die Arbeit und damit wir wieder für zwei Jahre unsere Ruhe haben, die ersehnte Plakette aufs Nummernschild drücken würde. Damit wir bestmögliche Erfolgschancen haben geben wir dem Omega nochmal auf der Autobahn richtig die Sporen um die Rückstände der vielen Kaltstarts der letzten Wochen und Monate aus der Abgasanlage zu blasen. Wäre doch zu ärgerlich wenn wir ausgerechnet wegen einer vergeigten Abgasuntersuchung keinen TÜV kriegen würden. Da rund um Weihnachten ordentlich was los ist müssen wir an der Prüfhalle fast 45 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen, das heißt bis wir endlich an der Reihe sind ist der Motor schon wieder fast komplett abgekühlt. Trotzdem reicht es um die Prüfung zu bestehen. 

Das heißt der Omega ist bis auf kleine Detailmängel wieder fit für den täglichen Einsatz und genau dafür wird er auch dringend gebraucht da der Jimny akute Probleme mit der Kupplung hat. Wir werden berichten wie das weitergeht.

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