Der hoffentlich vorletzte Schritt zum erfolgreichen Bestehen der Hauptuntersuchung unseres 25 Jahre alten Opel Omega ist die Rostbekämpfung. Wobei es dafür eigentlich schon zu spät ist, der Rost hat bereits erfolgreich gewirkt und ein Loch ins Blech gefressen. Immerhin an einer halbwegs gut zu reparierenden Stelle; die Reserveradmulde neben dem Endschalldämpfer. Jedenfalls müssen wir uns jetzt an die Arbeit machen damit der Prüfer nicht die ganze Faust durchs Bodenblech stecken kann.
Irgendwann in grauer Vorzeit haben wir, noch in der Garage vom Nikografen, schon einmal hier in der Region etwas geschweißt. Jetzt ist die andere Seite auch durchgegammelt. Na immerhin haben wir mittlerweile eine eigene Garage samt Hebebühne und Schweißgerät so das wir nicht erst irgendwo hin fahren müssen um das Problem zu lösen. Fürs erste brauchen wir keines von diesen Werkzeugen sondern können auf dem Boden stehend, kopfüber im Kofferraum, mit der Flex und dem Druckluft-Trennschleifer arbeiten. Sobald das Ersatzrad aus seiner Mulde entnommen ist, haben wir halbwegs gut Platz von hier aus alles wegzuschneiden. Solange wir es nicht übertreiben und in den Endschalldämpfer schneiden.
Der Plan sieht so aus das wir zwei neue Blechstücke einsetzen wollen, einmal die senkrechte Seitenwand und dann den eigentlichen Boden. Auf die originale Form mit Blechfalz und Sicken verzichten wir der Einfachheit halber, solange am Ende alles stabil und dicht ist fragt da niemand nach wie wir es gemacht haben. Um den Aufwand beim Einpassen später möglichst gering zu halten versuchen wir die Schnitte im originalen Blech bestmöglich gerade und so weit oben zu machen das ringsherum wirklich nur noch gesundes und rostfreies Blech ist. Auf zu kleckern und Briefmarkenschweißen können wir heute wirklich gut verzichten. Kopfüber möchten wir wirklich nicht länger als nötig arbeiten.
Die neuen Blechstücke werden erstmal mit Pappschablonen entworfen und bestmöglich angepasst. Das klappt tatsächlich ziemlich gut. Wir beginnen mit dem senkrechten Teil da hier ein bisschen Überstand nach unten hin unproblematisch ist und später einfach weggekürzt werden kann. Das ist bei Karosseriearbeiten immer wesentlich besser als der gegenteilige Fall wenn ein paar Zentimeter fehlen. In der Vergangenheit ist uns das leider mehr als einmal passiert und jetzt versuchen wir Proaktiv zu sein. Das erste neue Blech wird mit Magneten provisorisch an seinem neuen Platz festgehalten und dann mit einigen Schweißpunkten fixiert.
Damit wir noch ein bisschen Bewegungsfreiheit behalten, machen wir noch nichts endgültig fest. Nun wird die Schablone für das zweite Blechstück angezeichnet und ebenfalls ausgeschnitten. Mit bloßen Händen übers Knie gebogen bis der Radius ungefähr passt. Den Rest drücken wir im eingebauten Zustand zurecht und schweißen alles an Ort und Stelle fest. Damit uns der Omega nicht anfängt zu brennen haben wir natürlich im Kofferraum alles leergeräumt und mit Brandschutzdecken ausgekleidet. Um möglichst wenig Hitze und damit Verformung ins neue (und alte) Blech zu bringen, dürfen wir nicht einfach eine durchgehende Schweißnaht ziehen sondern müssen immer ringsherum einzelne Schweißpunkte setzen.
Das dauert zwar seine Zeit, aber es spart auch Nacharbeit. Obwohl wir auf der Unterseite der Reserveradmulde den originalen Unterboden bzw. Steinschlagschutz zum Teil entfernt haben fängt er durch die Wärme trotzdem an zu kokeln. Statt einem Feuerlöscher oder Wasserspritze nutzen wir einfach eine Luftpistole um die Flammen direkt auszupusten. Das macht am wenigsten Dreck und funktioniert zuverlässig. Anschließend wird die Schweißnaht mit der Fächerscheibe ein bisschen geglättet damit der Ersatzreifen nicht kaputtscheuern kann. Doch vorher muss natürlich noch Rostvorsorge betrieben werden. Den Anfang macht eine Schicht Rostumwandler damit auch der Rost den wir nicht wegschleifen konnten vorerst gestoppt ist.
Am nächsten Tag kommt eine Schicht Rostschutzgrundierung aufs Blech und im Innenraum anschließend nochmal Karosseriedichtmasse über alles. Nur falls irgendwo kleine Löcher in der Schweißnaht verblieben sind durch die Wasser ins Auto gelangen könnte. Und von außen, damit es länger hält und gut aussieht schwarzer Steinschlagschutzlack. Bleiben wir gespannt ob wir hier jemals wieder dran gehen müssen. Für die Hauptuntersuchung reicht es jedenfalls aus. Dann können wir uns jetzt um die Bremsanlage kümmern. Aber davon berichten wir beim nächsten Mal.







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