Freitag, 2. Januar 2026

Opel Omega Y22XE Kurbelwellensensor austauschen


Und immer wenn wir denken der Omega läuft wieder einbahnfrei, geht die Motorkontrollleuchte doch wieder an. So langsam geht uns nicht nur die Motivation aus sondern auch die Ideen was man noch tauschen bzw. prüfen könnte um den Motor wieder vollkommen zuverlässig zu machen. Zwei Nockenwellensensoren, die Steuerzeiten überprüft und den Motorkabelbaum durchgemessen. Jetzt haben wir noch einen Tipp bekommen woran es liegen könnte.



Ehrlicherweise haben wir daran auch schon gedacht, aber da der Kurbelwellensensor nie im Fehlerspeicher  vom Motorsteuergerät aufgetaucht ist, kam er irgendwie nie so richtig unter Verdacht. Jetzt wo wir ein bisschen mehr Hintergrundwissen angesammelt haben, können wir das auch erklären; das Motorsteuergerät kann immer nur dann einen Fehler erkennen wenn ein oder mehr Sensoren Werte liefern die von den Erwartungen abweichen. Zum Beispiel wenn ein Temperatursensor meldet das Kühlwasser hätte +700°C kann das Steuergerät selbstsicher davon ausgehen dass der Motor schon längst geschmolzen sein müsste und der Sensor einfach falsche Werte liefert. 



Aber wenn es um Messwerte gibt die grundsätzlich nicht falsch sein können, wie zum Beispiel die Position von Nockenwelle und Kurbelwelle, da jede beliebige Position die der jeweilige Sensor erkennen und messen kann auch irgendwann mal erreicht wird. Die Frage ist jetzt wenn die Position von Kurbelwelle und Nockenwelle nicht mehr zueinander passen, wer liegt jetzt falsch? Entweder ist die Kurbelwelle richtig und die Nockenwelle verdreht oder andersherum. In der Programmierung vom Motorsteuergerät wurde irgendwann mal festgelegt das der Kurbelwellensensor grundsätzlich richtig liegt und seine Messwerte stimmen, wenn ein Sensor dazu unpassende Werte liefert dann muss der wohl falsch liegen. 



Das führt dazu dass der Motor grundsätzlich immer den Nockenwellensensor als Fehlermeldung rausgibt obwohl vielleicht der Kurbelwellensensor schuld hat. Darum haben wir den ja auch schon zwei Mal ausgetauscht. Einmal mit einem Zubehörteil das unser Motorsteuergerät komplett verwirrt hat und jetzt mit einem Zitat "gut gebrauchten und voll funktionstüchtigen Originalteil" aus unserem Schlachtauto. Damit funktionierte der Omega ein paar Tage oder Wochen ziemlich zuverlässig. Jetzt häufen sich die Startprobleme wieder. Also jetzt doch den Kurbelwellensensor probieren.



Neu von Opel bzw. General Motors in Deutschland so nicht mehr zu kriegen. Nur mit etwas Glück im Netz von Firmen die sich auf Restposten von ehemaligen Opel Autohäusern spezialisiert haben. Keine zufriedenstellende Situation aber bei einem 25 Jahre alten Auto nun mal Alltag. Jetzt müssen wir uns nur noch um den Einbau kümmern. Außer das es eine ziemliche Fummelei und Blindflug wird sollte der Austausch relativ einfach sein. Als erstes fahren wir den Omega auf die Hebebühne, heben ihn hoch und demontieren die vordere Unterbodenverkleidung. Anschließend muss der Flachriemen für die Nebenaggregate entfernt werden. Dazu setzen wir einen Schraubenschlüssel auf die Schraube der Spannrolle und rotieren sie im Uhrzeigersinn bis der Riemen abgenommen werden kann. 



Optional kann die Spannrolle jetzt mit einem 4mm Bohrer oder Pin in dieser Stellung arretiert werden. Wir entspannen ihn lieber. Jetzt müssen die beiden Schrauben welche die Spannrolle am Motor halten gelöst und die Spannrolle entfernt werden. Jetzt kann man zumindest mit den Fingern von vorne nach dem Kurbelwellensensor tasten. Sehen lässt sich hier nicht wirklich viel. Aber wenn man dem schwarzen Spiralkabel folgt findet man ihn einfach. Um den Sensor vom Motor zu lösen muss eine Torx Schraube gelöst werden. Diese verbirgt sich hinter dem Ölpeilstab. Also dürfen wir ihn als nächstes ausbauen. Alles was wir dafür tun müssen ist die Schraube oben an der Servopumpe zu lösen und dann solange am Rohr des Peilstab zu ziehen und zu drehen bis er aus seinem Loch in der Ölwanne rutscht.



Damit hier kein Dreck rein fällt stecken wir eine große Schraube in das Loch. Bloß nicht vergessen hier später alles wieder richtig einzubauen. Statt eines Torxbit verwenden wir einen passenden Ring-Maulschlüssel - der Platz reicht nicht für eine normale 1/4 Zoll Knarre samt Nuss aus. Dann wieder drehen und ziehen bis der alte Sensor raus will. Am besten jetzt direkt eine mentale Notiz machen wie alles orientiert ist und dann erst alles aus- und mit dem neuen Sensor wieder einfädeln und festschrauben. Anschließend den Peilstab wieder einbauen und die Spannrolle montieren. Da wir sehr neugierig sind machen wir jetzt sofort einen Startversuch bevor der Flachriemen und die Unterbodenverkleidung wieder angebracht werden. Tatsächlich springt der Motor ziemlich direkt an und läuft ohne Fehlermeldungen. Wir bleiben mal vorsichtig optimistisch dass die ganze Arbeit sich gelohnt hat.

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