Freitag, 27. Februar 2026

Audi A3 8V 2.0TDI kompletter Service


Auch wenn seit der letzten Inspektion noch keine 8000km zusammen gekommen sind, muss dieser Audi A3 2.0tdi mal wieder zum Service antreten. Damit es sich richtig lohnt machen wir einmal das komplette Programm inklusive neuem Motoröl, Bremsflüssigkeit sowie allen Filtern. Also Luftfilter, Ölfilter, Kabinenfilter und Kraftstofffilter. Schauen wir doch mal wie lange die Operation dauert und was unterwegs so alles passiert.



Der letzte größere Service an einem VAG Produkt mit Dieselmotor ist schon ein paar Jahre her, aber im großen und ganzen wissen wir noch die wesentlichen Arbeitsschritte. Abgesehen davon kommt es hauptsächlich darauf an die passenden Ersatzteile zu besorgen. Damit wir hier nicht direkt in die erste Falle tappen, besorgen wir das komplette Material bei unserem lokalen Teiledealer des Vertrauens. Inklusive 5l 5W30 Synthetik Öl liegen wir bei knapp 100€. In der Vertragswerkstatt bekommen wir dafür noch nicht mal das Öl allein.  Dafür kann man sich auch mal ein paar Stunden auf und unters Auto legen wie wir finden. 



Immerhin ist der Motorraum dieses A3 obwohl alles recht eng ist, so konstruiert das man an die relevanten Bereiche noch gut dran kommt. Wobei es deutlich schöner geht wenn man ein Magnetventil kurzfristig demontiert. Dazu kommen wir aber gleich noch. Erstmal stellen wir den Audi auf die Hebebühne und öffnen die Motorhaube sowie den Öleinfülldeckel. Dann heben wir den Wagen soweit hoch das wir bequem darunter stehen können um die untere Motorverkleidung zu demontieren. Dafür sind eine Handvoll TX20 und drei TX30 Schrauben zu lösen. Um das Handgelenk zu entlasten nutzen wir dafür einen Akkuschrauber. 



Jetzt liegt die Ölwanne mit ihrer Lärmschutzwindel direkt vor uns. Mit einem 19mm Ringschlüssel lösen wir die doch ziemlich lange Ölablassschraube und schauen dabei zu wie die pechschwarze Suppe in den Ölauffangwagen fließt. Der letzte Ölwechsel hätte auch einen Tag zurück liegen können und das Öl hätte die selbe Farbe gehabt. Bei Dieselmotoren ist das leider einfach so und gibt keinen Hinweis darauf wie dringend der nächste Service fällig wäre. Die Ölablassschraube wird wieder festgezogen und dann kann die Motorverkleidung auch wieder an ihren Platz zurück.



Wieder oben im Motorraum wollen wir jetzt das Filterelement tauschen. Dazu clipsen wir die zwei Unterdruckleitungen und das kleine Magnetventil oberhalb vom Filtergehäuse aus und legen es soweit zur Seite wie der Kabelstrang es zulässt. Mit einer 32mm Stecknuss sowie Gelenk, langer Verlängerung und Knarre lässt sich das Gehäuse bequem aufschrauben. Je nach persönlichem Talent kann es sich jetzt bezahlt machen ein paar Putzlappen um das Gehäuse zu stopfen damit kein Altöl am Motor runterläuft wenn der Deckel samt Filter nach oben rausgezogen wird. Zusammen mit dem neuen Filter sind auch drei unterschiedlich große O-Ringe dabei die am Deckel entsprechend ausgetauscht werden müssen.



Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, aber beim festziehen bitte erst etwas Öl auf den oberen O-Ring schmieren und den Deckel nur handfest anziehen, das Teil ist nur aus Plastik! Jetzt können wir 4,7l Motoröl einfüllen und den Ölwechsel offiziell für beendet erklären - nachdem auch das Magnetventil wieder an seinen Platz gesteckt worden ist versteht sich. Deutlich schneller und sauberer geht der Wechsel vom Luftfilter von Statten. Einfach ringsherum am Deckel die Schrauben (TX25) lösen und selbigen anheben um den Filter rauszuholen und den neuen in gleicher Weise wieder einzusetzen. 



Vom Prinzip genau die selben Schritte, nur mit etwas mehr Sauerei und Geruch verbunden ist der Wechsel vom Dieselfilter der sich vorne rechts im Motorraum befindet. Hier sind es fünf Schrauben (TX20) und der Deckel sitzt so fest das mit einem kleinen Schraubendreher nachgeholfen werden muss um ihn zu öffnen. Der eigentliche Filter ist nur auf den Anschluss am Deckel aufgesteckt und kann leicht abgezogen werden. Am Deckel befindet sich wieder ein O-Ring den wir gegen ein neues Exemplar tauschen müssen welches im Lieferumfang enthalten ist. Ein bisschen Diesel an den O-Ring zu schmieren bevor alles wieder zusammengesetzt wird ist keine schlechte Idee. 



Die wichtigsten Flüssigkeiten und Filter haben wir jetzt eigentlich schon fast hinter uns gebracht. Als nächstes steht die Bremsflüssigkeit an. Dafür brauchen wir entweder einen Helfer oder ein Entlüftungsgerät welches die Flüssigkeit durchs System saugt bzw. drückt. Ein Liter DOT4 sollte locker ausreichend sein für diesen Audi. Mit dem Entlüftungsgerät voller frischer Bremsflüssigkeit schließen wir den Schlauch am Ausgleichsbehälter an und arbeiten uns dann einmal ringsherum von Rad zu Rad und öffnen den 11mm Entlüftungsnippel an jedem Bremssattel. Sobald nur noch neue helle Flüssigkeit durch den Schlauch in unseren Auffangbehälter läuft können wir den Anschluss wieder zudrehen und uns dem nächsten Rad zu wenden. Da wir auf diese Weise keine Luft ins System einbringen ist es ziemlich egal in welcher Reihenfolge man vorgeht.



Die größte Hürde bestand für uns eigentlich nur darin das die Alufelgen schon seit Jahren nicht mehr demontiert wurden und auf der Radnabe festgegammelt sind. Nur der große Gummihammer und etwas Gewalt konnten uns hier letztendlich weiterhelfen. Keine Fotos gibt es vom Austausch des Innenraumfilterelement. Dieses befindet sich hinter dem Handschuhfach. Also Handschuhfach öffnen, die Abdeckung an der Rückwand entfernen und die dahinter liegende Klappe öffnen. Die drei Haltenasen oben lassen sich am einfachsten mit einem langen dünnen Schlitzschraubendreher betätigen. Anschließend den alten Filter raus und den Neuen einsetzen. Dabei auf die Pfeilrichtung am Filter achten (Pfeil nach unten) und alles wieder verschließen. 


Als aller letzten Arbeitsschritt setzen wir die Serviceanzeige im Kombiinstrument zurück. Das geht am einfachsten mit einem Diagnosegerät. Alles in allem dauerte die Aktion keine zwei Stunden. Kann man schon mal machen.

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