Freitag, 27. März 2026

Honda Shadow VT750 RC44 Kupplung austauschen


Eigentlich wollten wir heute von unserem Ausflug zum Kabelwerk an der B64 berichten. Leider ist das erste Treffen der Saison dort wetterbedingt ausgefallen. Das gibt uns mehr Zeit an der Honda Shadow weitermachen. Beim letzten Mal haben wir es erfolgreich geschafft den Motor aus dem Rahmen zu holen. Jetzt ist die Frage wie es weitergehen soll. Entweder wir zerlegen jetzt den kompletten Motor um an die Zahnräder und Schaltgabeln zu kommen oder wir wechseln nur die Kupplung aus und hoffen das damit alles wieder gut ist. 



Wenn man fünf potenziell kompetente Zweiradschrauber fragt und sieben unterschiedliche Antworten bekommt wo das Problem liegt, macht es die Sache absolut nicht einfacher eine Entscheidung zu treffen. Auf der einen Seite wollen wir kein Fass aufmachen wo es nicht nötig ist. Der Motor hat erst um die 60tkm auf der Uhr und braucht eigentlich keine Überholung. Aber um an die Zahnräder vom Getriebe zu gelangen müssen beide Zylinderlaufbuchsen vom Kurbelgehäuse getrennt und selbiges gespalten werden. Das heißt auch die Steuerkette muss runter und sämtliche Dichtungen auf dem Weg sind danach zu ersetzen. Sowas haben wir an einem Motorradmotor bis jetzt noch nicht gemacht. Grundsätzlich eine nette Aufgabe, aber wir wollen gerne dieses Jahr noch zurück auf die Straße mit dem Hocker.



Eine verschlissene Kupplung erscheint neben den abgenutzten oder verbogenen Schaltgabeln als wahrscheinlichste Fehlerursache. Die neue Kupplung liegt tatsächlich schon parat und sollte im Rahmen der Getriebereparatur sowieso getauscht werden. Jetzt müssen wir entscheiden ob es mehr Sinn hat auf gut Glück den Motor mit der neuen Kupplung wieder einzubauen oder doch aufs Ganze zu gehen und alles bis zur letzten Schraube zu zerlegen. Da wir auch keine Garantie haben das die neuen gebrauchten Getriebeteile auch wirklich in Ordnung sind und unser Problem lösen werden, beschließen wir erstmal nur die Kupplung zu wechseln. 



Wenn alles gut läuft sparen wir so viel Arbeit und lassen einen gut funktionierenden Motor einfach in Ruhe. Und wenn nicht kann diese Saison trotzdem mehr oder weniger gut durchfahren werden und im nächsten Winter machen wir nochmal richtig ein Fass auf, mit neuen Kolbenringen und Lagerschalen, Steuerkette samt Spannvorrichtung. Oder wir finden eine Werkstatt die sich auf Honda Motorrad Getriebe Reparaturen spezialisiert hat. Jetzt gilt es die Arbeit zu erledigen und dann alles wieder zusammen zu bauen. Gemessen daran wie lange der reine Motorausbau gedauert hat kann so eine Kupplung zu wechseln ja wirklich keine 60 Minuten dauern. Da haben wir uns deutlich verschätzt wie wir noch lernen sollten. 



Auf dem Papier sind nur die 14 Schrauben (SW8) vom Gehäusedeckel lösen, den Deckel abnehmen, vier Schrauben vom Niederhalter der Kupplungsfedern lösen. Mit dem Arretier Werkzeug den Kupplungskorb festhalten um die Zentralmutter zu lösen. Die alten Reibscheiben mit Neuen ersetzen (nachdem die vorher in Motoröl eingelegt wurden) und alles wieder zusammenschrauben. In der Praxis fehlte uns das entsprechende Arretier Werkzeug. Also haben wir uns schnell selbst etwas gebastelt welches an zwei der vier Zapfen vom Kupplungseinsatz festgeschraubt wird. Beim folgenden Versuch die Zentralmutter zu lösen verbogen erst die M8 Schrauben und danach brachen die beiden Zapfen ab.



Tolle Wurst. Jetzt kommen wir nicht weiter und müssen auch noch Ersatz kaufen. Und passendes Werkzeug. Das machen wir dann auch genau so. Und versuchen es ein paar Tage später nochmal. Obwohl wir jetzt passende Teile haben und die Verstemmung der Zentralmutter gelöst ist, kriegen wir sie nicht gelöst. Das Arretier Werkzeug springt immer aus der Kupplung raus. Nachdem wir ein bisschen Material weggeschliffen haben passe es deutlich tiefer und stabiler in das Kupplungsgehäuse rein. Mit einer Verlängerung auf dem Griff und einem Knebel samt 27mm Nuss versuchen wir die Mutter nochmal zu lösen. Jetzt verbiegt sich unser Werkzeug. Vielleicht sollten wir einfach mal den Schlagschrauber benutzen. Den wir nicht haben. 



Also nochmal nach Hause fahren und den Rattermann holen. Wieder beim Motorrad angekommen fällt auf das der Kompressor kaputt ist. Bloß gut das wir nette Menschen in der Nachbarschaft haben die einen Kompressor in der Garage haben. Am schlimmsten daran ist eigentlich nur den schweren Brocken aus dem ersten Stock zum Auto zu tragen und hinterher wieder hoch zu bringen. Egal, Hauptsache die Zentralmutter ist endlich los und wir können weitermachen. Also die Innereien rausnehmen und dabei peinlich genau darauf achten die neuen Reibbeläge exakt in der selben Reihenfolge und Orientierung zu sortieren. Das Bündel wird in einer kleinen Schüssel voller Motoröl versenkt und für die Dauer eine Flasche Bier leer zu trinken darin eingeweicht. 



Die neue Zentralmutter wird mit 128Nm angezogen und wieder verstemmt damit sich nichts losrappeln kann. Die vier Schrauben welche die Spiralfedern festhalten bekommen 12Nm. Anschließend reinigen wir die Auflagefläche vom Gehäusedeckel, bringen die neue Papierdichtung und etwas Dichtmasse bei der Kabeldurchführung an und setzen den Deckel auf. Dabei muss nur aufgepasst werden damit der Stempel welcher auf das Ausrücklager drückt nicht aus seinem Sitz fällt. Deckel drauf und die Schrauben alle handfest (9Nm) anziehen. Beim nächsten Mal kommt der Motor planmäßig zurück in den Rahmen. schauen wir mal wann das passiert.

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