Der letzte Auftritt dieses 2011er Kia Rio ist noch gar nicht all zu lang her, damals war der Knopf vom Kofferraumdeckel kaputt. Heute sind wir etwas proaktiver unterwegs, bei der letzten HU wurde beginnendes Spiel in einem Traggelenk bemängelt. Darum müssen wir jetzt die beiden Querlenker tauschen. Das sollte eine lösbare Aufgabe sein.
Die einzige Sache die uns schon wieder zu denken gibt, ist die Tatsache das im Netz bei der Suche nach neuen Querlenkern direkt auch viele Komplettangebote inkl. neuem Vorderachskörper auftauchen. Ist das etwa so eine Schwachstelle an diesen Modellen? Darum stochern wir auch erst nochmal ordentlich in den Rosstellen herum, nicht das wir in ein paar Tagen gleich wieder hier dran arbeiten müssen.
Tatsächlich ist es augenscheinlich gar nicht mehr so viel zusätzlicher Aufwand auch die komplette Achse zu tauschen. Damals hatten wir das Spiel bei einem Hyundai i10 schon durchgemacht und Kia gehört zum selben Konzern, das spricht nicht gerade für die gute Materialqualität. Aber was nicht nötig ist wird auch nicht gemacht. Dafür haben wir noch zwei kaputte Glühlampen am Kia gefunden die auch direkt ausgewechselt werden. Bei diesem Wetter fahren schon zu viele einäugige Autos auf den Straßen herum. Und so kompliziert ist das hier auch nicht zu machen.
Jetzt wollen wir aber endlich zur Sache kommen und die Querlenker erneuern. Auf der Beifahrerseite ist das Traggelenk kaputt und auf der Fahrerseite löst sich das Gummi in der Buchse ab. Zwei neue Querlenker kosten rund 100€ und sollten wieder ein paar Jahre halten. Eigentlich müssen wir auch nur drei Schrauben lösen um das Teil zu befreien. Aus Erfahrung wissen wir das es trotzdem ein echter Kampf werden kann. Darum haben wir uns in der Zwischenzeit ein Spezialwerkzeug gekauft das uns Helfen soll das Traggelenk einfacher aus seinem Sitz im Achsschenkel zu lösen. Soweit sind wir aber im Moment noch nicht.
Zuvor muss das Auto auf die Hebebühne und beide Vorderräder abgeschraubt werden (SW21). Danach die Schraube vorne am Querlenker (SW17) und hinten (SW19) lösen. Mit einem passend langen Schraubenschlüssel oder Knebel und Nuss gelingt das ziemlich undramatisch. Die Schraube außen am Traggelenk ist etwas Widerspenstiger und muss mit einem Durchtreiber aus ihrem Loch befreit werden. Jetzt folgt der anstrengende Teil; den Konus vom Gelenk aus dem Achsschenkel zu kriegen. Das neue Werkzeug soll mit zwei Fingern von der Seite am Querlenker eingehängt werden dann in die Vierkantöffnung ein langer Knebel eingesteckt werden.
Theoretisch hat man so richtig viel Hebelarm um alles auseinander zu zwingen. In unserem Fall hat sich nur das Werkzeug verbogen und sonst ist nichts passiert. Auch mit Kriechöl und einem Schlitzschraubendreher der von hinten in die Klemmung getrieben wurde hat sich nichts gerührt. Also dann doch wieder die alte Methode mit einem Eisenstab und dickem Hammer von oben auf den Querlenker schlagen bis der Konus sich löst. Um die Sache zu vereinfachen wollen wir den Achsschenkel etwas nach außen ziehen und dann den Querlenker nach unten/außen wegziehen.
Genau dabei passiert es uns. Irgendwie haben wir den Achsschenkel und die damit verbundene Antriebswelle auf der Beifahrerseite zu weit nach außen gezogen. Daraufhin löste sich das innere Antriebswellengelenk aus dem Differential mit der Folge das jetzt ordentlich Getriebeöl ausläuft. Tolle Wurst. Aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen. Schnell einen Eimer untergestellt und braune Suppe auffangen. Bevor der neue Querlenker nicht eingebaut ist wollen wir die Antriebswelle nicht wieder einbauen. Folglich läuft fast der gesamte Ölinhalt aus dem Getriebe aus. Dann kaufen wir eben noch zwei Liter neues Getriebeöl und wechseln es damit komplett aus. Schadet auch nicht nach 15 Jahren.
Der Einbau vom neuen Querlenker geht Vergleichsweise einfach, vor allem wenn man einen Getriebeheber hat um den Querlenker etwas hochzudrücken damit die hintere Buchse leichter in den Achskörper rein rutscht. Im Zweifelsfall hilft der Gummihammer weiter. Die Schrauben bekommen alle etwas Schraubensicherungskleber und werden dann festgezogen. Mangels genauer Sollwerte ziehen wir einfach alles so fest an wie es mit Handwerkzeug möglich ist. Jetzt nur noch die Antriebswelle wieder ins Getriebe einrasten lassen und das Spiel auf der anderen Seite wiederholen. Jetzt sind wir etwas vorsichtiger und schaffen es ohne weitere Zwischenfälle.
Um das neue Getriebeöl ins Getriebe zu bekommen müssen erstmal ein paar Teile demontiert werden; der Luftfilterkasten, die Batterie und der Batteriehalter. Alles entweder 10mm oder 12mm Schlüsselweite. Erst die Schlauchschelle am Luftfilterkasten lösen, dann die drei Schrauben und zwei Plastikklipse entfernen. Luftfilterkasten nach oben rausziehen. Batterie abklemmen (erst Minus- dann Pluspol), Halter abschrauben und entfernen. Anschließend die vier Schrauben vom Plastikboden lösen und aus dem Weg heben. Darunter befindet sich die Einfüllschraube. Mit einem Trichter das Öl langsam einfüllen. Laut unserer Recherche sind es 1.9 Liter, das passt auch zu der Menge Altöl die wir aufgefangen haben. Nur noch alles wieder zusammenbauen und wir sind fertig.
Sobald der Kia wieder auf seinen Rädern steht muss er noch zur Achsvermessung durch die neuen Teile am Fahrwerk steht das Lenkrad etwas schief und er fährt nicht mehr sauber geradeaus. Ach ja und die Achse haben wir mit ordentlich Schutzwachs eingejaucht damit sie noch ein paar Jahre weiterlebt.









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