Montag, 9. März 2026

Mondeo Mk2 Radlager und Bremse hinten tauschen


Wer kann sich noch an den blauen Ford Mondeo Mk2 Turnier alias Krümelmonster erinnern? Leider musste dieser Kombi uns vor ein paar Jahren unfallbedingt verlassen. Damit reduzierte sich die Anzahl im erweiterten SZK-Bekanntenkreis bekannten Mondeo auf genau 2. Einer davon ist dieser silberne 2.0i mit mittlerweile 360.000km auf der Uhr. Da kann schon mal etwas kaputt gehen, aber doch bitte nicht direkt vor dem geplanten Roadtrip nach Portugal. 


Genau das ist unserem Kumpel passiert, wie wir erfahren mussten als gerade die Kaufformalitäten für den weißen Ford F350 abgeschlossen wurden. Das hintere linke Radlager macht nicht nur komische Geräusche während der Fahrt, das Rad lässt sich kaum noch von Hand drehen. So schaffen wir es wahrscheinlich nicht mal bis nach Belgien. Am Montag morgen wird direkt wild herumtelefoniert wo denn wohl ein neues Radlager zeitnah zu bekommen ist. Leider kann im näheren Umkreis niemand am selben Tag für Ersatz sorgen. Dafür wissen wir jetzt das die Preisspanne von 50€ bis über 250€ reichen kann. 


Am Dienstag morgen soll die Lieferung beim Teiledealer eintreffen. Bis dahin können wir schonmal alles zerlegen und für den Einbau vorbereiten. Im Prinzip sind es ja wieder nur vier Radmuttern, eine Schraube und ein Stift am Bremssattel, zwei Schrauben am Bremssattelhalter und vier Schrauben der Radnabe. Wenn der Wagen nicht schon 26 Jahre und 360.000(!)km auf dem Buckel hätte würden wir uns deutlich weniger sorgen machen. Aus den Erfahrungen mit dem blauen Krümelmonster-Mondeo haben wir schon etwas gelernt: lieber Anzünden als Abbrechen. Darum steht der Gasbrenner schon griffbereit neben der Hebebühne parat. 


Der Versuch die Handbremsseile aus dem Bremssattelhalter auszufädeln um den Sattel vernünftig aus dem Weg zu legen scheiterte leider bereits im Ansatz. Das es trotzdem möglich ist die Beläge bzw. ihren Halter zu demontieren beweist eigentlich nur das diese Erleichterung nicht unbedingt erforderlich ist. Mit einer Zange entfernen wir den Sicherungsclip und treiben danach den Stift aus dem Sattel raus. Sobald der Sattel abgehoben ist haben wir ein neues Problem in den Händen; die Bremsbeläge haben sich von ihrem Träger gelöst. Offensichtlich hat der Rost hier gewirkt und die Klebestelle unterwandert.  Das heißt einmal neue Beläge besorgen und einbauen. Aber erstmal weiter im Programm 



Mit einem TX50 Bit und Knarre lösen wir, unter Zuhilfenahme des Gasbrenner die beiden Schrauben am Sattelhalter ohne großes Drama. Bei der festgerosteten Bremsscheibe hilft nur ein gezielter Einsatz des Hammer weiter. Das Loch in der Radnabe ist gerade groß genug um eine 3/8 Zoll Bitnuss mit dem TX50 Einsatz durchzustecken. Dafür gelang es problemlos diese Schrauben zu lösen. bevor die Radnabe jetzt mit mehr oder weniger viel Aufwand aus dem Achsgehäuse gezogen werden kann, lösen wir sicherheitshalber noch den Stecker vom ABS Sensor auf der Rückseite. 


Dazu erst die rote Sicherung nach vorne wegziehen und dann den Stecker. Jetzt kommt nochmal der Hammer zum Einsatz. Da die komplette Radnabe ausgetauscht wird brauchen wir gar nicht zaghaft zu sein. Bevor das neue Teil an seiner Stelle eingebaut werden darf müssen wir erst das Staubschutzblech vom alten Radlager losbekommen und alle Teile entrosten. In der Zwischenzeit telefonieren wir wieder sämtliche Autoteiledealer im näheren und weiteren Umkreis ab ob irgendwo passende Bremsbeläge für einen Ford Mondeo auf Lager liegen. Tun sie natürlich nicht. Am besten war noch Auto TEILE Unger die uns keine Teile verkaufen können aber noch heute einen Termin für den Belagwechsel machen können (für rund 200€). 


Das heißt der Urlaub muss sich nochmal um einen Tag nach hinten verschieben. Damit dann wirklich alles ganz schnell geht, montieren wir das neue Radlagergehäuse und bereiten alles für den Belagwechsel vor. Also die vier Torxschrauben mit 65Nm und Schraubensicherungskleber festziehen, anschließend die Bremsscheibe sauber machen und auf die Radnabe stecken. Der Bremssattelhalter wird noch einmal gründlich entrostet und mit 59Nm (und Schraubensicherungskleber) angezogen. Mit einem Dreck-Drück-Rückstellwerkzeug schieben wir den Bremskolben zurück in den Bremssattel damit genug Platz für die neuen dickeren Bremsbeläge ist. 


So müssen wir am nächsten morgen nur noch die neuen Beläge an ihren Führungsnasen mit etwas Keramikpaste einschmieren und in den Sattelhalter einstecken. Nun den Bremssattel aufsetzen, den oberen Splint durchstecken und sichern. Die untere Schraube vom Sattel bekommt 41Nm. Das Handbremsseil wieder am Sattel einzuhängen war nochmal etwas fummelig. Aber mit vier Händen, zwei Zangen und einem Schraubendreher gelingt es doch alles irgendwie wieder zusammen zu bringen. Damit haben wir es endlich geschafft und können die Hinterräder wieder anbringen. Mit dem Auto auf dem Erdboden müssen nur noch die Radmuttern mit 110Nm nachgezogen werden. Dann sind wir (fast) bereit zur Testfahrt.


Bevor die Bremse richtig funktioniert muss das Bremspedal ein paar Mal bis zum Boden durchgedrückt werden damit die Kolben in den Bremssattel weitgenug ausfahren um die Beläge auf die Bremsscheibe zu drücken. Das selbe gilt für die Handbremse. Der Nachstellmechanismus arbeitet selbstständig wenn der Handbremshebel einige Male betätigt wurde. Wo wir den Mondeo schon in der Garage stehen haben kontrollieren wir schnell nochmal die Betriebsflüssigkeiten und den Reifenluftdruck, dann kann es aber wirklich los gehen.

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