Endlich ist März, das Wetter wird besser, die Temperaturen steigen und der Veranstaltungskalender füllt sich mit möglichen Reisezielen. Jetzt muss unser Fortbewegungsmittel der Wahl nur noch aus dem Winterschlaf aufgeweckt und Startklar gemacht werden. Egal ob zwei oder vier Räder und in der Garage oder draußen auf dem Hof. Ein paar Dinge sind dabei immer gleich und immer wichtig. Fangen wir an.
Unser erster Kandidat ist Herschel der 1979 Ford LTD CountrySquire, so ziemlich das Best Case Szenario; eine trockene und belüftete Garage mit Staubschutzdecke und ein Erhaltungsladegerät an der Batterie. In der Theorie und wie sich zeigte auch in der Praxis mussten wir einfach nur die Decke entfernen, das Ladegerät abklemmen und den Motor starten. Natürlich dauerte es eine Weile bis die mechanische Benzinpumpe genug Treibstoff vom Tank bis zum Vergaser gepumpt hat und der V8 zum ersten Mal in diesem Jahr Geräusche von sich gibt.
Korrekterweise sollte natürlich vor so einem Startversuch kontrolliert werden ob noch genügend Motoröl und Kühlwasser im Motor sind. Der Blick auf die Pappe unterm Auto bestätigt uns das dieser Ford immer noch dicht ist und über den Winter keinerlei Flüssigkeit ausgetreten ist. Da der Motor keine ungewöhnlichen Geräusche von sich gibt lassen wir ihn noch einen kurzen Moment weiter im Stand warmlaufen und rollen langsam aus der Garage auf den Hof. Sofern irgend eine Radbremse festsitzt müssten wir das jetzt direkt hören. Bei laufendem Motor schauen wir nochmal unters Auto ob jetzt irgendwas undicht erscheint. Alles gut? Dann Motor aus und weiter im Programm.
Die Reifen hatten wir vor der Einwinterung zwar ordentlich aufgepumpt aber ein bisschen Luft ist doch entwichen. Also alle Räder einmal kontrollieren und nachfüllen. Unabhängig vom Winterschlaf haben wir noch die Leiste an der vorderen Beifahrertür und den Chromrahmen fürs hintere Fenster wieder einzubauen damit Herschel auch (von außen) komplett aussieht. Das geht auch recht schnell von der Hand wenn man das Prinzip von den Plastikclips und Metallklammern erstmal begriffen hat. Im Zweifelsfall hilft etwas WD40 deutlich mehr als unnötige Gewalt.
Trotz der Schutzdecke hat das ganze Auto eine Staubschicht auf allen Oberflächen. Damit wir durch die Frontscheibe überhaupt irgendwas sehen können muss sie erstmal gründlich geputzt werden. Natürlich braucht der komplette Wagen eine Wäsche, aber das muss noch warten. Nebenbei schauen wir einmal nach ob alle Lichter, die Hupe und Scheibenwischer auch noch funktionieren. Bei einem alten Auto kann und darf so etwas auch schonmal ohne Grund kaputt gehen. Hier funktioniert alles wie es soll, also alle Mann und Hund an Bord, wir fahren! Aber bitte nicht direkt mit Vollgas und auf die Autobahn.
Solange wir die Bremse noch nicht richtig testen konnten wollen wir erst nur langsam fahren und ein paar Probebremsungen machen. Ein festsitzender Bremssattel der die Bremsscheibe verglühen lässt ist im Moment das letzte was wir haben wollen (Rockauto liefert im Moment nicht so zuverlässig). Da Herschel in einer trockenen Halle stand gehen wir erstmal nicht von Rost aus. Unser Plan sieht so aus erstmal zur Waschanlage zu fahren und dann einen großen Bogen über die Dörfer zu fahren. Leider hatten geschätzt 30 andere Autofahrer die selbe Idee so das die Warteschlange vor den Waschboxen bis auf die Straße reicht. Darauf haben wir heute keine Lust. Dann fahren wir lieber im schmutzigen Auto.
Unterwegs achten wir auf alle Geräusche, Gerüche und Vibrationen die irgendwie neu oder ungesund erscheinen. Da wir nichts derartiges finden erklären wir diese Probefahrt für erfolgreich abgeschlossen und parken Herschel wieder in seiner Ecke. Als nächstes soll der weiße Fiesta GFJ reaktiviert werden. Im Gegensatz zum LTD muss er draußen überwintern. Entsprechend viel Grünspan hängt am Lack und ein bisschen Schimmel am Lenkrad. Damit die Batterie keinen Schaden nimmt haben wir sie im Herbst ausgebaut und in der Garage aufbewahrt und aufgeladen. Abgesehen vom Schmutz machen wir uns sonst nur noch besonders Sorgen ob irgendwelches Getier seinen Winterschlaf unter der Motorhaube verbracht hat.
Mit der Batterie an Ort und Stelle setzen wir uns ins Auto und versuchen den Motor zu starten. Der 1.1l Raketenmotor brauchte immer schon etwas länger bis er anspringen wollte. Doch sobald er läuft klingt alles genau so wie wir es in Erinnerung haben. Dann lasst uns doch mal versuchen loszufahren. Die Handbremse war nicht angezogen und sollte somit auch nicht festgerostet sein. Bis auf leise Schleifgeräusche vom Flugrost auf den Bremsscheiben merkt man dem Fiesta seine lange Pause wirklich nicht an. Nur noch die Reifen wieder aufpumpen und die Flüssigkeiten kontrollieren, dann ist auch dieser Ford vorbereitet. Auf die Wäsche verzichten wir auch hier aus verständlichen Gründen.
Damit bleiben nur noch die beiden BMW Motorräder für uns. Der erste Winter in der neuen Blechhütte sollte eigentlich genau so gut verlaufen sein wie bisher in der Autogarage. Solange keine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und die Batterien regelmäßig aufgeladen werden spricht nichts dagegen direkt wieder loszufahren. Wobei zumindest die F850GS erstmal nach einem Termin in der Werkstatt für die Fällige Inspektion verlangt. Darum kümmern wir uns demnächst auch noch. Wichtig ist das sonst alles funktioniert und wir prinzipiell fahren könnten. Jetzt müssen wir nur noch ausprobieren ob die Motorradklamotten nach dem Winter auch noch passen.









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