Freitag, 6. März 2026

Tausche Neu gegen Alt. 2.0 TDI gegen 7.3 Powerstroke


Ein Auto mit Dieselmotor ist nichts für Kurzstrecke und Stadtverkehr. Zumindest keines was in den letzten 20 Jahren gebaut wurde und mit Technologie zur Abgasreinigung wie Abgasrückführung, Dieselpartikelfilter und SCR Katalysator ausgerüstet ist. Wie lässt sich dieses Problem jetzt lösen? Das Fahrprofil ist berufsbedingt nicht anders möglich. Die Freizeitgestaltung macht ein Auto mit viel Platz und Langstreckentauglicher Reichweite erforderlich. Also einfach den neuen Diesel gegen einen Alten tauschen! Klingt ganz einfach und wenn man etwas Risikobereitschaft hat ist es das auch. 



Im akuten Fall geht es darum einen würdigen Ersatz für einen VW T6 von 2020. Nach seinem ersten Leben als Schüler-Taxi spult er aktuell deutlich weniger Kilometer als Hunde-Taxi ab. Soweit macht er das auch wirklich gut, vielleicht sogar zu gut. Gemessen an den Qualitäten der restlichen Fahrzeuge im Fuhrpark sticht er durch zwei Faktoren hervor; Dieselmotor und kein Charakter. Den Dieselmotor hat der potenzielle Nachfolger ebenfalls, ansonsten ist so ziemlich alles anders. Von 5,4m Länge und 9 Sitzplätzen zu 6,3m und 5 Sitzen. Ford statt Volkswagen. Hubraum statt Spoiler. 



Solch ein Gefährt steht natürlich nicht direkt hier um die Ecke sondern knappe 3h Fahrzeit Richtung Meer. Da wo die Leute noch etwas mehr Platz haben und sich ein kleines Boot zulegen welches ein adäquates Zugfahrzeug erforderlich macht. Nur ohne Boot braucht es einfach keinen 3t schweren Pickup mit Zwillingsbereifung der die ganze Zeit in der Ecke steht und Moos ansetzt. An dieser Stelle kommen wir ins Spiel. Wenn alles läuft wie wir hoffen fährt dieser Ford heute mit uns nach Hause. 


Ein 1995er Ford F350 XLT mit Doppelkabine und langer Ladefläche ist schon stattlich genug, aber dem Erstbesitzer war das ganz offensichtlich noch nicht komfortabel und auffällig genug. Darum ging es direkt zu LCM nach Indiana wo der Truck ein komplettes GFK Bodykit inklusive Ladeflächenspoiler und eine neue Innenausstattung mit Holz und Leder bekam, das Gesamtpaket heißt dann Centaurus III. So lässt sich die lange Fahrzeit auf amerikanischen Highways deutlich besser ertragen. Natürlich kauft man sich so ein Fahrzeug nicht (nur) weil es cool aussieht sondern um große Anhänger oder Sattelauflieger zu ziehen. Dafür wurde eine passende Sattelkupplung auf die Ladefläche geschraubt. Leider haben wir hier in Deutschland gerade keine Verwendung dafür.


Aber das kann man eventuell auch noch ändern. Mit der geschlossenen Ladefläche hat man immernoch genug Stauraum für Menschen und Material. Nur die Nutzlast ist ziemlich spärlich da das zulässige Gesamtgewicht von 4600kg auf 3500kg rasiert werden musste um mit einem normalen Klasse B Führerschein fahrbar zu sein. Dafür gibt es auch kein Tempolimit für uns und die Hauptuntersuchung ist nur alle 2 Jahre fällig. Das reduziert die Betriebskosten schon mal ein großes Stück. Wobei die Kfz-Steure mit knapp 210€ auch nicht so übertrieben hoch ist wenn man bedenkt das hier 7.3l Hubraum und Euro 0 Dunkel Schwarz unter der Motorhaube stecken. 


Jetzt muss genau dieser Centaurus uns nur noch davon überzeugen nach gut 30 Jahren, einigen Vorbesitzern und wirklich vielen Umbauten immer noch gut genug zu sein um als zukünftiger Daily-Driver klar zu kommen. Der letzte Eigentümer hat über die Jahre wirklich viel Zeit und Geld in Wartungsarbeiten und Optimierungen gesteckt. Das so ein Fahrzeug inklusive Discobeleuchtung und hochgezogenen Auspuffrohren nicht jedermanns Geschmack trifft dürfte wohl klar sein. Unserem Bekannten gefällts jedenfalls sehr gut. Und weil die Fahreigenschaften auch mehr einem großen Pkw als einem kleinen Lkw ähneln kann man damit auch ganz normal auf der Straße fahren. Solange man bedenkt wie breit die hinteren Kotflügel ausgestellt sind. 


Rost und Undichtigkeiten sind praktisch nicht vorhanden. Ein paar kleine optische Mängel sind bei dem Alter und Preis einfach unvermeidbar. Ein Haufen Ersatzteile mit obendrauf und wir sind im Geschäft. Die Lebensgeschichte vom Auto und beim anschließenden Abendessen mit dem Verkäufer zu hören dauert fast so lange wie die Heimreise nach Ostwestfalen. Unterwegs gibt es schon die ersten Blicke von anderen Verkehrsteilnehmern (ob vor Verwirrung oder Begeisterung wollen wir nicht sagen). Ohne Probleme spult der Ford die 280km Heimweg ab, natürlich unter Vernichtung einer entsprechenden Menge Diesel. Bloß gut das der Pickup gleich zwei Tanks an Bord hat und einfach während der Fahrt umgeschaltet werden kann. Der klang des frei atmenden Powerstroke Turbodiesel verspricht auf jeden Fall mehr Leistung als die Angabe im Fahrzeugschein vermuten lässt.


Unterwegs werden schon die ersten Pläne gemacht was alles repariert bzw. geändert oder zurück gebaut werden soll. Eine Oldtimerzulassung ist erstmal nicht angestrebt, auch wenn man aktuell so in keine Umweltzone fahren darf. Aber für die Innenstadt ist dieser Wagen ohnehin niemals gedacht gewesen. Zur Not kommt einfach eine Honda Monkey auf die Ladefläche für die letzten Kilometer. Bei der Zulassungsstelle gab es dann auch nochmal kurz Probleme da die gelbe Rundumleuchte auf dem Dach für Privatleute so nicht zulässig ist und noch schnell ausgetragen werden musste. Jetzt ist der Ford endlich offiziell und legal auf der Straße. Irgendwann müssen wir damit jetzt noch zum Ford Pickup Treffen nach Pullman-City fahren.


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