Zur Vorbereitung wurden eine neue Kupplung, ein Dichtungssatz, ein gebrauchtes Getriebe und etwas Werkzeug besorgt. Aber was genau ist heute unsere Aufgabe und warum machen wir das überhaupt? Also das Getriebe macht Probleme, der erste Gang lässt sich nicht mehr einlegen, egal ob im Stillstand oder während der Fahrt. Mögliche Fehlerursachen laut unserer Recherche sind eine verstellte bzw. verschlissene Kupplung oder eine verschlissene bzw. verbogene Schaltgabel im Getriebe. Genaueres lässt sich erst nach einer Demontage sagen. Damit beginnen wir jetzt auch. Zur Erleichterung der Arbeit haben wir eine Wippe für das Vorderrad und einen universalen Motorradheber für unter den Rahmen besorgt.
Dank des Hebers haben wir genügend Platz unterm Motor um an die Ölablassschraube zu gelangen und das Motoröl abzulassen. Parallel wird auf der rechten Seite vom Motorrad der Auspuff am Zylinderkopf und hinten am Schalldämpferhalter gelöst. Der Benzintank war von der letzten Reparatur/Umbauaktion noch gar nicht wieder richtig angeschlossen und lag nur lose auf dem Rahmen, das selbe gilt für die selbstgebaute Sitzbank. Insgesamt haben wir auf diese Weise schon eine halbe Stunde Arbeitszeit eingespart. Aber schwieriger als die noch kommenden Arbeitsschritte dürfte das auch nicht gewesen sein.
Gemäß Bastelanleitung (Reparaturhandbuch) sind wir intuitiv genau richtig vorgegangen. Also Motorrad aufbocken, Motoröl ablassen, Ölfilter abschrauben, Kühlwasser ablassen. Beim letzten Schritt haben wir tatsächlich etwas Sorge gehabt da gefühlt kein 50ml Flüssigkeit aus der Leitung unten am Kühler abgelaufen sind und der Gummischlauch von innen voll mit Verkrustungen ist. Bloß gut das dieser Motor auch noch vom Öl und Fahrtwind mitgekühlt wird und augenscheinlich keine Temperaturprobleme hat. Hoffen wir einfach mal das nach der Getriebereparatur nicht auch noch ein Motorschaden folgt. Während unten die Flüssigkeiten abfließen wird oben der Benzintank abgenommen und die vier (!) Zündkerzenstecker abgezogen und aus dem Weg gelegt.
Das nächste größere Bauteil welches wir befreien wollen ist die Batterie, dazu nehmen wir die seitlichen Deckel unter der Sitzbank ab und lösen die beiden Batteriekabel (erst Minus- dann Pluspol!) und den Batteriehalter. Der Luftfilterkasten wird mit einer Schraube am Vergaser und einer Schraube am Rahmen gehalten, beide lösen und den Luftfilter komplett abnehmen. Laut Anleitung sollten auch beide Vergaser demontiert werden. Wir haben beschlossen es erstmal so zu versuchen und uns damit unnötige Arbeit zu sparen. Diese Schrauben waren auch noch bequem zu erreichen, die Wasserleitungen zum Kühler hin waren etwas schwieriger. Warum müssen die Schraubschellen auch so orientiert sein das man sie weder von oben noch von der Seite ordentlich erreichen kann. Auch diese Hürde wurde irgendwann überwunden und der Kühler erfolgreich ausgebaut.
Die Seilzüge zur Kupplung auf der rechten Seite und das Schaltgestände sowie das Bremspedal wurden als nächstes abgeschraubt. Noch ein paar elektrische Anschlüsse vom Öldruckschalter und Neutralanzeiger abziehen und wir nähern uns dem Anlasser. Hier hatten wir kurzeitig das Problem eines Mitdrehenden Stehbolzen auf dem das Pluskabel angeschraubt war. Ein extraflacher Schraubenschlüssel hätte dieses Problem einfach gelöst. Die Kabel von der Lichtmaschine kommend müssen bis zur Verteilerbox auf der rechten Seite vom Sattel verfolgt und dort ausgestöpselt werden. Bei uns war der Stecker so stark verschmort das er definitiv ausgewechselt werden muss. Ist ja nicht die erste Honda Shadow mit Ladeproblem die wir kennen.
Nochmal kompliziert wird es kurzzeitig beim Versuch die Kette zu entspannen, aber nur weil die Klemmschrauben brutal fest angezogen sind. Sobald hier alles korrekt angelöst wurde kann das Hinterrad nach vorne geschoben und die Kette, nachdem die Abdeckung am Motor auch entfernt ist, vom Kettenrad abgenommen werden. Sofern wir nichts offensichtliches Übersehen haben sollte der Motor jetzt nur noch an seinen Aufhängungspunkten mit dem Rahmen verbunden sein. Einer davon ist gleichzeitig die Aufnahme für die hintere Schwinge. Diesen wollen wir als erstes lösen damit nichts unter Spannung steht oder sich verkantet wenn der Motor schon fast draußen ist.
Die vordere und hintere obere Motorhalterung folgt als nächstes. Da wir den Luxus von drei Paar Händen haben, können wir ohne zusätzlichen Motorheber arbeiten und einfach zu zweit den V2 Motor festhalten währen der Dritte die Schrauben entfernt. Natürlich macht es Sinn erstmal alle Schrauben etwas anzulösen damit im Ernstfall alles maximal einfach und schnell auseinander geht. Zunächst war angedacht den Motor zur Beifahrerseite hin aus dem Rahmen zu heben. Letztendlich reicht der Platz dafür aber nicht aus. Darum wurde der Motor "einfach" etwas nach links gekippt und dann fast liegend auf der Fahrerseite aus dem Rahmen gewuppt. Jetzt erstmal schnell ein paar Lappen drunter legen damit das Motorgehäuse beim absetzen nicht kaputt geht.
Für heute sind wir jetzt erstmal fertig und bedient. Effektiv vielleicht drei Stunden dauerte die ganze Aktion bis hier hin. Zu vermelden haben wir eine abgebrochene Schraube vom Soziussitz sowie einen kaputten Zündkerzenstecker. Für das Kühlsystem werden jetzt wohl ungeplant auch neue Teile beschafft. So gut wie jetzt kommen wir da definitiv nicht wieder dran. Beim nächsten Mal ist geplant dem Schaltproblem weiter auf die Schliche zu kommen. Wir werden berichten.









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