Wir wollten ja noch die Geschichte erzählen warum wir damals bei der Siegerehrung nach der Rallye Rund um Oelde so schnell das Lokal verlassen und nach Hause fahren mussten. Die Antwort ist ganz einfach: weil wir gebraucht wurden. Und weil andere Leute aus unerfindlichen Gründen nicht von einer Bordsteinkante abstand halten können. Und weil Ford einfach keine stabilen Autos bauen kann. Bei dem letzten Punkt sind wir uns nicht ganz so sicher. Gerüchteweise ist uns sowas selbst schon passiert.
Alles begann mit einigen verpassten Anrufen während wir mehr oder weniger komfortabel in der Allrad Tomate über die Landstraßen rund um Oelde hoppeln. Während einer kurzen Pause vor der nächsten Zeitprüfung konnte endlich mal zurückgerufen werden. Die erste Panik hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder gelegt und die Faktenlage sieht so aus das eine entfernte Bekannte mit ihrem 2013er Ford B-Max einem anderen Auto ausweichen musste und dabei das linke Vorderrad mit ordentlich Wucht gegen eine Verkehrsinsel gesemmelt. Jetzt ist der Reifen platt, die Felge krumm und kein Ersatzrad zur Hand. Einfach bis zum nächsten Werktag warten und die Werkstatt mit dem Problem beauftragen ist eine Option aber nicht die beste.
Der Wagen steht im Halteverbot und die Werkstatt ist noch ein gutes Stück entfernt. Was das Abschleppen kosten kann wenn man nicht im Automobilclub Mitglied ist, wissen wir selbst aus schmerzhafter Erfahrung nur zu gut. Darum wäre es wesentlich besser das Auto irgendwie auf eigener Achse zu überführen, natürlich nur wenn sonst weiter nichts kaputt gegangen ist. Aber das können wir jetzt am Telefon nicht beurteilen. So belassen wir es dabei uns nach Abschluss der Rallye um das Thema zu kümmern. Solange keine akute Verkehrsgefährdung besteht soll es wohl erstmal gut gehen.
Vor dem Abendessen haben wir zumindest schon mal ein paar Informationen erhalten und unsere Fühler ausgestreckt ob irgendwo im Super-Bekanntenkreis jemand zufällig ein Auto fährt das die selbe Reifen- bzw. Felgengröße fährt. Leider gab es keinen direkten Treffer. Dafür wissen wir jetzt das diese Baureihe den selben Lochkreis (4x108mm) und Mittenlochdurchmesser (63,4mm) wie die Ford Sierra hat. Und rein zufällig sind die Stand-Räder von Adam aktuell nicht im Gebrauch. Allerdings haben die nur 14 Zoll, eine andere Einpresstiefe(41mm statt 37,5mm) und Breite (5,5 statt 6 Zoll). Dafür passt der Abrollumfang nahezu perfekt(195/65R14 statt 185/60R15). Rein theopraktisch sollte es also funktionieren. Und auch noch weniger verboten aussehen als damals der Audi 80 mit vier Winterrädern vom Ford Fiesta beim Tunningtreffen auf der A2.
Natürlich ist das keine Dauerlösung so herum zu fahren, aber das Notrad bei den meisten Autos die überhaupt noch eins haben ist auch nicht so groß wie die normalen Räder. Für dieses Wochenende und vielleicht noch ein paar Tage bis das neue Rad geliefert und montiert wurde soll es wohl funktionieren. So verlassen wir das Abendessen und machen uns auf den Weg und natürlich fängt es jetzt nochmal richtig an zu regnen. Egal wir wollen die Sache heute noch erledigt kriegen, morgen stehen andere Dinge auf dem Programm. Daheim angekommen schnappen wir uns eins von den Sierra Rädern, den Wagenheber, ein Radkreuz und den Drehmomentschlüssel. Das sollte hoffentlich reichen und schnell gehen.
Vor Ort stellt sich die Lage so dar; das linke Vorderrad ist stark verbogen und der Reifen komplett platt. Der Wagen steht mit der linken Seite verdammt nah an einer gut befahrenen Straße. So können wir nicht vernünftig arbeiten und weil der Reifen ohnehin im Eimer ist können wir jetzt auch ruhig noch ein Stückchen weiter fahren so das wir weg von der Fahrbahn kommen. Auf den ersten schnellen Blick ist am Unterboden nichts zu sehen, mit etwas Glück hat es wirklich nur die Felge erwischt. Um unsere Erfolgschancen bezüglich Freigängigkeit von Reifen und Felge am Fahrzeug etwas zu vergrößern, beschließen wir das Ersatzrad an der Hinterachse zu montieren und ein originales Rad an die Vorderachse.
Also erstmal Handbremse fest anziehen, Radkappe entfernen, vier Radmuttern anlösen und dann das Auto aufbocken. Radmuttern und Rad selbst entfernen, neues Rad drauf und wieder festschrauben. Auto absenken und Radmuttern mit dem Drehmomentschlüssel auf 110Nm anziehen. Das selbe Spiel wiederholen wir nochmal an der Vorderachse. Dann haben wir auch besseren Einblick wie das Federbein, der Querlenker und die Spurstange aussehen. Diese drei Baugruppen bekommen bei so einem Manöver gerne einen Schlag ab. In Anbetracht der krumm gebogenen Spurstange war das auch hier der Fall. Die Fahrt zurück zur Werkstatt übersteht der Wagen trotzdem noch, auch wenn das Lenkrad schief steht. Letztendlich musste das komplette Lenkgetriebe ausgetauscht werden um unsichtbare Folgeschäden auszuschließen. Bloß gut dass der Wagen Vollkasko versichert ist.







Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Mit dem Absenden eines Kommentars bestätigst du, die Datenschutzerklärung (https://schlagzeilenkaefer.blogspot.com/p/impressum.html) zur Kenntnis genommen zu haben.
Mit Absenden deines Kommentars werden Name, E-Mail, Kommentar, URL, IP-Adresse und Zeitstempel in einer Datenbank gespeichert. Du kannst Deine Kommentare natürlich später jederzeit wieder löschen lassen
Indem du mir einen Kommentar hinterlässt, erklärst du dich AUTOMATISCH mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden!
Dieser Blog ist mit Blogspot erstellt und wird von Google gehostet.
Es gelten die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen für Googleprodukte.